Service - Autotest LADA Vesta SW

Der LADA NIVA ist auf den Straßen und im Gelände noch anzutreffen. Die anderen Modelle des russischen Autobauers kaum. Sie existieren meist nur noch in der Erinnerung. Aber, der nagelneue VESTA SW, ein schmucker Kombi, ist optisch im Hier und Heute angekommen. Aber auch bei Technik, Sicherheit, Komfort und Verarbeitung?

Grobschmiedearbeit, müffelnde Plastikwelt und auffällig nachlässige Verarbeitung sind im und am neuen Russen passe. Für den VESTA SW gibt es zur Zeit einen Benzinmotor. Ebenso für die VESTA Varianten Limousine und Cross, die zum SUV tendiert.

Dieser Motor ist in der Serie mit einer spritsparend abgestimmten, etwas schwergängigen Handschaltung kombiniert. Er leistet 106 PS und bringt das Auto auf eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Sportliche Ambitionen haben mit diesem Aggregat keine Chance. Unser Testdurchschnittsverbrauch beträgt unter sommerlichen Bedingungen knapp unter sieben Liter Benzin. Das ist nicht ausgezeichnet, aber doch gut.

Das Fahrwerk ist recht komfortabel abgestimmt. Es schluckt Unebenheiten weg, wenn auch mal im Ansatz etwas poltrig. Der elektronische Schleuderschutz reagiert hochsensibel und hält das Auto sicher in der Spur. Vier Airbags schützen Fahrer und Beifahrer. Bis nach hinten reichende Kopfairbags gibt es leider nicht.

Der VESTA Kombi bietet eine leicht erhöhte Sitzposition und auf durchaus bequemen Sitzen viel Platz, hinten auch für einen 3er Pack. Der Kofferraum ist doppelbödig und großzügig bemessen, auch wenn das erweiterte Volumen bescheidener Weise nur bis zur Fensterhöhe angegeben wird.

Der Preis für den LADA VESTA SW in der unteren Ausstattungsvariante Standard: 14.990 €. Wer meint, dass das nicht "besonders günstig" sei, wird durch das Komfortangebot bereits in der Standard Version eines Besseren belehrt: Beheizbare Außenspiegel, Leichtmetallfelgen, Nebelscheinwerfer, Licht- und Regensensor, Multifunktionslenkrad, Tempomat, Audiosystem mit Freisprecheinrichtung, Klimaanlage, Sitzheizung und eine Einparkhilfe hinten. Auch deshalb gibt es dieses Auto zu einem Top Preis-Leistungsverhältnis und mit drei Jahren Vollgarantie.

Insgesamt ist beim LADA VESTA SW keine überschäumende Euphorie angesagt, aber die Bestätigung, dass LADA ein modernes und sehr praktisches  Auto gebaut hat, dessen Ecken und Kanten auch bei anderen, teureren Autos zu finden sind. Am Händler- und Servicenetz muss natürlich wieder gearbeitet werden.

Der neue LADA hat mit seinen verstaubten Vorgängern nichts mehr gemein. Ein wesentlicher Grund für die fast wundersame Wandlung ist der Einstieg von Renault bei LADA. Dies mit dem Ziel weiteren Technologietransfers. Ob so ein Coup gelingt wie mit DACIA ist fraglich, aber nicht völlig undenkbar.

Beitrag von Reinhard Rychlik