Eine Mann misst sich selbst den Blutdruck (Quelle: Colourbox)
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Service - Volkskrankheit Bluthochdruck

Jeder dritte Deutsche hat Bluthochdruck, jeder fünfte weiß nichts davon. Ab 40 steigt der Blutdruck bei vielen Männern, bei zahlreichen Frauen etwas später, wenn die Menopause beginnt. Zwischen 70 und 79 Jahren wird bei 75 Prozent der Deutschen Hypertonie diagnostiziert.

Bei zu hohen Werten kann es zu Nierenversagn kommen, zu Ablagerungen in den Gefäßen, die Gefahr eines Herzinfarktes steigt. Wer seine Blutdruckwerte kennt, kann diese Risiken vermeiden. Gemessen wird der Blutdruck bei Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt oder mit eigenen Messgeräten zuhause. Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt Geräte mit einer Oberarmmanschette.

Am Oberarm können zuverlässigere Werte gemessen werden als am Handgelenk, möglichst sitzend nach einer fünfminütigen Ruhepause und an beiden Armen gemessen. Unbedenklich sind Werte bis 130/80. Steigt der Blutdruck dauerhaft auf Werte über 140/90 ist eine ärztliche Beratung ratsam. Allgemeinmediziner führen in vielen Fällen zunächst eine 24-Messung durch. Dabei wird der Blutdruck alle 20 Minuten gemessen und aufgezeichnet.

Das führt zu genaueren Aussagen über den Bluthochdruck. Der höhere, systolische Wert zeigt den Druck, wenn das Herz angespannt ist, sich zusammenzieht und die Pulswelle kommt. Der zweite, diastolische Wert entsteht, wenn das Herz sich entspannt und die Pulswelle abebbt. Die Ursachen für erhöhten Blutdruck sind in 90 Prozent aller Fälle genetisch bedingt. Ein ungesunder Lebensstil kann den Bluthochdruck fördern: Bewegungsmangel, Rauchen, Stress und nährstoffarme Ernährung.

In diesem Fall können die Werte mit Kardiotraining, vitaminreicher, fett- und kohlehydratarmer Nahrung und Nikotinentzug möglicherweise wieder gesenkt werden. Im fortgeschrittenen Alter und einer genetischen Veranlagung für Bluthochdruck kann das möglicherweise nicht ausreichend sein. Sinkt der Blutdruck nach einer grundlegenden Änderung des Lebensstils nicht, werden in der Regel Medikamente verschrieben. Die Medikamente sollen die Nierendurchblutung verbessern und die Gefäße weiten um Folgeschäden zu verhindern und den Blutdruck normalisieren.

Weniger Nebenwirkungen als Kombinationen verschiedener Präparate haben sogenannte Sartane oder AT1-Antagonisten. Bei etwa zehn Prozent aller Bluthochdruckpatienten ist eine organische Vorerkrankung der Nieren der Auslöser der Hypertonie. Das wird im Praxisalltag in der Regel erst genauer untersucht, wenn die verschriebenen Medikamente nicht anschlagen. Die Deutsche Hochdruckliga hat auf der Internetseite Adresslisten von Spezialisten in Berlin und Brandenburg sowie umfassende Informationen rund um das Thema Hypertonie.

Text von Dagmar Kniffki