Kleiner Junge geht die Treppe herunter (Quelle: Colourbox)
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Service - Kindersicherheit im Haushalt

Über 80 Prozent der Unfälle von Säuglingen und Kleinkindern passieren zuhause. Im Gegensatz dazu schätzen Eltern die Sicherheit zuhause sehr hoch ein und vermuten, dass die Gefahren eher im Straßenverkehr lauern. Dabei lassen sich gerade Haushaltsunfälle größtenteils vermeiden.

Besonders Kinder unter vier Jahren sind im Haushalt gefährdet. Der gefährlichste Ort: die Küche. Dabei finden es die Kleinen gerade hier besonders spannend. Scharfe Messer, heiße Herdplatten, kochendes Wasser - all das kann bei Kindern zu schweren Verletzungen führen. Am besten nur die hinteren Platten benutzen, wenn das Kind dabei ist. Schränke und Schubladen in Reichweite des Kindes sollten Eltern immer auf Gefahren prüfen, bevor Sie sie zum Spielplatz freigeben.

Gefahrenquellen sind auch lange Kabel, diese unbedingt sicher verstauen. Besonders vom Wasserkocher. Denn gerade heißes Wasser kann Kindern in Sekundenschnelle zum Verhängnis werden. Tee- und Kaffeetassen deshalb immer außer Reichweite und nicht auf Tischtücher stellen, die das Kind herunter ziehen könnte. Schon eine einzige Tasse kann bei einem kleinen Kind 20 Prozent der Hautoberfläche verbrennen. Bei Verbrennungen nie mit Eis kühlen, sondern die Stelle mit nur lauwarmem Wasser abspülen.

Vorsicht vor Putzmitteln
Auch das Badezimmer hat seine Tücken. Gefahrenquelle: Badewanne. Kleinkinder können bereits in seichtem Wasser ertrinken. Denn: Sie ergreifen keine Selbstrettungsmaßnahmen. Kinder ertrinken still. Deshalb: Niemals ein Kind alleine in der Badewanne lassen. Vorsicht vor Putzmitteln. Eltern sollten sie immer in verschließbaren Schränken oder im Regal ganz oben aufbewahren. Gerade Rohrreiniger enthalten ätzende Säuren und Laugen. Dadurch kann die Speiseröhre so verletzt werden, dass lebenslange Folgen drohen.

Im Handel gibt es verschiedene Produkte für mehr Kindersicherheit im Haushalt. Ein Erst-Set kostet um die 20 Euro. Schränke lassen sich zum Beispiel mit Riegeln zum Aufkleben verschließen. Alternativ gibt es auch etwas teurere Magnetverschlüsse. An Türen können Eltern Stopper aus Schaumstoff anbringen, in alle Steckdosen in Reichweite kommen die üblichen Kindersicherungen.

Knopfzellen können töten
Das Kinderzimmer - Paradies für kleine Entdecker. Umso wichtiger, dass es dem Alter des Kindes entspricht. Gefährlich sind vor allem Kleinteile. Sie können in die Luftröhre geraten. Deshalb immer das Spielzeug auf lose Teile prüfen.

Die größte Gefahr sind allerdings kleine Magnete oder Knopfzellen-Batterien. Mehrere Magnete hintereinander verschluckt, das kann Organe aneinander quetschen. Batterien können in der Speiseröhre stecken bleiben und sich bis zur Wirbelsäule durchfressen. Das kann sogar mit dem Tod des Kindes enden.

125.000 Kinder stürzen jährlich vom Balkon oder aus dem Fenster – nicht immer mit tödlichem Ausgang, aber mit schweren Verletzungen. Deshalb: Fenster mit abschließbaren Griffen und die Balkontür mit einem Gitter sichern.

Beitrag von Christine Knospe