Golden Retriver vor Futternapf, Foto: Colourbox/fotoedu
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Golden Retriver vor Futternapf | Bild: colourbox

Service - Hundefutter im Test

Für Hundeliebhaber ist die Wahl des richtigen Hundefutters besonders wichtig. Im besten Fall soll es als Alleinfutter den Hund komplett mit allen Nährstoffen versorgen, die er für ein gesundes Hundeleben braucht. Die Stiftung Warentest hat jetzt rund 30 Nass-Fertigfutter untersucht.

Die Testergebnisse reichen von sehr gut bis mangelhaft. Erstmals dabei waren auch fünf BARF-Komplettmenüs, d.h. Gerichte aus biologisch-artgerechtem Rohfutter. Die Tester wollten vor allem wissen, ob in dem Futter tatsächlich alle Nährstoffe sind, die ein Hund braucht. Wir stellen die Testergebnisse im Detail vor und verraten, welches Futter gut und günstig ist.

Bei der  Futterzusammensetzung geht es um einen ausgewogenen Nährstoffmix. Das heißt nicht, dass edle Zutaten wie Filet enthalten sein müssen. Wichtig sind vor allem Nebenprodukte des Schlachtens, z.B. Leber, Herz, also Innereien. Dazu gehören aber auch Aminosäuren für Herz und Muskeln, Linolsäure für Leber, Haut und Fell, Kalzium und Phosphor für das Skelett und Vitamine.

Mit ihrer Werbung hauen viele Hersteller auf den Putz, halten aber oft ihre Versprechen nicht. Vor allem dann, wenn es um den kompletten Nährstoffmix geht. Oder es werden Selbstverständlichkeiten hervorgehoben, wie "ohne Konservierungsstoffe".

Alle Testkriterien und ihr prozentualer Anteil am Gesamturteil: Die Futterzusammensetzung macht 60 Prozent aus; 15 Prozent entfallen auf die Fütterungshinweise; jeweils 5 Prozent auf Schadstoffe, mikrobiologische Qualität und die Verpackung; auf die Deklaration des Produktes sowie die Werbeaussagen 10 Prozent.

Für die 31 Testprodukte wurden diese Gesamturteile vergeben: 6x SEHR GUT, 8x GUT, 7x BEFRIEDIGEND, 1x AUSREICHEND und 9x MANGELHAFT. Für ein Nahrungsmittel kein guter Schnitt.

Eine getestete Neuheit ist das Tiefkühl-Bio artgerechte Rohfutter. Unter Experten als BARF abgekürzt. 5 wurden unter die Lupe genommen. Die BARF Produkte gehören mit durchweg  mit MANGELHAFT zu den Verlierern: Weil unausgewogen, denn es fehlen Vitamine und Mineralstoffe. Und: Dosenfutter wird erhitzt, Keime werden abgetötet. In BARF Produkten zeigte sich dagegen eine hohe Keimbelastung und die nimmt noch rasant zu, wird die Kühlkette unterbrochen.

Ausgewogenes Hundefutter heißt auch die richtige Futtermenge bzw. Kalorienzahl. Und da gibt es Unterschiede - je nach Gewicht des Hundes. An jedem zweiten Produkt wurde für die verschiedenen Hunde-Gewichtsklassen zu viel oder zu wenig Futter angegeben, weil man oft davon ausgeht, dass der Energiebedarf linear zur Körpermasse ansteigt. Das ist aber nicht der Fall. Eine 60 kg Dogge braucht eben nicht 2 900, sondern nur 2 050 Kalorien.

Die Gewinner und Verlierer unter den 26 Dosenprodukte und was sie dazu machte: Auffällig ist, dass die sechs Sieger mit SEHR GUT von Supermärkten bzw. Discountern kommen und die tägliche Futterportion günstig anbieten.

Die Spitzengruppe: Edeka saftige Brocken, ein Tagesfutter kostet 0,59 €; Lidl Schlemmerkern Pastete für 1,49 € am Tag; Netto Discount Pablo feines Ragout zu 1,53 € pro Fütterungstag. Alle Testkriterien wurden hier mit SEHR GUT oder GUT absolviert. 

Beitrag von Reinhard Rychlik