Symbolbild: Zwei Frauen laufen in Brandenburg durch einen Wald (Quelle: dpa/ Pleul)
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Resilienz - Gesunden Widerstand lernen

Manche Menschen werden mit großen Schicksalsschlägen leichter fertig als andere: Die einen machen einfach weiter, andere dagegen geraten in eine Depression. Diese Widerstandsfähigkeit nennt man "Resilienz", was so viel wie abprallen bedeutet. An dieser Ich-Stärke kann man arbeiten.

Trennungen, Krisen, Schicksalsschläge - manchmal ist das Leben nur schwer zu ertragen. Doch nicht alle Menschen leiden gleichermaßen darunter. Manche werden nach einem schweren Schicksalsschlag körperlich und psychisch krank. Andere meistern beinahe jede Krise, bewältigen Stress, Druck und Rückschläge, als ob fast nichts gewesen wäre. Dabei erleben sie Schicksalsschläge genauso schmerzhaft wie andere, doch der Schmerz lähmt sie nicht.

In der Psychologie spricht man dabei von resilienten Menschen: Resilienz ist eine seelische Widerstandsfähigkeit und die Kraft, Krisen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu meistern.

Resilienz – angeboren oder erlernbar?

Ob und wie resilient ein Mensch ist, wird sowohl durch die Gene beeinflusst als auch durch Umweltfaktoren wie Familie, das soziale Umfeld und die Schule. Kinder, deren Eltern Sicherheit und Geborgenheit ausstrahlen, schütten in Stresssituationen beispielsweise weniger Cortisol aus und empfinden Stress daher als weniger bedrohlich.

Intelligenz hilft, kreative Wege aus Krisen zu finden. Optimismus schafft Vertrauen, dass sich alles zum Guten fügen wird. Und ein extravertierter Charakter erleichtert es, auf Mitmenschen zuzugehen und sich bei Bedarf Unterstützung oder Rat zu holen.

Ein Drittel aller Menschen gilt als resilient. Die Entwicklung der Resilienz ist nie abgeschlossen, sondern ein lebenslanger Prozess. Und wer einmal resilient ist, bleibt  es nicht zwangsläufig sein ganzes Leben lang. Zu viel negativer Stress kann unsere Resilienz angreifen. Ob und wie resilient ein Mensch ist, zeigt sich am Ende erst in einer Krise. Dabei erfordert jede unerwartete Situation eine unterschiedliche Resilienz. Manche Menschen meistern eine Kündigung problemlos, scheitern hingegen an einer Trennung.

Die 7 Säulen der Resilienz

Laut Psychologen sind es vor allem sieben Kompetenzen und Fähigkeiten, die dafür sprechen, dass jemand eine starke Fähigkeit zur Stress- und Krisenbewältigung besitzt. Zusammen bilden sie die "sieben Säulen der Resilienz":

Optimismus

Akzeptanz der Situation

Lösungsorientierung

Zukunftsorientierung

Verantwortung übernehmen

Selbstwirksamkeit (die Überzeugung eines Menschen, dass er sein Leben aus eigener Kraft meistern kann)

Netzwerkpflege (soziale Kontakte Freunde, Familie etc.)

Übungen/Strategien zur Stärkung der eigenen Resilienz

Akzeptanzformel

Auf den Tisch packen, was einen stört und akzeptieren, was man nicht ändern kann. Das können eigene Eigenschaften sein oder Verhaltensweisen anderer, z.B. das Älterwerden, cholerische Kollegen oder unangenehme Aufgaben. Schimpfen und Jammern verbessert die Situation nicht.

Glückstagebuch

Angenehmen Ereignisse des Tages in einem Tagebuch festhalten und täglich nach Möglichkeit drei positive Ereignisse aufschreiben. Das können auch Kleinigkeiten sein.

Gute-Laune-Management

Lachen oder sportliche Übungen machen, sobald man merkt, dass die Laune sinkt.

Selbstwirksamkeit erhöhen

Sich neuen Herausforderungen stellen, damit man merkt, dass man etwas schaffen und bewirken kann.

Energiemanagement

Pausen machen

Soziales Netzwerk überprüfen

Wer bremst mich? Wer raubt mir Energie? Wer tut mir gut?

 

Ein Beitrag von Gela Braun

 

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