zibb-Service - Lernen durch Feedback vom Körper

Biofeedback ist eine Methode, bei der unbewusst ablaufende Körpervorgänge wie zum Beispiel unsere Muskelaktivität oder unser Puls mithilfe von Elektroden gemessen und grafisch dargestellt werden. So werden diese unbewussten Vorgänge des Nervensystems für den Patienten wahrnehmbar und er lernt, sie gezielt zu beeinflussen.

Wirksamkeit ist wissenschaftlich untersucht

Biofeedback kann bei vielen Krankheitsbildern eingesetzt werden. Zum Beispiel bei Migräne,  Rückenschmerzen, ADHS, Angststörungen, Stresssymptomen, Inkontinenz  oder psychosomatischen Beschwerden.  Die Methode ist schon seit einigen Jahrzehnten bekannt und ihre Wirksamkeit bei vielen Krankheitsbildern wissenschaftlich untersucht. Der Einsatz von Biofeedback kann dazu führen, dass Patienten weniger Medikamente brauchen.
Zum Biofeedback gehört auch das sogenannte Neurofeedback, bei dem die Gehirnaktivität gemessen wird. ADHS-Patienten zum Beispiel lernen dann in der Therapie, ihre Aufmerksamkeitsspanne zu vergrößern.

Ablauf einer Biofeedback-Sitzung

Der Patient nimmt vor dem Patienten-Bildschirm Platz und wird vom Therapeuten mit den entsprechenden Sensoren verkabelt. Das können z.B. ein Pulssensor am Finger, ein Gurt um den Bauch, ein Temperatursensor am Finger oder Elektroden zur Messung der Muskelspannung sein.
Wenn ein Muskel sich anspannt, gibt er einen elektrischen Impuls ab, der grafisch auf einem Monitor dargestellt werden kann. Stress und Lärm zum Beispiel lösen körperliche Reaktionen aus, die auf dem Monitor sichtbar werden. Der Patient bekommt dann konkrete Anweisungen von seinem Therapeuten, z.B. seine Muskeln zu entspannen und kann den Erfolg auf dem Monitor beobachten. Denn die Entspannung ist grafisch sichtbar, z.B. indem die Ausschläge geringer werden. So lernt der Patient Schritt für Schritt mit Hilfe des Biofeedback-Verfahrens, seinen Körper positiv zu beeinflussen – am Ende auch ganz ohne Sensoren und Monitore.

Anzahl der Sitzungen individuell verschieden

Da Biofeedback meist ein ergänzender Therapie-Baustein in einem Gesamtbehandlungskonzept ist, lässt sich schwer allgemein sagen, wie lang die Therapie dauert und wann sie beendet ist. Im Rahmen einer Gesamtbehandlung kann es sein, dass Biofeedback ergänzend für nur 3 bis 5 Sitzungen eingesetzt wird. Bei manchen Indikationen wie z.B. Migräne, können die Biofeedback-Sitzungen hingegen im Vordergrund der Behandlung stehen. In diesem Fall sind es in der Regel an die zehn Sitzungen, die die Patienten brauchen, um dauerhaft zu lernen, ihre Gefäße im Schläfenbereich zu verengen und so den Migräneattacken entgegen zu wirken.
Leider übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten in der Regel nicht. Eine Sitzung kostet ca. 100 Euro, ist also eine kostspielige Angelegenheit.

Beitrag von Sina Krambeck