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Service - Wissenswertes rund um das Thema Grabpflege

Wenn ein Mensch stirbt, kann es Angehörigen helfen, später an dessen Grab zurückzukommen. Farbenfrohe Blumen trösten Hinterbliebene und schaffen einen würdigen Erinnerungsort. Doch was, wenn niemand sich um die Grabpflege kümmern kann?

Einige Menschen machen sich zu Lebzeiten schon Gedanken über ihren Tod, die Beerdigung und ihre Grabstätte. Entscheiden sie sich für die traditionelle Bestattung auf dem Friedhof, steht nach der Beerdigung auch die Grabpflege an. Können Angehörige sich darum nicht selbst kümmern, besteht die Möglichkeit eine Friedhofsgärtnerei mit den anfallenden Arbeiten zu beauftragen.

Kosten für Grabpflege

In Berlin kommen Gärtnereien in der Regel alle 14 Tage zu einer Grabstätte, zupfen Unkraut, gießen nach Bedarf und beseitigen verblühte Pflanzen und altes Laub. Diese Leistung kostet jährlich etwa 140 Euro pro Urnengrab und 180 Euro für ein einzelnes Erdgrab. Wer zusätzlich drei Mal jährlich eine neue Bepflanzung wünscht, zahlt dafür 90 bzw. 120 Euro. Etwa gleich viel kostet ein ausschließlicher Gießservice pro Jahr.

Grabpflegevertrag

Wer Angehörige nicht mit der Pflege des Grabes belasten möchte, kann mit einem Grabpflegevertrag vorsorgen. Dieser kostet in Berlin mindestens 5.400 Euro für ein Urnengrab und 8.100 Euro für ein einzelnes Erdgrab und gilt 20 Jahre lang. Der Vertrag wird mit der Friedhofsgärtnerei und der regionalen Treuhandgesellschaft abgeschlossen und im Voraus bezahlt. Die Treuhandgesellschaft kümmert sich darum, dass die Gärtnerei für die gesamte Zeit ihre Arbeit macht und auch ihr Geld dafür bekommt.

Alternative Bestattungsmöglichkeiten

Neben der traditionellen Erdbestattung im Sarg oder der Urne gibt es mittlerweile jedoch auch eine Vielzahl an Möglichkeiten sich einen Platz für die letzte Ruhe auszusuchen. Wer die Natur liebt, könnte es reizvoll finden, sich in einem Friedwald begraben zu lassen. Vier davon gibt es in Brandenburg, einen in Berlin. Anders als auf dem Friedhof gibt es hier kein Grabmal. Es ist jedoch möglich, eine Plakette mit Namen und Jahreszahl am Baum anbringen zu lassen oder ein Schild in den Boden zu stecken.

Eine andere Möglichkeit sind Ruhegemeinschaften. Friedhöfe renovieren dafür alte Grabmäler, die sonst verfallen würden. So werden sie für mehrere Menschen zusammen ein neuer und würdiger Ort des Erinnerns.

Memoriam-Garten

Immer häufiger entscheiden sich Menschen zudem dafür, sich in kleinen parkähnlichen Anlagen beisetzen zu lassen. Der Memoriam-Garten in der Steglitzer Bergstraße ist der erste seiner Art in Berlin und wurde vor bald zehn Jahren eröffnet. Ein freundlicher Ort, der zum Verweilen einlädt. Grabstätten werden hier in den Blumenrabatten eingearbeitet und sind nicht eindeutig voneinander abgegrenzt. Auf Wunsch werden Grabsteine individuell gestaltet und mit Namen und Jahreszahl versehen. Eine Grabstelle ist auf 20 Jahre angelegt und wird währenddessen professionell gepflegt.

Servicegast: Marion Weitemeier, Finanztest

Beitrag von Alena Hecker