Frau beim Yoga (Quelle: rbb)
rbb
Bild: rbb

Stiftung Warentest prüft Angebote der Krankenkassen - Gesundheitskurse im Test

Ob Aquafitness, Rückentraining oder Yoga  – wer  etwas für seine Gesundheit tut, wird von den meisten gesetzlichen Krankenkassen dafür finanziell belohnt. Die Stiftung Warentest hat jetzt untersucht, welche Kurse gefördert  werden und wieviel Geld die Kassen jeweils zuschießen.

Die Krankenkassen fördern maximal zwei Kurse pro Jahr aus den Bereichen Entspannung (z.B. autogenes Training), Bewegung (z.B. Pilates, Herz-Kreislauf-Training), Sucht (z.B. Rauchentwöhnung) und  Ernährung. Wichtig ist, dass die Kurse zertifiziert sind von der „Zentralen Prüfstelle Prävention“. In der Regel findet man die geförderten Kurse auf den Homepages der Krankenkassen. Dort gibt es eine Suchfunktion, wo man gezielt nach geförderten Kursen in seiner Nähe gucken kann. Meist geht man bei der Bezahlung in Vorleistung. Erst nach Beendigung des Kurses muss man sich eine Bestätigung des Kursleiters geben lassen, dass man an mindestens 80 Prozent der Termine teilgenommen hat. Diese Bescheinigung reicht man bei seiner Kasse ein und erhält dann den Zuschuss.

Wie viel die Kassen bezuschussen ist unterschiedlich. Hier einige Beispiele: 

Kasse Euro pro Kurs
Barmer, TK und DAK         
je  75 €  
IKK Berlin u. Brandenburg 75 €
Hkk 100 €
HEK 250 €
Actimonda               300 €                                           

Quelle: Stiftung Warentest

Viele Kassen bieten darüber hinaus auch eigene Kurse an. Sie sind oft völlig gratis. Etwa Kurse zur Rückenstärkung. Neu sind Onlinekurse, in denen über das Internet geschult oder trainiert wird.

Gesundheitsreisen

Einige Kassen belohnen ihre Mitglieder auch, wenn sie im Urlaub sportlich sind. Ob Wandern im Allgäu oder Nordic Walking an der Ostsee: Für sportliche Auszeiten fern der Heimat geben viele Kassen einen Zuschuss. Vor allem dann, wenn Versicherte aus zeitlichen Gründen nicht an einem Gesundheitskurs Zuhause teilnehmen können. In der Regel muss man vor der Reise einen Antrag stellen, um die dortigen Kurskosten erstattet zu bekommen. Für die An- und Abreise, die Unterkunft und Verpflegung müssen die Versicherten allerdings selbst aufkommen.

Diese so genannten Präventionsreisen sind vor allem für diejenigen gedacht, die Zuhause stark eingespannt sind, z.B. weil sie einen Angehörigen pflegen oder im Schichtdienst arbeiten und daher nicht an einem regelmäßigen Kurs Zuhause teilnehmen können. Bei einigen Kassen muss man vorab einen Antrag stellen, bei anderen kann der Versicherte die Reise einfach online buchen.

Auch bei dem, was die Kassen zu  Gesundheitsreisen zuschießen, gibt es Unterschiede.

Kasse                               Euro pro Jahr
Barmer, DAK                     150 €
IKK Berlin u. Brandenburg   150 €
Hkk                                 200 €
Bahn BKK                         300 €
HEK                                 500 €

Quelle: Stiftung Warentest

Bonusprogramme

Neben den Gesundheitskursen und -reisen gibt es noch weitere Möglichkeiten, für die eigene Vorsorge zusätzliches Geld von seiner Kasse zu bekommen. Nämlich dann, wenn man am Bonuspunkteprogramm seiner Kasse teilnimmt.

Die Krebsvorsorgeuntersuchung, ein Rückenkurs, die Teilnahme an Sportveranstaltungen oder am Eltern-Kind-Turnen, die Mitgliedschaft im Fitnessstudio oder Sportverein – das alles kann Versicherten Bonuspunkte bei ihrer Krankenkasse bringen.

Was die Versicherten tun müssen, um am Ende des Jahres eine Prämie zu erhalten, bestimmt jede Kasse selbst. Dementsprechend unterschiedlich sind die Auflagen. Manche verlangen von ihren Mitgliedern ziemlich viel, nämlich die Teilnahme an Gesundheits-Checkups, Krebsfrüherkennungsuntersuchungen, Zahnvorsorgeterminen, Gesundheitskursen und Schutzimpfungen. Außerdem müssen sie ihr Normalgewicht erreichen und beweisen, dass sie Nichtraucher sind. Andere Kassen legen die Hürde niedriger. Hier reichen schon wenige Aktivitäten, um eine Prämie zu erhalten.

Lohnen kann sich die Teilnahme am Bonusprogramm auch für Familien. Bei vielen Kassen dürfen Eltern und Kinder gemeinsam Punkte fürs Sporttreiben und für Vorsorgeuntersuchungen sammeln. So können am Ende des Jahres mehrere hundert Euro zusammenkommen.

Die Bonusprogramme der Krankenkassen haben das Ziel, die Eigeninitiative der Versicherten zu gesundheitsbewusstem Verhalten und zur Vorsorge zu fördern. Im Gegenzug erhalten die Teilnehmer Vergünstigungen in Form von Barprämien, Sachprämien oder Gesundheitsleistungen. Dann erhält man z.B. für eine Vorsorgeuntersuchung eine bestimmte Anzahl Bonuspunkte. Nach Ablauf eines Jahres löst man diese dann ein. Bei einigen Kassen kann man wählen, ob man eine kleinere Barprämie erhalten möchte oder sich einen größeren Bonus gegen selbst finanzierte Gesundheits- und Vorsorgemaßnahmen (z.B. Zahnprophylaxe, Osteopathie)  verrechnen lässt.

Ein Beitrag von Sina Krambeck