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Service - Rente unter Palmen

Deutsche Rentner zieht es immer öfter in die Ferne. Rund  240.000 Deutsche verbringen  ihren Ruhestand  im Ausland. Vor zehn Jahren waren es noch 190.000 Auswanderer.  Am häufigsten leben sie in der Schweiz, in Österreich, den USA und Spanien. 

Die einen suchen mehr Lebensqualität, die anderen suchen Länder in denen sie besser als Deutschland von ihrer oft niedrigen Rente leben können: In südosteuropäischen Ländern wie  Ungarn, Rumänien, Bulgarien oder Kroatien hat sich die Zahl der Einwanderer im Rentenalter in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Dort sind die Lebenshaltungskosten niedriger.

Wer auswandern möchte, kann sich vorher bei der Rentenversicherung beraten lassen. Grundsätzlich wird die Rente in voller Höhe in alle Länder der EU und des EWR überwiesen, also auch nach Island, Liechtenstein, Norwegen und in die Schweiz. Wahlweise auf ein Deutsches Konto oder ein Konto im Ausland. In diesem Fall bezahlt die Rentenversicherung auch die Überweisungsgebühr ins Ausland. Auch wer nach Thailand, Indonesien oder Kanada auswandern möchte bekommt dort die volle Rente – gezahlt wird in jedes Land der Welt. Ausgenommen sind Frührentner, die dem Teilzeitarbeitsmarkt noch zur Verfügung stehen müssen.

Die Riester-Rente wird in der EU und im EWR in voller Höhe ausgezahlt, in Ländern wie der Türkei oder den USA müssen staatliche Zulagen zurückgezahlt werden.

Wer seinen Lebensabend im Ausland verbringen möchte, muss die neue Auslandsadresse und eine Bankverbindung angeben. Bei der Rentenversicherung oder dem Rentenservice der Deutschen Post AG. Jährlich muss außerdem eine sogenannte Lebensbescheinigung ausgefüllt und amtlich beim Konsulat des jeweiligen Landes bestätigt werden. Einige Länder wie etwa Finnland, Spanien, Italien oder Israel sind davon ausgenommen, dort wird der Tod eines Rentenempfängers  automatisch in Deutschland gemeldet.

Rentner im Ausland sind über ihre deutsche Krankenkasse krankenversichert, müssen aber gegebenenfalls Einschränkungen bei der medizinischen Versorgung in der Wahlheimat hinnehmen. Sie können sich weiterhin in Deutschland behandeln lassen.

Und wie wird die Rente im Ausland besteuert? Wer beispielsweise in die Schweiz, USA oder Frankreich auswandert, muss seine Rentenbezüge auch nur dort versteuern, der deutsche Fiskus verzichtet. Für Rentner, die nach Spanien oder Österreich gehen, ist es umgekehrt. Sie zahlen nur in Deutschland Steuern, aber dafür nicht mehr in ihrer neuen Wahlheimat. Zuständig ist das Finanzamt Neubrandenburg.

Beitrag von Dagmar Kniffki