Service - Strom- und Gasanbieter wechseln – so geht's!

Den Strom- oder Gasanbieter zu wechseln ist mit entsprechenden Vergleichsportalen kein Problem. Dennoch sind die meisten Kunden wechselfaul. Wir verraten wann und wie man am bestet wechseln sollte, welche Vertragsfallen man vermeidet sollte - und wie man am Ende richtig spart.

Haare föhnen, Staubsaugen, kochen: Das alles wird für Millionen Haushalte in Deutschland in diesem Jahr teurer. Denn viele  Energieversorger haben ihre Preise erhöht. So steigt der Strompreis im Schnitt um fünf Prozent, der von Gas um über acht Prozent. Doch Verbraucher müssen das nicht hinnehmen. Mit einem Wechsel zu einem günstigeren Anbieter kann man ordentlich sparen.

Zweihundert Euro pro Jahr und mehr sind keine Seltenheit. Insbesondere Verbrauchern, die noch in einem teuren Grundversorgungstarif sind, empfiehlt die Verbraucherzentrale, über einen Wechsel des Anbieters nachzudenken. Denn hier sind die Sparpotentiale am höchsten. Man kann sich auf Strompreisrechnern oder Preisvergleichsportalen wie z.B. verivox oder check 24 den günstigsten Tarif heraussuchen. Dazu muss man nur seinen Jahresverbrauch wissen. Der steht auf der letzten Abrechnung.

Hat man sich für einen Anbieter entschieden, füllt man dessen Stromvertrag aus. Das geht online. Die Kündigung des bisherigen Stromvertrags läuft wie von selbst. Denn alles Weitere übernimmt der neue Anbieter. Er lässt sich eine Vollmacht geben und kündigt den Vertrag mit dem bisherigen Lieferanten. Anschließend erhält man von seinem alten Versorger eine Kündigungsbestätigung und eine Abschlussrechnung. Der neue Lieferant meldet einen beim Netzbetreiber um.
Die Sorge, plötzlich im Dunklen oder Kalten zu sitzen, ist unberechtigt. Das kann nicht passieren. Denn selbst wenn beim Wechselauftrag irgendetwas schief laufen sollte, fließt stets Strom aus den Steckdosen. Der örtliche Grundversorger ist gesetzlich verpflichtet, Sie immer mit Strom zu versorgen, selbst wenn Sie dort gar nicht (mehr) Kunde sind.

Kündigungsfristen
Beim örtlichen Grundversorger beträgt die Kündigungsfrist sowieso nur 2 Wochen. Für alle anderen gilt: Wird der Gas- oder Strompreis außerordentlich erhöht, hat man als Kunde immer ein Sonderkündigungsrecht. Versorger müssen ihre Kunden spätestens sechs Wochen vor der geplanten Änderung informieren und aufs Sonderkündigungsrecht hinweisen. Bis die Preiserhöhung in Kraft tritt, können Verbraucher kündigen und sich einen günstigeren Anbieter suchen.

Aufs Kleingedruckte achten
Der Preis ist das eine, aber man sollte auch noch auf andere Details achten. So warnt die Verbraucherzentrale vor Tarifen mit Vorkasse (denn bei einer Insolvenz des Unternehmens ist das Geld meistens weg). Auch von Paketpreisen raten Verbraucherschützer ab. Die Kündigungsfrist sollte maximal 1 Monat betragen und die Laufzeit maximal 1 Jahr, damit man als Kunde flexibel auf Preisentwicklungen am Markt reagieren kann.

Dass Verbraucher vorsichtig bei der Auswahl ihres Energieversorgers sein sollten und sich nicht von Schnäppchenangeboten ködern lassen sollten, zeigt die Pleite des Energieversorgers BEV, zu dessen Kunden auch Berliner und Brandenburger gehören. Vor zwei Wochen meldete das Münchner Unternehmen Insolvenz an.  Schon seit Längerem hatte es immer wieder Beschwerden gegeben. Bundesweit warteten Kunden teils wochenlang auf ihre Guthaben. Experten schätzen, dass die Pleite des Stromdiscounters nicht die letzte gewesen sein wird im heiß umkämpften deutschen Energiemarkt.
Doch natürlich arbeiten nicht alle günstigen Energieversorger mit fragwürdigen Geschäftsmethoden. Hinter einigen stehen auch große Mutterkonzerne wie RWE  oder Eon. Undurchsichtiger wird es bei Discountanbietern, die noch nicht lange am Markt sind und ihre eigenen Preise immer wieder unterbieten. Ein Hinweis kann die Zahl der Beschwerden auf Beschwerdeportalen oder bei den Verbraucherzentralen sein.

Wird ein Unternehmen insolvent oder kann aus anderen Gründen keinen Strom oder Gas mehr liefern, springt der örtliche Grundversorger ein. Diese so genannte „Ersatzversorgung“ ist meist recht teuer. Sie erfolgt zu sog. Allgemeinen Preisen und dauert maximal drei Monate. In dieser Zeit können Verbraucher einen neuen Vertrag mit einem anderen Anbieter ihrer Wahl abschließen.

Beitrag von Sina Krambeck