Geschenk auspacken, Bild: Colourbox
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Service - Kinder richtig beschenken – so geht es!

Bei Geschenken für Kinder können Eltern und Verwandte viel falsch machen. Es beginnt mit der Frage, wieviel Geschenke in welchem Alter angemessen sind. Wie geht man mit unerfüllbaren Wünschen um? Was darf man schenken und was nicht? zibb klärt die wichtigsten Fragen rund um Geschenke für Kinder und Jugendliche.

Studiogast: Elisabeth Heckel, Dipl. Psychologin und Coach

Bei manchen Kindern nimmt der Wunschzettel gar kein Ende. Sie würden am liebsten den gesamten Spielzeugkatalog bestellen. Doch bei Geschenken für Kinder gilt: Weniger ist mehr. Je jünger das Kind ist, umso schneller ist es von Geschenkebergen überfordert und wird die Reizüberflutung mit Quengeln und Tränen quittieren. Faustregel: Bis 1,5 Jahre ein Geschenk, bis 6 Jahre: ein großes, gleich bespielbares Geschenk. Eltern sollten versuchen herauszufinden, was der eine, wichtigste Herzenswunsch ist und den Wunschzettel als Liste der Möglichkeiten und nicht als Bestellliste einführen. Also nach dem Motto: „Du darfst dir alles wünschen, kannst aber nicht alles bekommen.“ Älteren Kindern kann man auch erklären, dass Geschenke Geld kosten und Mama und Papa für Geld arbeiten gehen müssen.
Um die Geschenkeflut von Großeltern, Onkel, Tanten etc. einzudämmen, sollte man die Verwandtschaft frühzeitig einbinden und Geschenke aufteilen. Gegebenenfalls kann man auch für ein großes Geschenk zusammenlegen; Kinder, die noch an den Weihnachtsmann glauben, wissen sowieso nicht, wer was geschenkt hat. Wichtig ist, Grenzen zu setzen und deutlich zu sagen, welche Geschenke nicht Ihren Erziehungsvorstellungen entsprechen (z.B. Spielzeugwaffen, bestimmte Marken und Produkte etc.). Hält sich die Verwandtschaft dennoch nicht an die Absprachen, kann man die Geschenke aufteilen, z.B. einen Teil an Heiligabend und den zweiten Teil am nächsten Tag schenken. Oder für Geburtstag/Ostern aufheben.
Je älter das Kind, umso teurer die Wünsche. Statt Plüschtier muss es dann das neueste Smartphone sein, mit dem Hinweis: „Das haben die anderen in meiner Klasse auch.“ In so einem Fall sollten Eltern vor Weihnachten gemeinsam mit dem Kind überlegen, wie man das teure Präsent gemeinsam finanziert. An den Weihnachtsmann glauben die Kinder in dem Alter ja nicht mehr. Es ist also ok zu sagen: „So viel Geld können wir im Moment nicht ausgeben, aber wie wäre es, wenn du noch was von deinem Sparkonto dazuzahlst oder Oma und Opa geben noch etwas dazu“.
Was Gutscheine zum Beispiel für gemeinsame Erlebnisse wie Konzertkarten oder Zoobesuch angeht, so kommt es auf das Alter der Kinder an. Kleinere Kinder, die noch an den Weihnachtsmann oder an das Christkind glauben, verstehen das nicht. Ab 8, 9 Jahren können Gutscheine passend sein, das sollte man aber vorher mit dem Kind besprechen.
Um Streit zwischen Geschwistern zu vermeiden, sollten Eltern darauf achten, dass jedes Kind die gleiche Anzahl und  ungefähr auch die gleiche Größe an Geschenken erhält. Den Wert eines Geschenks können dagegen vor allem kleinere Kinder noch gar nicht einschätzen. Wenn es Familienregeln gibt, z.B. ab wann Handy oder Spielkonsole erlaubt sind, sollten diese Altersgrenzen auch eingehalten werden.

Beitrag von Sina Krambeck