Frau beim Onlineshopping
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Zoll und Gebühren - Wann das Online-Shopping teuer werden kann

Jetzt vor Weihnachten boomt das Onlinegeschäft. Viele Schnäppchen locken dabei auch im nichteuropäischen Ausland, etwa in China oder den USA. Doch was auf den ersten Blick günstig aussieht, kann sich am Ende als teuer erweisen.
Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur Finanztip gibt kostbaren Rat in Studio.

Vermeintliche Schnäpp­chen können am Ende weitaus mehr kosten

Ob aus den USA oder China – bei vielen Online-Bestellungen aus außereuropäischen Ländern fallen Extra-Kosten an: Zoll, Steuern sowie Servicegebühren für den Paket­dienst. 

Einfuhrumsatzsteuer

Bei Einkäufen ab einem Rechnungswert von 22 Euro wird eine Einfuhrumsatzsteuer fällig, meist 19 %, bei Büchern oder Lebensmitteln beispielsweise nur 7 %. Aber: Erst wenn die Steuer mindestens 5 Euro beträgt, wird sie überhaupt berechnet.

Zollgebühren

Bei Einkäufen ab einem Rechnungswert (Warenpreis plus Versandkosten) von mehr als 150 Euro fallen zusätzlich Zollgebühren an. Deren Höhe ist abhängig von der Warenart.

Einige Beispiele:

Textilien: 12 %
Lederschuhe: 8 %
andere Schuhe: 17 %
Schmuck: 2,5-4 %
E-Bikes: 6 %
CDs und DVDs: 3,5 %
analoge Fotoapparate: 4,2 %
Bücher, Handys, Smartphones, Notebooks, Tablets, Spielekonsolen, digitale Fotoapparate: 0 %

Eine genaue Gebührenübersicht findet man auf der Internetseite des Zolls www.zoll.de

Verbrauchssteuern

Auf bestimmte Waren fallen noch Verbrauchssteuern an, z.B. auf Tabak, Alkohol oder Kaffee. Ausnahme: Wein ist von der Steuer befreit.

Zusatzkosten für den Paketdienst

Wenn der Paketdienst die Zollanmeldung durchführt kostet dieser Service extra. Die Deutsche Post DHL nimmt 6 Euro für die Zollanmeldung. Andere verlangen wesentlich mehr, vor allem Expressdienste. DHL Express berechnet 2 Prozent des Warenwerts – mindestens aber 12,50 Euro plus Mehr­wert­steuer.

Retourensendung einer Lieferung

Im Fall einer Retourensendung muss man schriftlich die Erstattung der Einfuhrabgaben beantragen. Der Antrag muss innerhalb von 90 Tagen beim Hauptzollamt eingereicht und der Rückversand durch den Einlieferungsschein bei der Post bzw. einen ähnlichen Beleg eines Kurierdienstes nachgewiesen werden. Dann erhält man Einfuhrumsatzsteuer und Zollabgaben zurück.

Das Porto für die Rücksendung zahlt in der Regel der Kunde; dies kann recht teuer sein.

Ein 14tägiges Rückgaberecht, wie es in der EU bei Onlinebestellungen gilt, das sogenannte Widerrufsrecht, gibt es bei Bestellungen in einem Nicht-EU-Land  nicht zwingend. Ebenso wenig die zweijährige Gewährleistungsfrist. Man sollte vor der Bestellung unbedingt auf der Internetseite nachschauen, welches Recht gilt.

Zollrechner zur Kalkulation der Zusatzkosten

App "Zoll und Post" vom Deutschen Zoll für Android und Apple-Geräte
www.import-shopping.de www.paketda.de

Beitrag von Gela Braun