Service - Alzheimer – Diagnose, Behandlung, Perspektive

Jedes Jahr erkranken mehr als 300.000 Menschen in Deutschland an Alzheimer. Die 64-jährige Gabriele Häberer aus Potsdam ist eine von ihnen. Ihr Mann Gunnar erzählt uns, was vor 10 Jahren die ersten Anzeichen waren, wie schwer es war, die Diagnose zu stellen und wie beide mittlerweile mit der Krankheit umzugehen gelernt haben.

Am 21. September ist Welt-Alzheimer-Tag. Alois Alzheimer hat die Krankheit erstmals 1906 wissenschaftlich beschrieben. Es ist eine unheilbare Störung im Gehirn. Nervenzellen sterben ab, dabei geht das Gedächtnis verloren. Rund 180.000 Menschen sind derzeit in Berlin und Brandenburg von Demenz betroffen. Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz. Oft wird Demenz und Alzheimer aber als Synonym verwendet.

Wie wird Alzheimer diagnostiziert?
Die Diagnose von Alzheimer ist schwierig. Oft werden die anfänglichen Symptome nicht gleich der Krankheit zugeordnet. Unser Experte rät: Fragen Sie gezielt nach den sogenannten Gedächtnissprechstunden. Dort wird ein ausführliches Gespräch mit dem Betroffenen und einem Angehörigen geführt. So lässt sich feststellen wo die Defizite liegen und was die Ursache davon sein könnte. Es werden außerdem verschiedene Tests durchgeführt. Beispielsweise das Zeichnen einer bestimmten Uhrzeit. Bei einer beginnenden Demenz fällt das den Betroffenen bereits schwer.

Was sind die Auswirkungen von Alzheimer?
Zum Krankheitsbild gehören beispielsweise Gedächtnis- und Orientierungsstörungen. Außerdem können bei den Betroffenen Sprachstörungen, Störungen des Denk- und Urteilsvermögens sowie Veränderungen der Persönlichkeit auftreten. Die Krankheit hat einen individuellen Verlauf, die Störungen sind bei jedem Betroffenen unterschiedlich ausgeprägt.

Wie wird Alzheimer behandelt?
Alzheimer ist nicht heilbar. Durch eine Therapie lassen sich lediglich die Symptome und Störungen lindern. Die Krankheit wird zum einen medikamentös durch Tabletten behandelt. Dabei kommen Medikamente wie Antidementiva, Antidepressiva und Neuroleptika zum Einsatz. Ein Fortschritt in der Forschung ist allerdings, dass nicht medikamentöse Behandlungen mittlerweile als gleichrangig angesehen werden, wie zum Beispiel Musik- und Ergotherapie. Ziel ist es dem Betroffenen möglichst lang ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Wo bekommen Angehörige und Betroffene Hilfe?
Eine erste Anlaufstelle sind die Alzheimergesellschaften in Berlin http://www.alzheimer-berlin.de/ und Brandenburg https://www.alzheimer-brandenburg.de/. Dort gibt es telefonische Beratungen und Weitervermittlungen zu Beratungsstellen, die es überall in Berlin und im Land Brandenburg gibt. Auch Schulungen für Angehörige werden dort angeboten oder auch ganz neu die begleiteten Urlaube. Alle Informationen dazu finden Sie auf den Webseiten der beiden Alzheimer Gesellschaften.

Beitrag von Jana Gebauer