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Mehr Geld für Senioren - Mehr Rente: Was muss versteuert werden?

Auch dieses Jahr können sich viele ältere Menschen über eine höhere Rente freuen: Am 1. Juli 2020 steigt sie im Westen um 3,45 Prozent, in Ostdeutschland um 4,2 Prozent. Doch Achtung: Durch diese Erhöhung müssen dann viele Rentner plötzlich Steuern zahlen. Mehr dazu im Service.

Wer erst dieses Jahr in Rente geht, muss bereits 80 Prozent seiner Renteneinkünfte versteuern. Warum das so ist, wie Sie Ihre Steuer erklären und möglichst sogar senken, erläutert Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des Portals "Finanztip" bei zibb.

Es gibt jetzt im Jahr 2020 etwa 21 Millionen Rentner in Deutschland, davon mussten 2015 bereits 5,8 Millionen Steuern zahlen. Diese Zahl steigt mit jeder Rentenerhöhung und jedem neuen Rentnerjahrgang. Denn seit 2005 sind Renten auch steuerpflichtig, und zwar zu einem steigenden Anteil: Im Jahr 2005 mussten Rentner die Hälfte ihrer Renteneinkünfte versteuern, im Jahr 2020 schon 80 Prozent, 2040 wird es dann die komplette Rente sein. Das heißt nicht, dass alle wirklich Steuern zahlen müssen, aber viele müssen zumindest eine Steuererklärung abgeben.

Das erscheint zunächst ungerecht, jedoch können Arbeitnehmer seit der Gesetzänderung 2005 dafür ihre Rentenbeiträge von der Steuer absetzen, das heißt während ihres Arbeitslebens noch Steuern sparen. Es gibt aber durchaus Fälle, bei denen diese "Doppelbesteuerung" ungewöhnlich hoch ist. Das sollen auch extra Klauseln abfangen. Manche Rentner klagen auch und müssen dafür alle Einkünfte und Steuerzahlungen des gesamten Berufslebens belegen.

Zum Glück müssen viele Rentner allerdings gar nicht wirklich Steuern zahlen. Als Orientierung hat der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine vergangenes Jahr festgehalten, wie viel Bruttorente etwa steuerfrei bleibt: Wer schon seit 2005 in Rente ist, ist für 2019 bei einer Bruttorente von knapp 18 000 Euro (für Alleinstehende) steuerfrei geblieben. Für die, die direkt erst 2019 in Rente gegangen sind, liegt die Grenze bei nur 13848 Euro.

Und immerhin können Rentner - wie alle anderen Steuerpflichtigen auch – weiterhin einiges von ihrer Steuer absetzen:

Wer noch arbeitet, um sich etwas dazu zu verdienen, kann Ausgaben dafür sowieso als Werbungskosten absetzen. Aber auch die Gebühren für die Renten- oder Steuerberatung oder Gewerkschaftsbeiträge gelten als Werbungskosten.

Unter "Haushaltsnahe Dienstleistungen" fallen zum Beispiel die Ausgaben für eine Haushaltshilfe oder auch Handwerkerrechnungen fürs eigene Heim, hier aber nur die Arbeitsleistungen.

Die Kranken- und die gesetzliche Pflegeversicherung zählen zu den Sonderausgaben, außerdem Kirchensteuer und auch höhere Spendenbeträge.

Und auch Rentner können so genannte Außergewöhnliche Belastungen von ihrer Steuer absetzen, darunter fällt zum Beispiel eine selbst bezahlte Pflegekraft oder teure, aber nötige Arztbehandlungen.

Für all das heißt es natürlich: Belege sammeln und auf der Steuererklärung eintragen.

Wer sich als Rentner noch etwas dazu verdient oder Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung hat, muss diese natürlich auch mit versteuern. Bei der Steuererklärung muss alles auf der Anlage R - für Pensionäre Anlage N - eingetragen werden.

In Brandenburg gibt es seit vergangenem Jahr eine vereinfachte Steuererklärung für Rentner.

Beitrag von Corinna Meyer