Service - Mehr Bewusstheit: Mit Achtsamkeit ins neue Jahr

Sie denken zu oft daran, was in der Zukunft sein könnte? Oder Sie ärgern sich dauernd darüber, was in der Vergangenheit geschehen ist? Versuchen Sie lieber, den jetzigen Moment bewusst zu erleben. Alles andere ist nur ein Streich, den Ihnen Ihre Gedanken spielen. Dabei helfen kann das sogenannte Achtsamkeitstraining.

Viele starten mit guten Vorsätzen ins neue Jahr: Mehr Sport, mehr Salat, mehr Zeit für die Familie. Warum nicht mal weniger statt mehr. Einfach mal nichts tun. Beim Training für Achtsamkeit kann man das lernen.

Achtsamkeit bedeutet, den Moment zu spüren, ohne ihn zu bewerten. Die Ursprünge des Achtsamkeitstrainings liegen im Buddhismus, sind also mehr als 2500 Jahre alt. Es wurde gelehrt, um eine spirituelle Vertiefung zu erfahren. Es geht darum, im Moment präsent zu sein. Was so banal klingt, bedarf aber eregelmäßigen Trainings.

Achtwöchiger Kurs der MBSR-Methode
Die MBSR-Methode (Mindful-Based-Stress-Reduction, achtsamkeitsbasierte Stressreduktion) beispielsweise wurde in den 70er-Jahren in den USA entwickelt. In einem achtwöchigen Kurs erlernen die Teilnehmer verschiedene Achtsamkeitsübungen. Die Konzentration auf Atem und Selbstwahrnehmung soll helfen, aus den immer gleichen Stressschleifen auszubrechen. Geübt wird im Stehen, Liegen oder Gehen.

Bei der Achtsamkeit sind die Teilnehmer in einem wachen, und nicht wie beim autogenen Training in einem schlafähnlichen Zustand. Beim Body-Scan wird zum Beispiel der Fokus auf einzelne Körperteile gerichtet. Die Wahrnehmung soll geschärft werden. Ein Nebeneffekt kann eine tiefe Entspannung sein. Wichtig ist, möglichst täglich zu üben und das Achtsamkeitstraining bewusst in den Alltag zu integrieren.

Die Rosinen-Übung
Der Einstieg gelingt mit kleinen Übungen, zum Beispiel dem bewussten Genuss einer einzelnen Rosine. Zuerst legt man die Rosine in die Hand und betrachtet sie genau. Wie sieht sie aus, wie fühlt sie sich an? Danach riecht man an der Frucht. Welche Aromen nimmt man wahr? Anschließend nimmt man die Rosine vorsichtig in den Mund und lässt sie langsam auf der Zunge entlanggleiten. Zum Schluss beißt man ganz bewusst in die Rosine und beobachtet, wie sich der Geschmack verändert.

Achtsamer Umgang mit dem Smartphone
Auch der achtsame Umgang mit dem Smartphone will geübt sein. Hier gibt es ein paar Tipps vom Neuköllner Verlag „Ein guter Verlag“:

-        Push-Benachrichtigungen ausschalten
-        Apps löschen, die man nicht braucht
-        in Ruhe essen, ohne Smartphone
-        Handy bei Treffen mit Freunden lautlos stellen
-        kein Smartphone im Schlafzimmer

Der Verlag hat auch einen Terminkalender mit einer Achtsamkeitsampel herausgebracht. Hier kann man regelmäßig eintragen, wie man gegessen, geschlafen und sich gefühlt hat, ob man genug Sport und etwas für sich und mit Freunden gemacht hat und wie hoch das Stresslevel war. Ein achtsamer Umgang mit sich selbst und seiner Umgebung kann ein geeignetes Instrument sein, um mit dem immer hektischer werdenden Alltag klarzukommen.

Beitrag von Ulrike Steinbach