Ein Frau packt Weihnachtsgeschenke ein (Bild: imago/Westend61)
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Service - So schön kann man Geschenke verpacken

Für einige ist es ein Graus: Geschenke vor Weihnachten verpacken – zu hässliches oder gar kein Papier, verräterische Geschenke-Form  und überhaupt: Sollen wir nicht im Alltag alle darauf achten, Verpackungen einzusparen? Für unsere Deko-Expertin Marlies Schiller ist es hingegen ein Fest vor dem Fest. Geschenke schön verpacken, ist so zu sagen ihre Königsdisziplin.

Dieses Jahr gibt’s ein besonderes Motto bei ihr: Sie möchte versuchen, ihre Geschenke möglichst nachhaltig, ökologisch zu verpacken, also weitestgehend auf gekauftes buntes Papier, Plastik und gekaufte Schleifen zu verzichten.

Einfach aber schön: verpacken in einfarbigem Papier

Hier nimmt Marlies Packpapier, das sie dann hinterher gestaltet.

Tiere: Für Kinder macht sie aus den Päckchen z.B. kleine Tiere. Dazu aus Resten von farbigen Papier oder Stoff Nasen, Münder, Augen und Ohren ausschneiden und auf das Päckchen kleben. So entstehen lustige Tiere, wie Bär, Hund, Katze oder Maus.

3D-Muster: Zunächst für eine Tannenbaumform eine Schablone aus Pappe anfertigen. Den Tannenbaum nur zur Hälfte ein paar Mal auf das Papier übertragen. Mit einem Cuttermesser diese Hälfte ausschneiden und den Tannenbaum zur Hälfte nach außen knicken. Jetzt das Geschenk mit einem andersfarbigen Papier dort bedecken, wo sich später die Tannenbäume befinden. Das Geschenk mit dem Tannenbaumpapier einpacken.   So entsteht ein schöner 3D-Effekt.

Gewebtes Wollmuster: Packpapiergeschenke lassen sich toll farblich aufhübschen, indem man sie mit unterschiedlich farbigen Wollfäden umwickelt, entweder kreuz und quer oder ordentlich wie gewebt.

Bemalen: Die einfachste Methode einfarbiges  Papier weihnachtlich zu gestalten, ist es, Muster aufzumalen. Oder Weihnachtsgrüße direkt auf das Papier zu schreiben.

Tipp: Marlies verzichtet bei dem Packpapier auf Kunststoffklebeband. Stattdessen nimmt sie so genanntes Nassklebeband. Es hat dieselbe Farbe wie das Packpapier und ist mit Leim präpariert, man muss es gut anfeuchten und kann dann das Geschenk damit zukleben.

Recycling Verpackungen

Hier kann man alles Mögliche verwenden: Zeitungen, Zeitschriften, Kalender, Kataloge, Poster, Notenblätter, Stadtpläne, Landkarten, Chipsdosen.

Marlies bevorzugt feste Kalender- oder Posterblätter, denn die lassen sich gut zusammentackern, statt kleben. So kann sie ungewöhnliche Formen kreieren. Nimmt man dicke Kalenderblätter, kann man das Geschenk darin noch nicht erfühlen. Außerdem sind zerbrechliche Dinge darin gut geschützt. Originell ist es, wenn die Verpackung schon einen kleinen Hinweis auf das Geschenk gibt: Z.B. Einen Gutschein für einen Wochenend-Trip im Stadtplan verpacken. Eine Musik CD in alten Notenblättern. Chipsdosen lassen sich auch mit schönen Motiven aus Zeitschriften bekleben und dann kann darin z.B. ein Olivenöl, ein Parfum oder ein Duschgel verschenkt werden.

Kleinigkeiten groß verpackt

Kleine Geschenke wie Schmuck, Gutscheine, Geldscheine gehen leicht verloren, verpackt man sie in normalem Geschenkpapier oder in einem Umschlag. Marlies Idee für diese kleinen Dinge: Verpackungen in einer Milchtütenform/Tetraederform. Dazu ein Stück festes Kalenderblatt oder ähnliches nehmen, zu einer lockeren Röhre drehen, an der Längsseite und an der unteren Seite zusammentackern, zu einer Tetraederform drücken, Geschenk rein und verschließen mit dem Tacker. Und noch einen originellen Tipp hat die Kreativ-Frau, um Kleinigkeiten hübsch zu inszenieren: Kunststofftiere überbringen die Geschenke. Man kann ihnen z.B. ein kleines Päckchen mit einer hübschen Schleife auf den Rücken binden oder wenn es ein Elefant ist, kann er mit dem Rüssel einen aufgerollten Gut- oder Geldschein überbringen.

Verpackungsvarianten ohne Papier

Hier werden Geschenke im Geschenk verpackt, es sind also immer zwei Geschenke, die zusammen passen. Z.B. Duschgel in einem Handtuch, Weinflasche in einem Tischläufer, Kochbuch in einer Schürze oder einem Geschirrtuch.

Schleifen, Anhänger & Co.

An einigen schlichten  Geschenken fehlt noch der letzte weihnachtliche Schliff. Statt aufwendiger Schleifen, nimmt Marlies einfaches Paketband, darauf fädelt sie z.B. einen Schneemann aus Styroporkugeln (der hinterher noch als Deko/Baumbehang aufgehängt werden kann). Oder sie fädelt Weihnachtskugeln auf, die aus Glitzerpappe oder Kalenderblättern ausgestanzt sind.

Aus Wellpappe-Resten hat sie Namensschilder ausgeschnitten, mit Goldstift Namen draufgeschrieben und an beiden Seiten gelocht. So werden sie aufgefädelt und kommen um das Geschenk. Packpapiergeschenke werden bunt mit Wollresten, entweder kreuz und quer damit umwickeln oder ein grafisches Muster weben. Andere Geschenke bekommen einen  Zweig Tannengrün und einen (vergoldeten) Zapfen.

Namensanhänger schneidet Marlies auch aus hübschen Anzeigen, Postern oder Kalenderblättern zurecht. Mit einer Sternenlochzange kommt ein Muster rein, der Name mit Goldstift draufgeschrieben. Sehr dekorativ sind auch Schneekristalle aus dünnem Papier. Dazu ein Quadrat ein paar Mal zu einem Dreieck falten, die Spitzen abschneiden, dann ein Muster reinschneiden, auseinanderfalten und auf das Päckchen kleben. Diese Sterne machen jedes Geschenk weihnachtlich.