Ein Paar streitet sich (Quelle: Colourbox)
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Service - Goodbye Beziehungsstress

Dass es in vielen Beziehungen kriselt, bestätigen auch die Eheberatungsstellen in Berlin und Brandenburg, die oft restlos ausgebucht sind. Doch woran liegt es, dass viele Liebesbeziehungen scheitern? Welches sind die Beziehungsfallen, in die Menschen immer wieder tappen und welches die Rezepte für eine gelingende Beziehung? Wir gehen diesen Fragen nach.

Meghan und Harry – morgen ist es soweit und der britische Prinz heiratet die us-amerikanische Schauspielerin. Das Liebesglück  unter ständiger Beobachtung und ein strenges Hofprotokoll – nicht leicht für das junge Paar.  Beziehungsstress – damit haben ja schon „normalsterbliche“ Pärchen oft im Alltag zu kämpfen.  Doch was unterscheidet eigentlich unglückliche Paare von glücklichen?  Und welche Beziehungs-Irrtümer  machen uns das Leben schwer? Elena-Katharina Sohn kennt die Antworten, seit 7 Jahren berät sie zusammen mit ihrem Team in Sachen Liebe. „Die Liebeskümmerer“ heißt ihre Agentur in Berlin. Nach ihrem ersten Buch („Goodbye Herzschmerz“) hat sie jetzt ein weiteres geschrieben: „Goodbye Beziehungsstress. Eine  kleine Anleitung zum Zusammen-Glücklichsein“. Ein paar Tipps daraus verrät sie in zibb.     

Häufige Auslöser von Beziehungsstress
-          Ein Partner fühlt sich vom anderen vernachlässigt
-          Ein Partner fühlt sich vom anderen nicht ernst genommen
-          Einer fühlt sich ausgenutzt.
-          Einer ist rasend eifersüchtig.
-          Das Paar hat wiederkehrende Streitthemen vom Haushalt bis zur Kindererziehung.
-          Die Partner streiten, kritisiere, sind zynisch und respektlos.

Häufige Beziehungsirrtümer
Elena-Katharina Sohn geht davon aus, dass Beziehungsstress häufig ausgelöst wird, weil es so viele Beziehungsirrtümer gibt, also so viele Bilder von dem, wie eine Beziehung zu sein hat. Einige davon sind diese:
„Mein Partner sollte sich für mich verändern“ Mit diesem Anspruch erreicht man eher das  Gegenteil, negative Emotionen sind vorprogrammiert.
„In einer guten Beziehung macht man alles zusammen“ das geht selten gut, landet oft in Langerweile, besser, dem anderen Freiräume lassen.
„Je mehr ich für meinen Partner tue, umso mehr liebt er mich“ oder auch: Liebe-Leistungsverwechslung. Liebe ist aber keine Konsequenz von Leistung, Liebe ist ein Geschenk. Es kann für den einen Partner sehr frustrierend sein zu geben und zu merken: ich werde deshalb nicht noch mehr geliebt und für den anderen kann es Druck bedeuten, noch mehr lieben zu müssen.
„Mein Partner soll mich glücklich machen.“ Dies ist wohl der wichtigste Beziehungsirrtum, der auch schon in allen anderen mit drinsteckt. Und Elena-Katharina Sohn meint: Die meisten Beziehungsprobleme entstehen erst dadurch, dass wir von unserem Partner erwarten, dass er uns glücklich machen soll. Erst wenn wir aufhören, unseren Partner für unser eigens Glück verantwortlich zu machen und es selbst in die Hand nehmen, sind wir in der Lage, wirklich gute, stabile und glückliche Beziehungen zu führen.

Was unterscheidet unglückliche Paare von glücklichen?
Es sind 9 Punkte: Glückliche Paare sind u.a. auch im Streit miteinander verbunden, öffnen und vertrauen sich, zeigen Interesse, kommunizieren auf respektvolle und wohlwollende Weise. Über all dem schwebt das, was Elena-Katharina Sohn den der liebevollen Blick nennt. Während unglückliche Paare die sogenannten „vier apokalyptischen Reiter“ zeigen: Kritik, Verachtung, Rechtfertigung und Mauern.

Glücksherz-Methode
Um eine glückliche Beziehung zu führen, sollte man also zunächst einmal mit sich selber im Reinen sein, glücklich sein und sich über sein Glück im Klaren sein. Dazu schlägt Sohn vor, sich an der Glücksherz-Methode zu orientieren. Das Glücksherz steht bildlich für die Summe der verschiedenen Glücksquellen, die jemand in seinem Leben besitzt und aus denen er versucht, sein Glück zu schöpfen. Man zeichnet ein Herz und zeichnet da rein, was einen im Leben glücklich macht, was man mit positiven Gefühlen verbindet, was eine große Rolle im Leben spielt. Bei einigen, die eher unglücklich in einer Beziehung sind,  sieht es so aus, das der Partner einen sehr großen Raum einnimmt und es kaum weitere Glücksquellen gibt. Bricht die Partnerschaft weg, bricht also auch das gesamte Glücks-Herz auseinander. Glücksherzen hingegen die neben der Partnerschaft fast gleich groß andere Quellen wie etwa  Hobby, Arbeit, Hund und Freunde haben, halten in der Regel besser, sind stabiler.  Wir sollten also alle an einem Glücksherz arbeiten, das eine stabile Basis hat, also eins, das nicht allein auf der Beziehung steht. Menschen mit solchen Glücksherzen gewinnen an Selbstwert und Gelassenheit, ihnen fällt der liebevolle Blick auf den Partner leichter.

Alle Informationen aus dem aktuellen Buch von Elena-Katharina Sohn:
„Goodbye Beziehungsstress. Eine kleine Anleitung zum Zusammen-Glücklichsein“, ullstein, 13,- EUR



 

Beitrag von Susanne Stein