Service - Anspruch auf Witwer- bzw. Witwenrente?

Der Tod des Partners ist nicht nur ein Schock, er bedeutet in der Regel auch finanzielle Einschnitte. War das Paar verheiratet oder bestand eine eingetragene Lebenspartnerschaft, dann hat der Hinterbliebene Anspruch auf einen Teil der gesetzlichen Rente des anderen: die Witwen- oder Witwerrente. 

Der Tod des Partners ist nicht nur ein Schock, er bedeutet in der Regel auch finanzielle Einschnitte. War das Paar verheiratet oder bestand eine eingetragene Lebenspartnerschaft, dann hat der Hinterbliebene Anspruch auf einen Teil der gesetzlichen Rente des anderen: die Witwen- oder Witwerrente.

Nach dem Tod des Ehepartners erhält der oder die Hinterbliebene dessen gesetzliche Rente drei Monate lang weiter ausgezahlt, und zwar in voller Höhe. Danach besteht entweder Anspruch auf eine sogenannte kleine oder große Witwen- bzw. Witwerrente. Laut der Deutschen Rentenversicherung erhielten 2016 rund 4,7 Millionen Frauen diese besondere Rente, aber nur rund 650.000 Männer.

Die große Rente beläuft sich auf 55 Prozent der Bezüge des Verstorbenen, die kleine auf 25 Prozent. Die große Witwenrente bekommen nur Hinterbliebene, die älter als 45 Jahre und vier Monate sind oder ein minderjähriges Kind erziehen (Stand: März 2018).
Eigenes Einkommen wird auf die Witwen- oder Witwerrente angerechnet. Es gibt aber Freibeträge.

Stellen Sie umgehend nach dem Tod Ihres Partners einen Antrag auf Witwen- oder Witwerrente. Da die Anträge kompliziert und umfangreich sind, sollten Sie sich Hilfe holen: etwa bei Beratungsstellen der Rentenversicherung an Ihrem Wohnort oder bei ehrenamtlich tätigen Versichertenberatern und Versicherten-ältesten.
Sie können einen Vorschuss auf die Witwenrente beantragen. Dazu füllen Sie in einer Post-Filiale eine sogenannte Änderungsanzeige aus und reichen sie zusammen mit der Sterbeurkunde ein.
Haben Sie zunächst die kleine Witwenrente erhalten, weil Sie noch nicht alt genug waren, brauchen Sie nichts tun, wenn Sie später die Bedingungen für die große Witwenrente erfüllen. Sie erhalten sie dann automatisch.

Die Ehe oder eingetragene Partnerschaft muss mindestens ein Jahr bestanden haben. Diese Regel soll verhindern, dass ein Paar kurz vor dem Tod noch schnell heiratet, um dem anderen die Hinterbliebenenrente zu vermachen. Bei einem plötzlichen und unvorhersehbaren Tod kann allerdings auch bei kürzerer Ehedauer ein Anspruch bestehen. Es handelt sich dabei immer um eine Entscheidung im Einzelfall.

Experte: Hermann-Josef Tenhagen, finanztip


Beitrag von Susanne Kallenbach