Gemüsehochbeet mit verschiedenem Gemüse
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Was funktioniert? Und was nicht? - ABC der Gartenirrtümer

Gartenarbeit soll bei den Deutschen beliebter sein als Grillen. Das hat eine Umfrage jüngst ergeben. Und vermutlich sind unter den Hobby-Gärtnern ebenso viele Experten wie unter den Hobby-Grillmeistern. Irrtümer gibt es trotzdem viele – wir klären ein paar davon auf.

A wie Alt

Einen alten Baum verpflanzt man nicht – so lautet ein altes Sprichwort. Und wirklich: Bäume und Sträucher können tiefe und weit verzweigte Wurzeln haben. Bekommt man die so einfach umgesetzt?

Yvonne Tentrup von der Königlichen Gartenakademie Berlin-Dahlem sagt: Ja, wenn sie erst seit drei bis vier Jahren im Garten stehen, sogar problemlos. Denn Bäume sind es noch aus der Baumschule gewöhnt, immer wieder umgesetzt zu werden. Der Wurzelballen bleibt dadurch kompakt und treibt auch in den ersten Jahren im heimischen Garten noch nicht so weit aus. Doch auch ältere Bäume können mit Hilfe eines Profis meist verpflanzt werden, ohne dass sie Schaden nehmen.

B wie Brennnessel

Brennnesseln wuchern schnell mal den ganzen Garten zu. Schön wäre es, wenn sie auch zu etwas Nütze wären. Brennnessel-Sud zum Beispiel soll gegen Blattläuse helfen. Wahrheit oder Irrtum?

Garten-Expertin Yvonne Tentrup macht da nur wenig Hoffnung. Allenfalls zur Stärkung der Pflanze beim Gießen kann der Sud helfen. Denn: Das Brennnessel-Gift ist nur in geringer Konzentration enthalten. Besser ist es, die Pflanze durch regelmäßiges Gießen und Düngen zu stärken und in einen guten Allgemeinzustand zu versetzen. Dadurch ist sie widerstandsfähiger und Läuse können ihr weniger anhaben. Yvonne Tentrup empfiehlt außerdem Nützlinge. Marienkäfer zum Beispiel fressen rund 150 Blattläuse an nur einem Tag.

D wie Düngen

Pflanzen brauchen Futter – so wie wir Menschen. Blumenerde ist deshalb meist schon vorgedüngt. Nach ein paar Wochen fangen die meisten Hobby-Gärtner dann an nachdüngen. Aber hilft viel auch viel?

Davor sei nur zu warnen, sagt die Pflanzen-Expertin. Denn: Wer zu viel düngt, schadet der Pflanze. Und noch dazu der Umwelt. Nicht verwertete Nährstoffe sickern in tiefere Bodenschichten und belasten das Grundwasser. Deshalb: Vor dem Düngen genau über den Nährstoff-Bedarf der Pflanze informieren und sich an die Empfehlungen halten.

E wie Efeu

Kletterpflanzen wie wilder Wein und Efeu sind hübsch anzusehen, bieten Lebensraum für Insekten und Vögel und sorgen für ein angenehmes Klima im Haus. Aber: Die kleinen Klettfüßchen sollen auch die Häuserfassade kaputt machen. Nur ein Vorurteil?

Yvonne Tentrup sagt: Ja. Denn die Klettwurzeln können nicht in tiefere Mauerschichten vordringen. Das Mauerwerk bleibt also unbeschadet. Allenfalls bereits poröser Putz kann in Mitleidenschaft gezogen werden. Beim Ablösen des Efeus oder des Weins sollten Hausbesitzer allerdings vorsichtig vorgehen. Die Garten-Expertin empfiehlt eine grobe Bürste. Und: Besser als irgendwann mit Mühe die Klettwurzeln abzuschrubben, sei es, sich vorher zu überlegen, ob eine vertikale Begrünung gewünscht ist oder nicht.

Beitrag von Christine Knospe