Marlies Schiller mit do-it-yourself-Ideen - Selbstgemachte Schultüten

Bald ist es soweit und die Erstklässler haben ihren großen Tag. In Brandenburg ist am 4.9., in Berlin am 9.9. Einschulung. Der Inhalt der Zuckertüte versüßt diesen Tag. Die Schultüte sollte etwas ganz Besonderes sein. Wie wäre es da einmal, so eine Zuckertüte selbst zu machen?  Unsere zibb Do-it-Yourself Frau Marlies Schiller hat viele kreative Ideen. 

Rohling

Los geht es mit dem Rohling. Dafür benötigt man etwas festeres Tonpapier (ca. 70 cm x 100 cm). Das Papier kann weiß sein, wenn man es später anmalen oder komplett bekleben möchte, ansonsten wählt man eine beliebige Farbe, die zum Grundmotiv passt: grün für Fußball, dunkelblau für Weltraum, gelb für Minions. Zusätzlich braucht man einen Bleistift mit einer Schnur daran, ein Lineal, Schere, Kleber, Maßband und ein Klebeband. Die Länge der Schnur bestimmt Höhe und Länge der Schultüte. Von einer Ecke des Papiers aus zeichnet man mit einem Bleistift an einer Schnur eine tortenstückähnliche Form, dann eine  Klebe- sowie eine Schnittkante einzeichnen, ausschneiden und fertig ist die Grundform.

Jetzt ist wichtig, dass man das Papier erst einmal ein wenig weich macht, indem man es leicht einrollt, weil man sonst schnell Bruchkanten und Knicke hat. Alles muss gut für das Kleben präpariert werden, dann ist die Spannung auch nicht mehr so groß. Nun reichlich Kleber auf die Klebekante auftragen, Tüte zusammenrollen und ein wenig halten, bis Kleber angetrocknet ist. Man kann statt Flüssigkleber breites Klebeband benutzen und von außen die Tüte zusammenkleben, das  ist einfacher. Dann sollte man die Tüte aber komplett „verkleiden“ mit Geschenkpapier oder Ähnlichem.

Spitzen: Damit die empfindlichen Schultütenspitzen nachher auch die pralle Füllung halten, verstärkt Marlies Schiller sie mit Filz oder Moosgummi. Es gibt auch fertige Spitzen aus Holz oder Plastik zu kaufen.

Abschluß: Den Schultüten-Verschluß, also den Abschluß kann man aus Krepppapier, Stoff oder Tüll machen. Der Abschluss kann innen oder außen an den Schultütenrand geklebt oder genäht werden. Außen ist einfacher, dann sollte diese Kante aber mit einem bunten Klebestreifen oder einer Stoffbordüre verdeckt werden. Das Ganze mit einer farblich passenden Schleife zusammenbinden, fertig. Alternativ kann man auch Pfeiffenreiniger nehmen. Wem das zu kniffelig ist: Es gibt auch fertige Rohlinge zu kaufen, die man nur noch gestalten muss.

Gestalten

Für eine Blumenschultüte  nimmt Marlies Schiller zartes Reispapier in hellgrün, das sie in kleine Schnipsel zerreißt und mit Kleister auf die Tüte klebt, bis sie komplett damit bedeckt ist. Das wirkt schön plastisch und ist die Basis für eine Blumenschultüte. Man kann natürlich auch Seidenpapier nehmen, buntes Geschenkpapier, Servietten mit Motiven, einfach die Motive ausschneiden und zart auch mit Kleister draufkleben. Oder man kann die Tüte mit einem flauschigen Stoff ummanteln und eine Monster-Tüte machen.
Wir bleiben bei der Blumenwiese. Für die Blüten nimmt Marlies Schiller quadratisches Papier, faltet es dreimal zu einem Dreieck und schneidet es an der offenen Seite rund. Befestigt werden die Blumen mit Postklammern. Die Klammern durch die Mitte der Blüte stechen und durch ein vorgestochenes Loch an der Tüte befestigen. Die Blüte ein wenig auseinander falten, ergibt es einen schönen  3-D-Effekt. Und als Stiele nimmt Marlies grüne Strohalme, die sie aufklebt (Heißklebepistole)

Eine andere, schnellere Form der Gestaltung ist das Bekleben der Zuckertüte mit Folie.  Z.B. eine Tüte mit typischen Schulmotiven wie Buchstaben und Zahlen. Das Highlight hier ist eine Tafel mit dem Namen des Kindes. Es gibt abwaschbare Tafelfolie oder man nimmt abwaschbare Tafelfarbe. Den Namen des Kindes mit Kreide draufschreiben.

Vorsicht bei der Arbeit mit Folie: stellt man die Buchstaben und Zahlen selber her und nimmt keine Fertigen, sollte man darauf achten, dass man sie spiegelverkehrt auf die Rückseite der Folie aufzeichnet.

Und Marlies hat noch einen ganz unkomplizierten Gestaltungsvorschlag: Mit Schablonen und Plakafarbe Motive auf die Schultüte auftragen beispielsweise Schmetterlinge. Marlies Schiller hat eine rosa Tüte genommen und diese teilweise mit roter Folie beklebt. Die Schmetterlinge werden mit weißer Farbe vorsichtig aufgetupft.

Neben Schmetterlingen ist Fußball nach wie vor ein Evergreen. Marlies Schiller nimmt einen flauschigen grünen Stoff und zeichnet ein Fußballfeld mit Kreide ein, klebt den Stoff zunächst auf weißes Papier, das ein wenig größer ist, als das Fußballfeld, so hat man eine weiße Außenlinie: fertig ist der Minibolzplatz. Der wird auf die Tüte geklebt. Nun kann man noch Logos des Lieblingsvereins des Kindes dazukleben und Fußbälle in verschiedenen Größen. Vorlagen lassen sich aus dem Internnet ausdrucken.

Motive

Marlies Schiller hat zwei Tüten mit dreidimensionalen beliebten Motiven gestaltet:

Für eine „Minion“ Tüte nimmt sie einen gelben Rohling, für den Abschluß hat sie silberfarbiges Krepppapier genommen, für die Spitze blaues Moosgummi. Die Figur hat sie aus gelben Schaumstoff ausgeschnitten. Aus dem Hosenbein einer alten Kinderjeans macht sie die Minion-Hose. Die Hosenträger baut sie aus dem Hosensaum, der wird von beiden Seiten bis kurz vor der Mitte eingeschnitten. Dann wird der Minion angezogen.   Aus zwei Styroporball–Hälften werden die Augen (mit schwarzem Filzer-Punkt als Pupille), dann noch eine graue Pappbrille und zum Schluß gibt es Hände aus Pfeiffenreinigern. Den Minion auf die Tüte kleben.

Für eine Einhorn-Tüte nimmt sie einen weißen Rohling, auf den Glitzersterne geklebt werden. Den Abschluss bildet eine Manschette aus rosa Tüll, doppellagig mit der Nähmaschine gerüscht. Den Einhornkopf - Vorlage aus dem Internet ausdrucken - hat sie aus einer alten weißen Fließdecke genäht und ein wenig ausgepolstert, damit es schön plastisch wirkt. Das das Horn gestaltete sie aus glitzernder Pappe und die Mähne aus Krepppapier. Das Einhorn klabt Marlies auf einen Pappkreis auf und diesen auf die Tüte.

Stoff-Schultüte

Eine letzte Schultüten-Idee hat die Kreativ-Frau noch: Eine Stoffhülle als Überzug für den Papp-Rohling. Der Clou dabei: Nach der Einschulung kommt der Papprohling raus und ein Innenkissen rein, fertig ist das Schmusekissen oder die Nackenrolle.

Zunächst ein Schnittmuster erstellen, in der Form, wie sie auch für den Papprohling genommen wird, plus 1,5 cm Nahtzugabe. Marlies macht ihre Tüte aus drei verschiedenen Stoffen, deshalb hat sie sich auch das Schnittmuster dreigeteilt, jeweils mit Nahtzugabe. Den Stoff auf das Muster legen, einzeichnen, ausschneiden und zusammennähen. Dieser Stoffbezug wird zur Einschulung über einen Papprohling gezogen. Nach dem Fest kann daraus ein Kissen entstehen. Für diese Innen- Kissen nimmt sie das gleiche Schnittmuster und befüllt es mit Kissenfüllung.

Beitrag von Susanne Stein