Dachdecker arbeitet an der Kaminverkleidung, Foto: imago images / U. J. Alexander
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Bild: imago images / U. J. Alexander

Reparatur leicht gemacht - Neues Dach fürs Gartenhaus

In Zeiten von Corona, ist plötzlich Zeit für Dinge, die sonst liegen geblieben wären. Zum Beispiel für kleine Reparaturen in oder an der Gartenlaube. Wie einfach und schnell das Dach des Geräteschuppens neu gedeckt ist, zeigt unser Experte Harry Piechaczek von der "Do-it-youself-Academy".

Die meisten Gartenhäuser, die es im Baumarkt als Fertigbausatz zu kaufen gibt, sind lediglich mit Dachpappe gedeckt; doch diese hält nicht ewig.

Wer sie austauschen möchte, sollte gleich noch Dachschindeln dazu kaufen; so ist das Dach für mindestens zehn Jahre wasserdicht.

Die Reparatur kann man auch alleine durchführen.

1. Die Nägel der alten Dachpappe mit einem Nageleisen entfernen, die Dachpappe am First mit einem Cuttermesser einschneiden und die alte Pappe einfach nach unten abziehen.

2. Die neue Dachpappe an einem Dachende bündig anlegen, ausrollen und am anderen Dachende mit dem Cuttermesser abschneiden. Dazu knickt man am besten die Schnittkante um; so geht das Schneiden leichter. Die unterste Bahn sollte zwei Zentimeter über der Traufkante überstehen. Die Pappe wird mit Dachpappstiften befestigt. Ein Stift alle 30 Zentimeter reicht aus. Die nächste Bahn Dachpappe wird mit einer Überlappung von mindestens 30 Zentimetern verlegt und ebenfalls angenagelt. Gleiches geschieht auf der anderen Dachhälfte. Die oberste Bahn Dachpappe wird zum Schluss quer über den First verlegt und sollte die darunter liegenden wieder um mindestens 30 Zentimeter überlappen.

3. Als nächstes werden auf jeder Dachhälfte an der Traufkante jeweils Traufbleche angebracht und ebenfalls mit Dachpappstiften befestigt. Mit einer Blechschere oder einem Winkelschleifer schneidet man zuvor die passende Länge zurecht.

4. Jetzt werden die Schindeln verlegt – wie schon bei der Dachpappe von unten nach oben.
Am besten kauft man 15 Prozent mehr Schindeln, als die Dachfläche umfasst - wegen des Verschnitts.

Bei der ersten Reihe werden die Zungen abgeschnitten. Die Schindeln kommen Stoß an Stoß nebeneinander und werden in der oberen Hälfte festgenagelt, so dass die Nägel später von der darüber liegenden Reihe verdeckt werden. Die erste Reihe wird zusätzlich noch mit einem Bitumenkleber verklebt, damit sie selbst bei einem starken Windstoß gut auf dem Dach anliegt.

Die Schindeln der zweiten Reihe werden versetzt zur ersten Reihe verlegt. Dazu wird von der ersten Schindel einfach eine halbe Schindel abgeschnitten; so erhält man die typische Schindeloptik. Wichtig ist außerdem eine Überlappung mit der ersten Reihe um mehrere Zentimeter, damit später nirgendwo Regenwasser eindringen kann. Markierungen auf den Schindeln zeigen an, wie weit überlappt werden soll.

Für die Befestigung reichen zwei Dachpappstifte pro Schindel aus; denn auf den Schindeln sind zusätzlich Klebestreifen aufgebracht, die unter Sonneinwirkung dazu führen, dass die Schindeln miteinander verkleben.

Für die Firstabdeckung werden die Schindeln trapezförmig zurechtgeschnitten und quer über den First gelegt, und zwar mit der Windrichtung. Zwei Nägel pro Schindel reichen auch hier für die Befestigung aus.

Die letzte Schindel wird nicht genagelt, sondern mit Bitumenkleber verklebt, damit keine sichtbaren Nägel auf dem Dach vorhanden sind, durch die Wasser eindringen könnte.

Beitrag von Gela Braun