Katze: Will you be my Quarantine? Bild: Manja Vitolic / Unsplash
Bild: Manja Vitolic / Unsplash

Service - Impf-Ratgeber für Haustiere

Ist Corona auch für mein Haustier gefährlich – eine Frage, die zurzeit Tierliebhaber umtreibt. Tierärzte geben vorsichtig Entwarnung. Andere Krankheiten seien wesentlich gefährlicher – und die dürften gerade jetzt nicht aus dem Fokus geraten. Welche das sind und an welche Impfungen Haustier-Besitzer dringend denken sollten, darüber klärt Tierärztin Dr. Jeanette Koepsel auf.

Die Meldung war ein Schock für Haustier-Besitzer: In einem New Yorker Zoo habe sich ein Tiger mit dem neuartigen Corona-Virus infiziert, angesteckt bei seinem Pfleger. Doch Tierärztin Dr. Jeanette Koepsel gibt Entwarnung: Der derzeitige Stand der Dinge sei, man könne sich nicht bei einem Tier anstecken. Denn das Virus werde wirtsspezifisch übertragen, das heißt, zwar können sich zum Beispiel Katzen bei Katzen anstecken, aber nicht Katzen beim Menschen und umgekehrt oder auch bei einem Hund. Die Berliner Tierärztin gibt zu Bedenken, dass ein positiver Test bei dem Tiger eine Art Kreuzreaktion gewesen sein könnte, also auf ein anderes Corona-Virus reagiert hätte.

Trotz Corona an Impfungen denken

Erstmal also kein Grund zur Sorge. Viel mehr Gedanken sollten sich Haustier-Besitzer um anstehende Impfungen machen. Eine Impfung um ein paar Tage oder Wochen zu verschieben, sei kein Problem, so Dr. Jeanette Koepsel. Aber eben nicht um Monate. Auch weil manche Haustier-Erkrankungen für den Menschen gefährlich sein könnte. Zwar sollten wegen der Corona-Pandemie unnötige Arztbesuche vermieden werden, aber das gilt vor allem für Humanmediziner. Wichtig auch hier: Abstand halten. Also nicht im Wartezimmer drängen, sondern gegebenenfalls mit dem Tier draußen warten oder sogar das Tier einfach abgeben.

Gefährliche Hunde-Krankheiten

Ein Beispiel für eine gefährliche Erkrankung bei Hunden ist Staupe. Es wird von Füchsen und Waschbären übertragen. Über den Kontakt mit Speichel können sich Hunde leicht beim Spaziergang anstecken. Für einen nicht geimpften Hund kann das schwerwiegende Folgen haben – bis hin zum Tod. Der einzige Schutz: die Impfung. Hunde sollten bereits als Welpen mindestens zwei, eher drei Mal grundimmunisiert werden. Später muss der Hund nur noch alle drei Jahre neu dagegen geimpft werden. Ebenso gegen Hepatitis und Tollwut. Anders Leptospirose – eine bakterielle Erkrankung, die über Mäuse und Ratten übertragen wird. Sie scheiden die Bakterien mit dem Urin aus. Läuft der Hund zum Beispiel durch eine kontaminierte Pfütze und leckt sich dann die Pfoten ab, ist er infiziert. Das Problem: Die Erkrankung ist auch auf Menschen übertragbar. Deshalb ist die Impfung besonders wichtig. Dabei ist der richtige Zeitpunkt entscheidend, die Leptospirose-Impfung hält teilweise nicht mal ein Jahr. Nicht vergessen oder verschieben also.

Gefährliche Katzen-Krankheiten

Auch gegen Katzenschnupfen sollte jährlich geimpft werden. Dabei handelt es sich um eine besonders häufige Erkrankung, verursacht durch Bakterien. Meist äußert sich der Katzenschnupfen durch eitrigen Nasenausfluss und Bindehautentzündung. Klingt harmlos, doch unbehandelt kann Katzenschnupfen bis zum Verlust des Auges führen – oder gar zum Tod. Deshalb: impfen lassen. Freigänger sollten neben Katzenschnupfen auch gegen Katzenseuche, Tollwut und Feline Leukämie geimpft werden, allerdings sind diese Impfungen etwa drei Jahre wirksam. Bei Wohnungskatzen reicht die jährliche Impfung gegen Katzenschnupfen und alle drei Jahre die Impfung gegen Katzenseuche. Angst vor Tumoren an der Impfstelle, von denen immer wieder berichtet wird, müssten Tierfreunde indes nicht haben, sagt Dr. Jeanette Koepsel. Problematisch sei weniger die Häufigkeit der Impfungen als eher die Stelle. Tatsächlich können sich hier Geschwüre bilden, wenn immer an derselben Stelle geimpft wird. Deshalb darauf achten, dass der Tierarzt die Stelle wechselt.

Gefährliche Kaninchenseuche

Schwierig ist die Situation hingegen für Kaninchen-Besitzer. Das Virus, das die gefürchtete Kaninchen-Seuche auslöst, verändert sich schnell. Eine Impfung bietet daher nur begrenzt Schutz. Die infizierten Tiere scheinen zuerst völlig gesund zu sein. Plötzlich schreien sie auf, haben blutigen Schaum vor der Nase, fallen um und sind tot. Eindämmen lässt sich die Krankheit nur durch Isolation der Tiere. Stallanlagen müssen ständig desinfiziert und mit Fliegengittern ausgestattet werden. Hoffnung verspricht ein neuer Kombi-Impfstoff gegen Myxomatose (Kaninchenpest) und gegen immerhin zwei Virusstämme der Kaninchenseuche. Sie wird von der Berliner Tierärztin empfohlen.

Beitrag von Christine Knospe