Service - Tipps für erfolgreiche Gehaltsverhandlungen

 „Chef, ich will mehr Geld“, dieser Satz kommt vielen Angestellten  wohl nicht so leicht über die Lippen. Dabei haben sich für das neue Jahr bestimmt einige vorgenommen, mehr Gehalt zu fordern. Doch wie stellt man’s richtig an? Wie die Gehaltsverhandlung zum Erfolg wird, das verraten wir heute im Service.

Eine gründliche Vorbereitung auf das Gespräch ist Pflicht. Man sollte sich im Vorfeld deutlich machen, was man für das Unternehmen in letzter Zeit geleistet hat, wo man dem Unternehmen Geld gespart hat und welche neuen Verantwortlichkeiten man übernommen hat. Mehr Leistung sollte auch mit mehr Entgelt vergütet werden. Auch ist es sinnvoll, sich über die Zahlen des Unternehmens zu informieren. Ist die Rendite in letzter Zeit gestiegen oder nicht? Und: Welcher Gehaltsrahmen ist eigentlich in meiner Branche und Position und mit meiner Berufserfahrung üblich? Informationen darüber findet man in Internetforen, Karriereseiten oder zum Beispiel bei der IHK.  Seit dem 6. Januar 2018 ist zudem ein neues Gesetz in Kraft, dass es Angestellten in Betrieben mit mehr als 200 Mitarbeitern erlaubt, das Durchschnittsgehalt einer Gruppe von vergleichbaren Kollegen zu erfragen. Mit diesem Wissen ausgestattet, fällt es leichter, mehr Gehalt zu fordern, da man sich sicher sein kann, dass die eigene Forderung nicht völlig überzogen ist. Übrigens sollte man während der Verhandlung das Wort „Gehaltserhöhung“ möglichst vermeiden. Besser ist es, stattdessen den Begriff „Gehaltsanpassung“ zu verwenden.  Dies signalisiert, dass das Gehalt den Mehr-Leistungen, die man dem Unternehmen bietet, angepasst wird und die Forderung nicht aus der Luft gegriffen ist. Karriere-Coaches empfehlen Neueinsteigern, ein Jahr zu warten, ehe man das Thema Gehalt anspricht. In großen Unternehmen ist es in der Regel sowieso üblich, einmal im Jahr ein Mitarbeiter-Gespräch zu führen, bei denen auch das Thema Gehalt auf der Agenda steht.

Frauen oft zu bescheiden

Über ihr Gehalt zu verhandeln, fällt Frauen häufig schwerer als Männern. Frauen nehmen eher das an, was ihnen angeboten wird. Sie sind zurückhaltender, oft zur Bescheidenheit erzogen. Männer sehen Gehaltsverhandlungen dagegen eher als Spiel an, sie gehen lockerer damit um und nehmen auch eine Ablehnung nicht so persönlich, beobachten Coaches. Oft helfe es, sich im Vorfeld zu sagen: „Ich zeige meinem Chef jetzt mal, dass ich richtig hartnäckig verhandeln kann.“ Denn das ist letztlich ja eine oft gewünschte Fähigkeit.

Auf „Killersätze“ souverän reagieren

Es gibt richtige „Killersätze“, mit denen der Chef jede Frage nach mehr Lohn abzubügeln versucht. Zum Beispiel der Klassiker: „Dem Unternehmen geht es momentan nicht gut“. Hier hilft es, wenn man sich vorab mit den Unternehmenszahlen vertraut gemacht hat. Dann kann man besser einschätzen, ob es wirklich so schlecht um das Unternehmen steht oder nicht. Ein weiteres Argument: Gerade in Krisenzeiten können Firmen nicht auf gute Mitarbeiter verzichten.

Spielt der oder die Vorgesetzte auf Zeit und versucht, den Antragsteller auf unbestimmte Zeit zu vertrösten, sollte man einen festen Termin für ein weiteres Gespräch ausmachen. Zum Beispiel indem man sagt: „Gut, wir konnten uns an dieser Stelle noch nicht einigen. Dann lassen Sie uns später nochmal darüber sprechen. Wann darf ich Sie daran erinnern?“

Beitrag von Sina Krambeck