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Service - Tipps für die richtige Altersvorsorge

Vielen Deutschen droht Armut im Rentenalter, denn sie sorgen nicht genug vor! Unter den Geringverdienern kümmert sich fast ein Drittel gar nicht um den Ruhestand. Und diejenigen, die monatlich etwas zur Seite legen, stecken ihr Geld häufig in die falschen Produkte. Das ergab eine Untersuchung des gemeinnützigen Verbraucher-Ratgebers Finanztip.

Expertin im Studio: Sara Zinnecker, Finanztip

Jeder Sechste sorgt gar nicht privat fürs Alter vor
Vielen Menschen droht die Altersarmut. Denn jeder Sechste sorgt nicht privat fürs Alter vor, unter den Geringverdienern sogar jeder Dritte. Und die, die monatlich etwas zur Seite legen, stecken ihr Geld häufig in die falschen Produkte, so das Ergebnis einer aktuellen Studie von „Finanztip“.

Unlukrative Altersvorsorgemodelle
Rund 1.000 Menschen wurden für die Studie deutschlandweit befragt. Jeder vierte gab an, sein Geld ins Sparschwein zu stecken - ohne Aussicht auf Rendite. Oder er packt es auf ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto. Bei Zinssätzen zwischen 0,1 und 0,5 Prozent bringt auch das herzlich wenig.

Staatliche Rentenerwartung
Momentan liegt das Rentenniveau bei 48 Prozent. Darunter soll es auch nicht sinken, glaubt man den Versprechungen der GroKo.
Konkret heißt das: Derzeit bekommt ein Durchschnittsverdiener etwa 1.100 Euro Rente ausgezahlt - nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben. Das reicht kaum, um anständig über die Runden zu kommen. Der Weg in die Altersarmut ist vorprogrammiert.

Altersvorsorgetipps von Finanztip
Zwischen 100 und 300 Euro, je nach monatlichem Einkommen, sollte man fürs Alter zurücklegen, so die Experten von „Finanztip“.
Wie man das Geld anlegt, hängt von mehreren Faktoren ab: vom Alter und der Risikobereitschaft, aber auch davon, ob man zwischendurch an sein Geld herankommen möchte. Faustregel: Je riskanter, je mehr Gewinn, aber eben auch Verlust sind möglich.
Ist ein Immobilienerwerb geplant, damit man im Alter mietfrei wohnt, sollte man erst einmal dafür Geld zur Seite legen, entweder auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto, auch wenn es wenig Zinsen bringt, oder mit einem Riester-Vertrag.

Wer keine Immobilie kaufen will oder kann und ein sicherheitsbewusster Mensch ist, sollte über eine betriebliche Altersvorsorge nachdenken. Denn da muss der Chef jetzt 15 Prozent auf den Beitrag dazu geben. Alternativ kommt ein Riester-Fondssparplan in Frage.
Wer risikofreudiger ist und mehr Rendite anstrebt, dem empfiehlt „Finanztipp“ einen ETF-Sparplan. ETFs sind spezielle Aktionsfonds, die sich an den großen Börsen-Indizes orientieren, z.B. dem Dax, und alle darin enthaltenen Aktien enthalten.

Altersvorsorgetipps für Selbstständige
Selbstständige können bestimmte Vorsorgeformen, wie Riester oder betriebliche Altersvorsorge, nicht wahrnehmen. Für sie kommt zum Beispiel eine Rürup-Rentenversicherung in Frage. Das lohnt insbesondere bei hohem Verdienst. Die dort eingezahlten Beiträge lassen sich nämlich bis zu einer Höhe von 23.700 Euro im Jahr zu 86 Prozent von der Steuer absetzen – im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen. Der einzige Nachteil der Rürup-Rente: Man kann sie nicht vorzeitig kündigen, aber jederzeit beitragsfrei stellen, falls es mit den Einkünften bei der Selbstständigkeit einmal nicht so gut läuft.

Vorsorgetipps für alle, die bald in Rente gehen
Wer nur noch fünf oder weniger Jahre bis zur Rente hat, kann keine großen Sprünge mehr machen, aber ein paar Tricks gibt es. Ein Angestellter kann z.B. noch schnell einen Riester-Vertrag abschließen oder eine betriebliche Altersvorsorge mit seinem Chef vereinbaren. Eine große Rendite wirft die Anlage selbst zwar nicht mehr ab, aber Sparer nehmen wenigstens noch die staatliche Förderung mit. Man kann auch Geld, das man übrig hat, statt auf dem Girokonto zu lassen, in Festgelder stecken, die dann zwei, drei Jahre laufen.

Selbstständige können noch freiwillig Beträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, wenn sie die fünf Jahre Wartezeit noch nicht voll haben. Denn eine gesetzliche Rente gibt es nur für die, die mindestens fünf Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben.

Beitrag von Gela Braun