Zwei Männer streiten sich (Quelle: Colourbox)
colourbox
Bild: colourbox

Welche ist die Beste? - Rechtsschutzversicherungen im Test

Ob Ärger mit dem Handwerker, Streit mit dem Reiseveranstalter oder Hilfe beim Anspruch auf Schadenersatz - bei juristischen Auseinandersetzungen versprechen Rechtsschutzversicherer Hilfe. Doch welche Angebote sind gut, welche weniger? Finanztest hat Antworten.

Bei juristischen Auseinandersetzungen versprechen Rechtsschutzversicherer Hilfe. Eine Untersuchung von Finanztest zeigt: Viele Tarife sind gut, aber es gibt große Preisunterschiede.

Ob Ärger mit dem Handwerker, Streit mit dem Reiseveranstalter oder Hilfe beim Anspruch auf Schadenersatz - um auf Augenhöhe streiten zu können, bieten Rechtsschutzversicherer Unterstützung an.

Viele Tarife sind gut

Die Finanztest-Untersuchung zeigt: 21 von 53 Tarifen sind gut. Die besten Rechtsschutzpakete für Privat, Beruf und Verkehr sind die Tarife PBV Best der Allianz, PBV Comfort der Condor und PBV Comfort der R+V Versicherung. Sie kosten zwischen 360 und 580 Euro pro Jahr. Am günstigsten ist der ebenfalls mit “gut” bewertete Tarif PBV Optimal der WGV für 257 Euro pro Jahr. Alle Tarife gelten auch für Kinder und Partner. Singles und Rentner zahlen oft etwas weniger.

Rechtsschutzversicherung übernimmt Anwaltskosten

Wird im Streitfall ein Anwalt engagiert, übernimmt die Rechtsschutzversicherung die Honorarkosten - allerdings nur in der Höhe, die dem Anwalt nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz zusteht. Nimmt der Anwalt ein höheres Honorar, muss der Kunde einen Teil der Kosten selber tragen.

Auf das Kleingedruckte achten

Manche Versicherer arbeiten mit Ausschlussklauseln, die sie im Rechtsstreit nicht verpflichten zu zahlen. Ein Beispiel ist die “Vorerstreckungsklausel”. Damit haben Versicherer in der Vergangenheit den Rechtsschutz verweigert, wenn eine Handlung, die den Rechtsärger auslöst, zeitlich vor dem Abschluss der Versicherung lag. Konkret: Ein Kunde möchte bei der Bank seine Vertragserklärung zu einem Darlehen widerrufen und bittet die versicherung um Kostenübernahme. Diese lehnt jedoch ab, weil der Abschluss des Darlehens vor Abschluss der Rechtsschutzversicherung erfolgte.

Eine andere Klausel, der “verstoßunabhängige Rechtsschutzfall”, erlaubt es dem Versicherer, sogar falsche Behauptungen des Streitgegners zu berücksichtigen und auf deren Grundlage den Kostenschutz abzulehnen.

Auf Mitglied bei Schlichtungsstelle setzen

Nicht selten kommt es zwischen Kunde und Versicherung zu Streitigkeiten, wenn etwa der Versicherer Kosten nicht übernehmen will. Finanztest empfiehlt, bei der Versicherung darauf zu achten, dass sie Mitglied der privaten Schlichtungsstelle “Versicherungsombudsmann” ist. Hier kann der Kunde im Streitfall eine kostenlose Schlichtung beantragen, die oftmals zur außergerichtlichen Einigung führt.

Sparen mit Selbstbeteiligung

Beim Jahresbeitrag sparen kann, wer bei der Rechtsschutzversicherung eine Selbstbeteiligung von 150 Euro auswählt. Zwar muss der Kunde diese Summe im Ernstfall selbst bezahlen, spart aber dafür beim Jahresbeitrag. Wer auf eine Selbstbeteiligung verzichtet, zahlt dafür beim Jahresbeitrag oft mehr als 100 Euro drauf. Eine höhere Selbstbeteiligung mindert den Betrag hingegen kaum.

Versicherungsschutz auswählen

Nicht jeder braucht eine Police für alles - sparen lässt sich auch mit der richtigen Auswahl des Versicherungsschutzes. Wer Mitglied in einem Mieterverein ist, braucht keinen Rechtsschutz für Mieter. Angehörige einer Gewerkschaft können meist auf zusätzlichen Arbeitsrechtsschutz verzichten. Das verringert den Jahresbeitrag.

Beitrag von Alena Hecker