Service - Die besten Steuerspartipps zum Jahresende

Obwohl man die Steuererklärung für dieses Jahr erst bis zum 31. Juli 2019 abgeben muss, kann man schon jetzt viele Vorbereitungen treffen, um am meisten dabei rauszuholen. Dazu gehört nicht nur seine Belege, Quittungen und Rechnungen zu checken. Die besten Steuerspartipps verrät uns Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur finanztip.

Steuern sparen, mehr Netto vom Brutto in der eigenen Tasche haben, ist ein lohnendes Ziel. Da ist mit der Steuererklärung 2018 dann sicher noch einiges rauszuholen, auch mit nicht allgemein Bekanntem. Dabei sollen unsere Steuertipps helfen. Zum Beispiel in solchen Bereichen wie Handwerker Limit, Ehegattensplitting, Werbungskostenpauschale oder den sogenannten Krankheitskosten.

Steuermuffel beschäftigen sich erst mit der Steuererklärung, wenn der Abgabetermin drückt oder vielleicht sogar schon überschritten ist, was unter Umständen Verzugszinsen kostet. Ab dem nächsten Jahr ist dieser Termin erstmalig vom 31. Mai auf den 31. Juli hinausgeschoben. Wer aber so viel wie nur möglich rausholen möchte, checkt schon jetzt seine Belege und Vorhaben, um einiges an Steuerentlastung noch für 2018 geltend machen zu können.

So sollte man das Limit für Handwerkerkosten ausschöpfen. Das gilt sowohl für Eigenheim-, und Wohnungsbesitzer als auch Mieter. Pro Jahr erkennt das Finanzamt hier Rechnungen bis zu 6 000 € an, von denen 20 % , also 1 200 €, direkt von der Steuer abgezogen werden. Dieser Kostenanteil ist nur abzugsfähig, ist er per Rechnung ausgewiesen und auf das Handwerkerkonto überwiesen worden, dann für jenes Steuerjahr, in dem gezahlt wurde. Wer die maximal 6 000 € für Handwerker Rechnungen in diesem Jahr nicht „voll bekommt“, kann schon für geplante Arbeiten in 2019 in diesem Jahr zahlen und so für 2018 steuerlich geltend machen. Das gilt auch, wird das Vorhaben in diesem Jahr nicht beendet und schon jetzt eine Abschlagszahlung geleistet.

Das Ehegatten – Splitting bringt die Vermählten in günstigere Steuerklassen. Wer noch bis zum 31.Dezember heiratet, bekommt noch das Steuersplitting für das ganze Jahr 2018 anerkannt, selbst sollte man in diesem Jahr nur einen Tag verheiratet war. Bei einem angenommenen gemeinsamen Einkommen von 60 000 €/Jahr werden dann 1 509 € weniger an Steuern fällig. Kaum zu glauben, aber wahr: Für getrennt lebende Ehepaare ist der Steuervorteil passé. Aber: Ein ernsthafter Verwöhnungsversuch und das wieder Zusammenziehen und sei es nur für einen Tag, bringen dem Paar den günstigen Splittingtarif für das ganze Jahr. Weihnachten als „Fest der Liebe“ ist dafür natürlich besonders geeignet.

Das Anschaffen mehrerer Arbeitsmittel für die Arbeit, lohnt sich noch in diesem Jahr besonders. Denn nur Ausgaben oberhalb der Werbungskostenpauschale von 1 000 € zahlen sich steuerlich zusätzlich aus. Smartphone, Drucker, Tablet, Laptop stehen da vorn an und werden als jobbedingte Anschaffung vom Finanzamt akzeptiert. Zudem: Teure Elektrogeräte oder Arbeitsmittel können jetzt bis zu einem Kaufpreis von 952 € sofort von der Steuer abgesetzt werden. In der Vergangenheit mussten solche Käufe noch auf mehrere Jahre und im Jahr des Kaufes und anteilig nach dem Kaufzeitpunkt verteilt werden.

Es stimmt wirklich: Das Finanzamt kann an Partykosten Angestellter beteiligt werden. Hier geht es allerdings nicht um die Firmen Weihnachtsfeier oder eine private Party. Aber geht ein Mitarbeiter  in Ruhestand, steht ein Firmenjubiläum oder ein runder Geburtstag am Arbeitsplatz an. Hier akzeptiert das Finanzamt die Ausgaben als zusätzliche Werbekosten, als „beruflich bedingt“ und  somit absetzbar.

Ein heißes Steuerthema in 2018: Das Baukindergeld. Das muss zwar nicht versteuert werden, wird aber aus Steuergeldern finanziert und nur unter bestimmten Bedingungen gezahlt: Die  1 200 €/Kind und Jahr werden für unter 18jährige über 10 Jahre gezahlt bzw. bis der Nachwuchs ein eigenes Einkommen hat oder bis zum vollendeten 25. Lebensjahr (Ende Kindergeld).  Das Bruttojahreseinkommen der Familie darf maximal 90 000 € betragen, wird aber pro Kind um 15 000 € aufgestockt, bei 2 Kindern also 120 000 €. Gefördert werden Kauf und Neubau einer Immobilie. Und das, wurde der Kaufvertrag ab dem 1. Januar 2018 abgeschlossen und wird,  geschieht das bis zum 31.12.2020. Über eine mögliche Verlängerung der Förderung Baukindergeld wird noch entschieden.

Beitrag von Reinhard Rychlik