Sitzende Frau mit Kreditkarte an einem Laptop, Foto: imago
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Service - Kreditkarten im Test

Bargeldlos per Kreditkarte zahlen liegt im Trend. Auch auf Reisen und bei Online-Einkäufen sind sie praktisch und beliebt. Unschlagbarer Vorteil: Bei den meisten Anbietern wird das Geld nur einmal im Monat vom Konto abgebucht, eine Art Kurzkredit also. Und im besten Fall kostet die Kreditkarte keinen Cent.

Aktueller Vergleich von "Finanztest"
Zu Beginn der Urlaubszeit hat die Zeitschrift „Finanztest“ 28 Kreditkarten unter die Lupe genommen; als teuerste entpuppte sich in den Modellrechnungen von „Finanztest“ die Karte von American Express mit einem Jahresgrundpreis von 55 Euro und 86 Euro an Gebühren. Doch auch die als kostenlos angepriesenen Karten entpuppten sich meist nicht ganz als umsonst. Zwar fiel kein Grundpreis an, doch – je nach Nutzung – kommen meist noch Gebühren fürs Geldabheben am Geldautomaten oder Kosten fürs Bezahlen im nichteuropäischen Ausland hinzu.

Mehr Girokarten als Kreditkarten im Umlauf
In Deutschland sind 107 Millionen EC-Karten im Umlauf, d.h. manche Kunden haben sogar mehrere, aber nur 35 Millionen Kreditkarten. Das liegt unter anderem daran, dass man mit der Girocard in Deutschland und Europa all das machen kann, was man mit einer Kreditkarte auch kann, nämlich bezahlen – egal ob im Geschäft, Restaurant oder Internet. Die Händler haben den Einsatz von Kreditkarten ebenso wenig forciert, weil sie für den Kreditkarteneinsatz anfangs wesentlich mehr Gebühren zahlen mussten als beim EC-/Girocardsystem.

Mittlerweile sind die Gebühren geringer geworden; und die Menschen verreisen weltweit. Im außereuropäischen Ausland aber wird die EC- bzw. Girocard häufig nicht akzeptiert, so dass man als Kunde nicht ohne Kreditkarte auskommt.

Was wird beim Kreditkartenantrag geprüft?
Geprüft wird die Bonität, entweder über eine Schufa-Anfrage und über einen Einkommensnachweis. Meist muss man zudem eine Einkommensspanne angeben sowie den Arbeitgeber. Der Antrag kann auch online heruntergeladen und per Postident - oder Videoident-Verfahren gestellt werden.

Visacard oder Mastercard?
Die meisten Banken arbeiten mit den beiden großen Kreditkarten-Anbietern Visa und Mastercard zusammen. Unterschiede hinsichtlich der Akzeptanz bei Händlern gibt es mittlerweile kaum noch. Unter Umständen gibt es regionale Unterschiede; in den gängigen Urlaubsregionen dürfte es jedoch egal sein, ob man eine Visa- oder Mastercard besitzt.

4 verschiedene Arten von Kreditkarten
1. Am verbreitetsten ist die Standard-Kreditkarte, auch Charge-Kreditkarte genannt: Das Geld wird einmal im Monat vom Girokonto abgebucht; Kreditzinsen fallen nicht an.

2. Debit-Kreditkarte: Das Geld wird sofort vom Girokonto abgebucht.

3. Guthaben-Kreditkarte: Sie funktioniert im Prinzip wie ein prepaid-Handy. Die Karte muss erst mit einem Guthaben aufgeladen werden, bevor man damit bezahlen kann. Ist das Guthaben aufgebraucht, kann man nicht mehr damit einkaufen. Guthaben-Kreditkarten eignen sich für Geringverdiener, Freiberufler mit unregelmäßigem Einkommen oder Jugendliche, die keine echte Kreditkarte bekommen. Eine Schufa-Abfrage findet nicht statt.

4. Kreditkarte mit Teilzahlungen: Hier wird nur ein Teilbetrag sofort eingezogen, für den Rest erhält man einen Kredit, allerdings gegen Zinsen; diese fallen bereits am ersten Tag an und können bis zu 20 Prozent betragen. Wenn die Teilzahlungsfunktion nicht deaktiviert werden kann, rät die Zeitschrift "Finanztest" von solchen Kreditkarten ab.

Kosten für die Benutzung von Kreditkarten im Urlaub
Die meisten Kreditkartenanbieternehmen eine Gebühr für die Benutzung des Geldautomaten, in der Regel 2-4 Prozent, mindestens aber 4 -7,50 Euro.
Außerhalb der EU kommt zusätzlich noch eine Gebühr für die Fremdwährungsumrechnung dazu; diese liegt zwischen 1,50 und 2 Prozent.

Diese Umrechnungsgebühr fällt immer an, sobald man in einer anderen Währung als dem Euro bezahlt – auch an der Tankstelle, im Restaurant oder Hotel.

Was tun bei Diebstahl oder anderweitigem Verlust der Karte?
Bei sicherem Diebstahl sollte man die Kreditkarte sofort sperren lassen, bei "vagem" Verlust erst noch einmal in Ruhe alles durchsuchen, bevor man die zentrale Sperrnotrufnummer anruft. Dies ist die 116 116 innerhalb Deutschlands, plus 49, wenn man im Ausland unterwegs ist. Ab dem Zeitpunkt der Kartensperrung haftet man nicht mehr für Schäden.

Was tun bei unberechtigten Abbuchungen?
Unberechtigte Abbuchungen, z.B. für online-Bestellungen, die nicht angekommen sind,
kann man beim Kreditkartenunternehmen reklamieren, wenn sich die Angelegenheit nicht mit dem Händler klären lässt. Dazu muss man lediglich ein online-Formular ausfüllen. Ist der Einwand berechtigt, wird das Geld zurückgebucht.

Gute Kreditkarten im aktuellen Vergleich von "Finanztest" mit Gratisgirokonto
Visacard der Comdirect Bank
Visacard der Consorsbank
Visacard der DKB
Visacard der ING
Mastercard von N26
Mastercard der Norisbank

Beitrag von Gela Braun