Service - Wohngebäudeversicherungen im Test

Es passiert schneller als man denkt: Eine vergessene Kerze auf dem Tisch und schon ist der Schaden da. Gut, wer als Hausbesitzer dann eine Gebäudeversicherung hat, die auch bei grober Fahrlässigkeit zahlt. Die Stiftung Warentest hat aktuell 108 Tarife untersucht – über die Hälfte davon sind "mangelhaft".

Das lag vor allem an dem Kriterium „grobe Fahrlässigkeit“. Nur die Tarife, die auch bei grober Fahrlässigkeit zahlen und keine Leistungskürzungen vornehmen, bekommen von Finanztest ein „Sehr gut“. Grobe Fahrlässigkeit passiert schneller als man denkt. Zum Beispiel die vergessene Kerze auf dem Adventskranz oder das offen gelassene Fenster, durch das dann der Regen und Hagel peitscht...Versicherer, die solche Schadensfälle ausschließen, lassen ihre Kunden auf einem existenzgefährdenden Schaden sitzen und das bewertet Finanztest mit mangelhaft.

Doch man muss aufpassen: Manche Tarife geben an, bei grober Fahrlässigkeit zu leisten und dann begrenzen sie ihre Leistung im Kleingedruckten. Auch diese Tarife erhielten kein „Sehr gut“.

Was genau ist eine Gebäudeversicherung?

Eine Gebäudeversicherung schützt das Haus selbst und alle fest mit dem Gebäude verbundenen Teile wie z.B. eine Einbauküche. Die Hausratversicherung dagegen schützt alle losen Gegenstände (Möbel, Kleider, Elektrogeräte etc.)

Eine gute Gebäudeversicherung setzt sich aus  vier Bausteinen zusammen. Sie schützt vor:

Feuer (Brand/Blitz)

Wasser (Rohrbruch/Frost/Nässeschäden)

Sturm (Sturm und Hagel)

Elementarschäden (Überschwemmung, Erdrutsch, Starkregen u.a.)

Doch viele Alt-Verträge enthalten noch nur den Dreifach-Schutz (Feuer, Wasser, Sturm) und nicht die Elementarschäden. Die Stiftung Warentest rät diesen Kunden, ihren Schutz auszuweiten. Denn auch wer fernab von Flüssen wohnt, sollte unbedingt gegen Elementarschäden versichert sein, denn diese umfasst auch Starkregen, der überall runter kommen kann und dann steht unter Umständen das ganze Grundstück unter Wasser. Wer solch eine Lücke in seinem Vertrag findet, sollte seinen Versicherer fragen, ob er den Vertrag erweitert. Wenn nicht, sollte ein neuer Vertrag abgeschlossen werden, rät Finanztest.

Wer eine neue Wohngebäudeversicherung für sein Eigenheim sucht, kann bei der Stiftung Warentest (online gegen eine Gebühr oder im aktuellen Finanztest-Heft) in der Tabelle nachsehen, welche Tarife empfehlenswert sind: Immerhin 42 Tarife bekommen  ein „sehr gut“. Sie bieten neben dem Ausschluss der groben Fahrlässigkeit noch mehr Leistungen, übernehmen z.B. Abbruch- und Aufräumkosten; Transport- und Lagerkosten, wenn Möbel nach einem schweren Schaden ausgelagert werden müssen oder auch Überspannungsschäden, wenn der Blitz nicht direkt ins Haus einschlägt, sondern z.B. in eine Überlandleitung. In so einem Fall kann es zu Spannungsspitzen kommen und dadurch zu Schäden z.B. an der Elektronik der Zentralheizung.

Die Suche nach einem guten Tarif, der für die eigenen, individuellen Bedürfnisse am besten passt, ist sehr aufwendig. Die meisten Anbieter stellen keinen Rechner ins Internet, der Preise nennt. Kunden bleibt daher nur, mehrere Anbieter anzuschreiben (am besten solche, die aktuell mit „sehr gut“ bewertet wurden und günstig sind) und Angebote einzuholen. Ein Preisvergleich lohnt in jedem Fall, denn die Preisunterschiede sind teilweise enorm.

Beitrag von Sina Krambeck