Symbolbild Vorstellungsgespräch (Colourbox)
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Service - Tipps für das Vorstellungsgespräch

Wer nach der schriftlichen Bewerbung vom Arbeitgeber eingeladen wurde, dem steht die nächste Hürde bevor. Mit Sympathie und Kompetenz punkten – doch wie geht das ? Wer die Spielregeln des Vorstellungsgesprächs kennt, hat die besten Chancen. Bewerbungspapst Jürgen Hesse verrät seine besten Tricks.

Sympathie, Vertrauen und Zutrauen – dieser Dreiklang ist laut Jürgen Hesse das Geheimnis eines erfolgreichen Bewerbungsprozesses. Passt der Bewerber ins Team und zum Unternehmen? Stimmt die Chemie? Und traut man dem Bewerber die Aufgabe zu? Dazu sollte man sich erstmal klar machen, warum es überhaupt ein Vorstellungsgespräch gibt und wozu es dient, nämlich:

1. Sie als Mensch kennenzulernen, Sie einschätzen zu können,
2. Ihr Motiv zu erfahren, also warum Sie sich beworben haben,
3. den eigenen Nutzen (Motiv, warum man Sie auswählen sollte) zu erkennen.

Sich der eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten, Talente und Erfolge bewusst zu werden, stärkt dabei das eigene Selbstbewusstsein. Jürgen Hesse empfiehlt, sich ein „Erfolgsregister“ bisheriger beruflicher Leistungen und Erfolge zusammenzustellen. Wichtig dabei ist, was den Bewerber bei welcher Aufgabenbewältigung und Problemlösung besonders gereizt hat. Diese Motivations-Faktoren gehören in den Fokus beruflicher Überlegungen – und stärken die eigene Position im Bewerbungsprozess.

Gute Vorbereitung entscheidend

Wie auch bei der Bewerbungsmappe ist für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch die Vorbereitung das A und O. Dazu sollten Bewerber folgende Punkte beherzigen:

1. Ihre eigene Ausgangsposition sowie die ihres Gegenübers erkennen,
2. gründliche Informationsrecherche zu Aufgabe, Position, Branche und Arbeitgeber betreiben,
3. Kenntnis der typischen Fragen im Vorstellungsgespräch erlangen und verstehen, was dahinter steht,
4. wichtigste Grundlagen der Gesprächsführung erarbeiten – d.h. Frage- und Antworttechniken, Körpersprache und Ausdruckspsychologie,
5. den organisatorischen Teil wie Anreise und Kleidung vorbereiten.

Für typische Fragen gewappnet sein

Die Fragen, die im Vorstellungsgespräch gestellt werden, sind nach der Erfahrung von Jürgen Hesse meist dieselben. Dabei sollte man sich immer ins Gedächtnis rufen: Dem Unternehmen geht es darum, den Bewerber kennen zu lernen. Alle Fragen zielen genau darauf ab.

1. Warum sind Sie der Richtige für uns? Oder auch: Was können Sie uns bieten? Was zeichnet Sie
aus? Was unterscheidet Sie positiv von anderen Bewerbern und Bewerberinnen?
2. Welche negativen Seiten bringen Sie mit? Oder auch: Welche Schwächen haben Sie? Welche Fehler haben Sie gemacht? Welche Probleme hatten Sie in früheren Positionen?

Für Bewerber gilt vor allem, kurz und knackig auf den Punkt bringen zu können, was sie ausmacht und was sie bieten. Deshalb sollten sie fähig sein, ihren Werdegang in einer Minute zu erzählen und wiederum eine Minute lang darüber zu sprechen, was sie zuletzt gearbeitet haben, was dort viel und weniger Spaß gemacht hat, welche Erfolge, aber auch welche Misserfolge es gab.

Nachbereitung ist Pflicht

Nach dem Vorstellungsgespräch ist vor dem Vorstellungsgespräch. Deshalb ist es wichtig, sich nochmals Gedanken zu machen, wie es gelaufen ist und was sich beim nächsten Mal verbessern lässt. Je nach Absprache, sollten Sie nach einigen Tagen, spätestens aber nach einer Woche freundlich nachfragen, wie es um den Auswahlprozess steht. Sie können auch einen Nachfassbrief oder eine Mail schreiben.

Beitrag von Christine Knospe