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Wer online einkauft, wundert sich zuweilen darüber, wie schnell sich die Preise ändern. Das gleiche Produkt wird am einen Tag viel teurer, am nächsten wesentlich günstiger angezeigt. Dieses Wirrwar beobachten die Verbraucherzentralen schon länger kritisch.  

Nun haben die „Marktwächter digitale Welt“ in einer Studie bei 16 deutschen online-Händlern untersucht, in wieweit die genutzten Endgeräte und der Standort einen Einfluss auf die Preisgestaltung haben.

Anstoß für die Studie waren zunehmende Beschwerden und Beobachtung von Verbrauchern, die berichten, dass z.B. auf amazon.de die Preise stiegen, nachdem Produkte in den Warenkorb gelegt wurden. Auch die Nichtausweisung von Versandkosten stellte hier ein Ärgernis dar, da der Gesamtpreis nicht transparent angegeben wurde.

Die Marktwächter haben sich verschiedene Branchen angesehen, wie Online-Apotheken, Elektronikhändler, Modehändler und auch Händler aus dem Bereich Luxus und Schmuck, sowie bei amazon mehr als 2.000 Marktplatzhändler.

Heraus kam, dass die Online-Händler sehr verschieden agieren, änderte z.B. die Shop-Apotheke die Preise der untersuchten Artikel im Beobachtungsmonat gar nicht, so schwankten beim Konkurrenten Sanicare fast 90% der Artikelpreise.

Eine hohe Dynamik ließ sich auch bei den Elektronikhändlern finden und bei Amazon selbstverständlich auch.

Preise abhängig vom Standort

Berlin, München oder Marburg. Der Ort, von dem aus gesucht wird, hat einen erheblichen Einfluss auf den Preis. Der Online-Baumarkt von obi zum Beispiel hat bei mehr als der Hälfte der beobachteten Produkte unterschiedliche Preise für Kunden aus verschiedenen Städten. Und das zum selben Zeitpunkt. Im Extremfall gab es einen Rabatt von 38 %. Ein klares Muster lässt sich jedoch nicht erkennen. Mal profitieren die Berliner, mal die Marburger und dann wieder die Münchner beim online-Kauf.

Ein ähnliches Ergebnis wurde bei Autoteile-Händler ATU festgestellt, überwiegend bei Reifen. Bei einem Continental Sommerreifen bekamen Kunden aus München den Reifen für 102 Euro, Kunden aus Berlin zahlten hingegen 132,99 am selben Tag.

Auf den Zeitpunkt kommt es an

Wer Glück hat, kann sparen. Wer Pech hat, zahlt drauf. Zum Beispiel bei Zalando. Ein bunt zusammengestellter Einkauf. Und entsprechend bunt ist auch die Preisgestaltung. An drei verschiedenen Tagen, kosten die gleichen Produkte unterschiedlich viel. Da kann der identische Warenkorb innerhalb von vier Wochen von 312 über 274 bis 304 Euro kosten. Eine satte Differenz also.

In Zeiten wie jetzt, also vor Weihnachten gibt es besonders häufige Preisschwankungen, denn hier wirkt einfach der Mechanismus Angebot und Nachfrage. Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat in den vier Wochen vor dem ersten Dezember aktuell die Preisentwicklung der Adventskalender beobachtet. Es zeigte sich ein großes Hin- und Her der Preise, dieTendenz war jedoch in den meisten Fällen klar steigend.

Mediamarkt ist auch einer der Kandidaten für fliegende Preise. Bei einem Smartphone wurde eine Preisdifferenz von 220,00 Euro festgestellt, die man wahlweise sparen oder mehr zahlen konnte. Wichtig zu wissen ist hier, dass die Preise sowohl runter als auch rauf gehen. Kostete es am 18. Februar 580,00 Euro, so stieg der Preis am 19. Februar wieder auf 770,00 Euro. Immerhin ein Differenz von 190 Euro.

Aber nicht nur der Tag, sondern auch die Uhrzeit ist ausschlaggebend. Bei den Adventskalendern gingen die Preise zwischen 08.00 und 18.00 Uhr runter, am Abend, wenn man dann Zeit zum Shoppen hat, allerdings wieder hoch.

Die Preisänderungen betreffen allerdings immer nur ausgewählte Artikel, bei weitem nicht alle. Doch bei gut einem Drittel der Produkte ist das der Fall.

Bei welcher Strategie fährt der Verbraucher am besten?

Es gilt die Regel: Am besten keine Spotankäufe, lieber Preise über einen Zeitraum hinweg beobachten.

Auch Preisvergleichsportale bieten schon Preisbeobachtungen über einen Zeitraum, die Funktion des Preisweckers kann man auch nutzen. Nicht auf sogenannte Super-Angebote reinfallen, die Preise gehen ja wie gezeigt immer rauf und runter.

Aber auch der Weg in den stationären Handel kann lohnen, vor allem vor Weihnachten, hier schwanken die Preise nachweißlich seltener.

Nach Weihnachten ist vor Weihnachten, so extrem muss es nicht sein, aber es empfiehlt sich, Geschenke frühzeitig zu kufen.

Beitrag von Katja Charlé