Familie beim Homeschooling während der Coronakrise
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Bild: imago images / MiS

Service - Homeschooling - so funktioniert's

Die Schulen sind geschlossen, der Unterricht findet zu Hause statt. Zahlreiche Eltern stehen nun vor der Aufgabe, ihre Kinder beim Lernen zu unterstützen. Wie kann das funktionieren? Die Schulpsychologin Janine Graf gibt Tipps.

Seit 100 Jahren gilt deutschlandweit die Schulpflicht. Doch plötzlich ist alles anders: Die Schulen sind dicht, die Kinder sollen zu Hause lernen. Ganze Familien müssen sich und ihren Alltag dadurch neu organisieren. Diese Tipps helfen dabei.

Struktur schaffen

Wichtig ist, Routinen im Alltag zu schaffen und den Tagen eine Struktur zu geben. Hilfreich dafür kann ein Wochenplan mit täglichen Lernzielen sein, auch ein individueller Stundenplan für jeden Tag ist möglich. Der Stoff sollte in Abschnitte unterteilt und nach und nach erledigt werden.

Für Arbeitsatmosphäre sorgen

Wer keinen eigenen Schreibtisch hat, kann sich für die Schulaufgaben auch an den Küchentisch setzen. Dann sollte währenddessen weder der Fernseher laufen, noch jüngere Geschwister umherspringen. Je ruhiger die Situation, desto besser und konzentrierter kann das Kind an seinen Aufgaben arbeiten.

Lernzeiten festlegen

Manche arbeiten gern am Nachmittag, manche lieber am Abend. Wer den Vormittag für die Schulaufgaben nutzt, hat nachmittags den Kopf frei zum Spielen. So oder so ist es sinnvoll, eine Zeitspanne festzulegen, in der jeden Tagen gelernt wird. Grundschüler können sich etwa 20 Minuten lang gut konzentrieren. Diese Zeit lässt sich mit einem Wecker stoppen.

Genauso wichtig: Regelmäßige Pausen. Je nach Durchhaltevermögen kann zwischendurch eine längere Pausenzeit von 30 bis 45 Minuten liegen, in der sich das Kind ausreichend bewegen kann - am besten an der frischen Luft.

Erwartungen herunterschrauben

Gerade bei jüngeren Schulkindern ist die Betreuung der Eltern gefragt. Experten raten: Sich eine halbe Stunde pro Tag Zeit fürs gemeinsame Lernen nehmen, aber auch das Ergebnis akzeptieren: Dass nicht alles geschafft wird, dass es Frust gibt, weil manche Aufgaben nicht verstanden werden.

In einem Haushalt mit Kindern verschiedener Altersgruppen und Eltern, die zusätzlich zu den täglichen Aufgaben in der Familie noch ihre eigene Arbeit koordinieren müssen, kann nicht alles perfekt funktionieren. Wer das für sich akzeptiert, kann mit der aktuellen Situation womöglich etwas leichter und gelassener umgehen.

Beitrag von Alena Hecker