Euroscheine, Foto: colourbox/Torsten Krueger
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Bild: colourbox/Torsten Krueger

Service - Das ändert sich 2019

Im Jahr 2019 gibt es viele Änderungen aus den Bereichen Steuern, Geld, Altersvorsorge und Versicherungen. So ändern sich unter anderem der Grundfreibetrag, der Spitzensteuersatt, der Kindergeldsatz und der Kinderfreibetrag. Wir stellen die wichtigsten geldwerten Neuerungen für 2019 vor.

Studiogast: Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur Finanztip

Rentenanpassung

Ab 1. Juli 209 gibt es voraussichtlich wieder mehr Geld für alle Rentner. Die Steigerung ist gekoppelt an die aktuelle Lohnentwicklung. Schätzungen gehen derzeit von 3,18 % mehr in West- und 3,91 % mehr in Ostdeutschland aus. Über die endgültige Höhe wird im Frühjahr 2019 entschieden.

Mütterrente II
Am 1. Januar 2019 tritt die „Mütterente II“ in Kraft. Für jedes Kind, das vor 1992 geboren wurde, bekommen Frauen dann zweieinhalb Entgeltpunkte angerechnet. Bisher waren es nur zwei Entgeltpunkte. Wer ab Januar 2019 neu in Rente geht, bekommt die Mütterente II gleich mit ausgezahlt, während für die, die bereits Rente beziehen, die Auszahlung erst im Laufe der ersten Jahreshälfte 2019 umgesetzt wird.

Brückenteilzeit
Bislang gilt für Arbeitnehmer ein Recht auf Teilzeit, nicht aber das Recht darauf, zurück in die Vollzeit zu wechseln. Ab Januar 2019 können Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit für ein bis fünf Jahre verringern. Der Arbeitgeber muss anschließend die Rückkehr in Vollzeit ermöglichen. Diese Brückenteilzeit gilt allerdings nur für Unternehmen mit mindestens 45 Beschäftigten, und nur für Mitarbeiter, die vor der Beantragung mindestens ein halbes Jahr im Betrieb beschäftigt waren. Und noch eine Einschränkung macht das neue Gesetz: Betriebe mit 46 bis 200 Beschäftigten müssen nur einem von 15 Arbeitnehmern den Anspruch auf Brückenteilzeit gewähren.

Sozialversicherungsbeiträge
Bei Angestellten übernehmen Arbeitgeber ab Januar wieder die Hälfte des Krankenversicherungsbeitrages.
Der Arbeitslosenversicherungsbeitrag sinkt zum 1. Januar von 3 Prozent auf 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens.
Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung erhöht sich um 0,5 Prozent auf 3,05 Prozent des Bruttoeinkommens.
Die Rentenversicherungsbeiträge bleiben konstant bei 18,6 Prozent des Bruttoeinkommens.

Mindestlohn
Der Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2019 von 8,84 Euro auf  9,19 Euro pro Stunde, und zwar für alle Branchen. Ausnahmeregelungen gibt es nicht mehr. Nur Auszubildende und Praktikanten sind nach wie vor vom Mindestlohn ausgenommen.

Steuern
Arbeitnehmer haben ab dem 1. Januar in der Einkommensteuer einen höheren Grundfreibetrag: 9.168 Euro statt, wie bisher, 9.000 Euro. Bis zu diesem Betrag bleibt das Einkommen steuerfrei.

Künftig gelten längere Fristen für die Abgabe der Steuererklärung, erstmals für das Steuerjahr 2018. Statt wie bisher Ende Mai ist der Stichtag ab 2019 der 31. Juli. Wird die Steuererklärung von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein gemacht, bleiben ebenfalls zwei Monate länger Zeit. Die Erklärung für 2018 kann bis zum 29. Februar 2020 abgegeben werden.
Außerdem müssen künftig keine Belege mehr eingereicht werden. Sie können allerdings bis zu einem Jahr nach Bekanntgabe des Streuerbescheids angefordert werden, müssen also bis dahin aufbewahrt werden.

Kinder
Ab 1. Juli erhalten Eltern zehn Euro mehr Kindergeld im Monat.
Auch der Mindestunterhalt für Trennungskinder steigt. Ab dem 1. Januar 2019 beträgt er für Kinder bis sieben Jahre 354 Euro statt 348 Euro pro Monat. Sieben- bis Zwölfjährige bekommen 406 Euro, Kinder von 13 bis 18 Jahren 476 Euro, im Gegensatz zu den aktuellen 467 Euro. Nur der Mindestbedarf von volljährigen Kindern bleibt unverändert.

Arbeitslosengeld II
Ab dem 1. Januar erhalten Alleinstehende und Alleinerziehende pro Monat 424 Euro Arbeitslosengeld II statt bislang 416 Euro. Paare bzw. Bedarfsgemeinschaften bekommen pro Person 7 Euro mehr, genauso wie nicht erwerbstätige Erwachsene unter 25 Jahren, die noch bei den Eltern wohnen. Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren bekommen 6 Euro mehr. Bei Kindern bis 5 Jahren erhöht sich der Betrag um 5 Euro.

Modernisierungskosten
Wenn ein Vermieter die Wohnung modernisiert, darf er nur noch maximal 8 Prozent, statt wie bisher 11 Prozent, der Modernisierungskosten auf die Mieter umlegen. Zudem darf die  Miete in den ersten sechs Jahren nach der Modernisierung höchstens um 3 Euro pro qm steigen, bei Wohnungen mit einem qm-Preis unter 7 Euro sogar nur um 2 Euro pro qm.

Neue Geldscheine
Ab dem 28. Mai kommen neue 100- und 200-Euro-Scheine in Umlauf, die fälschungssicherer sind.

Aus für TAN-Verfahren
Ab 14. September dürfen Banken beim Onlinebanking nicht mehr das iTAN-Verfahren anbieten, weil es als zu unsicher gilt, d.h. es wird keine auf Papier verschickten TAN-Listen mehr geben. An deren Stelle treten moderne Authentifizierungsverfahren wie zum Beispiel TAN-Generator, Foto-TAN oder mobile TAN.

Beitrag von Gela Braun