Antrag auf Privat-Haftpflichtversicherung (Quelle: imago images/suedraumfoto)
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Service - Private Haftpflichtversicherungen im Test

Die private Haftpflichtversicherung ist eine Versicherung, die jeder haben sollte. Dabei gilt: Jede Haftpflichtverbesserung ist besser als keine. Aber: Viele Menschen, die eine seit Jahren laufende Versicherung haben, wären vermutlich mit einem Neuvertrag besser und günstiger bedient. Die Stiftung Warentest hat über 300 Tarife unter die Lupe genommen und rät: Keine Angst vor dem Wechsel!

Einmal kurz nicht aufgepasst und schon ist es passiert. Kleine Fehler können fatale Folgen haben. Im schlimmsten Fall kommt es zu ernsthaften Verletzungen mit bleibenden Schäden. Der Verantwortliche haftet in so einem Fall mit seinem gesamten Vermögen. Vor dem finanziellen Ruin schützen private Haftpflichtversicherungen. Finanztest hat aktuell 303 Tarife getestet.

Vergleichen lohnt sich

Die Stiftung Warentest empfiehlt jedem, eine private Haftpflichtversicherung abzuschließen. Menschen mit geringem Einkommen können zwar nicht zu einer Zahlung gezwungen werden, aber wenn diese Personen einen Unfall verursachen und keine Versicherung haben, geht das Opfer leer aus.

Sehr gute Tarife gibt es schon ab 65 Euro im Jahr. Vergleichen lohnt sich, denn manche Versicherer verlangen auch knapp 300 Euro. Die Stiftung Warentest überprüft regelmäßig Haftpflichtversicherungstarife und stellt fest: Die Policen werden immer besser. Die Versicherungssummen sind oft gestiegen und es gibt mehr Deckungserweiterungen.

Was sollte ein sehr guter Tarif absichern?

Bei allen sehr guten Tarifen beträgt die Deckungssumme mindestens 10 Millionen Euro. Was abgesichert sein sollte, ist individuell verschieden, je nachdem welche Hobbys man hat und in welcher Lebenssituation man ist. Der Schutz sollte z. B. auch im Ausland gelten, außerdem für Schäden an gemieteten Immobilien oder Schäden bei ehrenamtlicher Tätigkeit.

Testergebnisse

Von den 303 getesteten Tarifen sind 202 "sehr gut" und "gut". 57 mal gab es das Urteil "befriedigend", 35 mal "ausreichend". Neun Tarife sind "mangelhaft".

Zu den günstigsten "sehr guten" Angeboten unter 70 Euro gehören die Tarife von WGV, Huk24, Axa, Schwarzwälder und Huk Coburg Allgemeine.

Vergleichsrechner

Wenn man nicht selbst ewig im Tarifdschungel herumsuchen möchte: Auf der Homepage der Stiftung Warentest gibt es einen kostenpflichtigen Vergleichsrechner, der persönlich zugeschnittene Angebote herausfindet. Der Service kostet 5 Euro.

Wer seinen Vertrag schon vor über fünf Jahren abgeschlossen hat, sollte prüfen, ob es mittlerweile einen besseren, günstigeren gibt. Und: Wenn die persönliche Lebenssituation sich ändert, z. B. wer mit neuem Partner zusammenzieht, heiratet, oft auf den Nachbarshund oder die Enkel aufpasst, sollte gucken, ob seine Privathaftpflicht Schutz für die neuen Haftungsrisiken bietet.

Spezialangebote

Spezialangebote für Senioren oder Singles lohnen sich meist nicht. Erstaunlicherweise sind oft diese Tarife teurer als sehr gute günstige Familientarife. Deshalb lohnt es sich, immer zu gucken, was ein Familientarif mit dem passenden Schutz für Sie kosten würde.

Ansprüche untereinander

Die Stiftung Warentest empfiehlt, beim Abschluss einer Haftpflichtversicherung darauf zu achten, dass auch Haftpflichtansprüche untereinander versichert sind. Denn normalerweise zahlen Versicherer nicht, wenn sich der Partner oder die Kinder verletzen, weil z. B. eine von Ihnen vergessene Kerze einen Brand auslöst. Es fehlt dann das Geld, um Folgen jenseits der von der Krankenversicherung gedeckten Behandlungskosten auszugleichen. 

Beitrag von Sina Krambeck