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Service - Geld vom Pfandleiher: Wie funktioniert das?

In Zeit knapper Haushaltskassen denkt der eine oder die andere darüber nach, wie man zu ein bisschen mehr Geld zur Überbrückung kommt. Für viele könnte das Pfandleihhaus eine gute Alternative sein. Allerdings kennt kaum jemand die genauen Regeln und die Kosten. zibb klärt auf und gibt praktische Tipps.

Am Ende eines Monats wird es für manche Menschen schon mal finanziell eng. Um diese Lücke im Portemonnaie zu überbrücken, bringen viele Menschen das Erbstück von der Oma oder ihr neues Handy zu einem Pfandleihhaus. Allein in Berlin und Brandenburg gibt es über dreißig Pfandleiher.

Den meisten Kunden geht es nicht um große Summen, sondern nur darum, ein paar Tage bis zum nächsten Gehaltseingang zu überbrücken. Die Kunden schätzen am Pfandleihhaus, dass sie schnell und unbürokratisch Bargeld erhalten. Sie brauchen dafür weder eine Schufa-Auskunft noch findet eine Bonitätsprüfung statt. Als Pfand hinterlegen die meisten Schmuck oder Uhren, aber auch andere Gegenstände wie zum Beispiel Fotoapparate, Elektrogeräte, Handys, Musikinstrumente oder Antiquitäten nehmen Pfandleihhäuser an. Es gibt sogar Auto-Pfandleihhäuser, bei denen Kunden ihre Autos und Motorräder hinterlegen können.

Der Pfandleiher taxiert den Wert des Pfandes und orientiert sich dabei bei Schmuck am aktuellen Gold-und Silberpreis. Etwa 50 – 80 % des Wertes kann er dem Kunden als Darlehen geben. Der Kunde muss dafür am Ende der Laufzeit Zinsen und Gebühren zahlen. Der Pfandkreditvertrag ist drei Monate gültig plus einen Karenzmonat. Nach spätestens vier Monaten muss der Vertrag also verlängert oder das Pfand ausgelöst werden.

Das eigentliche Geschäft machen die Pfandhäuser mit den Gebühren und Zinsen. Deren Höhe ist in der Pfandleiherverordnung von 1961 weitgehend festgeschrieben. Die Zinsen für das Darlehen dürfen demnach 1 Prozent nicht übersteigen. Hinzu kommen Gebühren, die bis zu einem Darlehensbetrag von 300 Euro ebenfalls festgeschrieben sind: Bei einem Darlehen von 30 Euro fallen pro Monat 2 Euro Gebühren an, bei einem Darlehen von 100 Euro sind es 3,50 Euro, bei 300 Euro 6,50 Euro. Alles was darüber hinaus geht, ist verhandelbar.

Was passiert, wenn der Pfandgegenstand nicht verlängert oder eingelöst wird?
Das Pfand wird zur öffentlichen Versteigerung freigegeben. Dies geschieht frühestens 4 Monate und spätestens 10 Monate nach dem Versatz. Ist bei einer Versteigerung ein Mehrerlös erzielt worden, d.h. ein höherer Betrag als das Darlehen, die Zinsen und Gebühren bis zum Versteigerungstag plus die Versteigerungskosten, so steht dieser Überschuss dem ursprünglichen Besitzer zu, nicht dem Pfandhaus. Holt der Besitzer sein Geld nicht innerhalb von drei Jahren ab, muss das Pfandhaus das Geld dem Staat geben.

Fazit:
Eine Pfandleihe ist zur Überbrückung von kurzfristigen finanziellen Engpässen gedacht.

Wer das meiste für sich rausholen möchte, sollte die Angebote von mehreren Pfandleihern vergleichen, denn die Einschätzung des Pfandes ist subjektiv. Die Höhe der Auszahlung kann also sehr unterschiedlich sein.

Seriöse Pfandleiher sind Mitglied im Zentralverband des Pfandkreditgewerbes und an dessen Siegel zu erkennen.

Zinsen und Gebühren können teuer werden, besonders, wenn ein Pfandkredit mehrfach verlängert wird. Deshalb raten Verbraucherschützer, den Gegenstand so schnell wie möglich wieder auszulösen. Achtung: Notieren Sie sich den Auslösetermin! Denn die Pfandleiher müssen ihre Kunden nicht daran erinnern.

Beitrag von Sina Krambeck