Eine nackte Frau tastet ihre Beine ab (Quelle: Colourbox)
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Service - Körperlotionen im Ökotest

Jetzt wo es draußen kälter wird, trocknen nicht nur die Blätter aus, sondern oft leidet auch unsere Haut. Sie freut sich, wenn die Pflege wieder etwas reichhaltiger ist. Doch was, außer Fett und Wasser, steckt eigentlich noch so drin in den Cremes?  Öko-Test hat 51 Körperlotionen untersucht. Expertin im Studio: Annette Dohrmann, Öko-Test.

Die gute Nachricht zum Herbstbeginn: wer seiner Haut jetzt etwas mehr bieten möchte, hat die Wahl zwischen 30 „sehr guten“ Lotionen. Einige bekannte Markenprodukte „schmierten“ im Test hingegen ab.

Der Test

Getestet wurden insgesamt 51 Körperlotionen, darunter 20 Naturkosmetik-Produkte und 31 konventionelle. Preislich gab es eine große Spannbreite: Für 200 ml der teuersten Creme zahlt man knapp 36,- EUR, für dieselbe Menge des günstigsten Produkts 46 Cent. Die Öko-Tester haben die Lotionen nicht danach getestet, wie gut sie in der Anwendung sind. Im Test ging es u.a. um die Deklaration und um die Inhaltsstoffe. Im Labor wurde auf verschiedene Stoffe geprüft, wie Paraffine, Silikone und in paraffinhaltigen Produkten die Mineralölbestandteile MOAH. Auch auf bestimmte Duftstoffe wurde getestet. Abzüge gab es für bestimmte bedenkliche und/oder umstrittene Inhaltsstoffe. Zu den kritischen Duftstoffen zählen die Tester u.a. Lilial, ein Duftstoff, der an Maiglöckchen erinnert. Der Stoff habe sich aber in Tierversuchen als fortpflanzungsschädigend erwiesen. Öko-Test konnte Lilial in sechs Lotionen nachweisen. Bedenklich finden die Tester auch PEG/PEG-Derivate. Sie werden als Emulgatoren in Lotionen eingesetzt und können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. In 8 Lotionen konnten sie nachgewiesen werden. Dass  es auch ohne geht, zeigen die anderen Lotionen im Test. Ein weiterer bedenklicher Stoff sind die MOAH das sind aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe. Es ist nicht auszuschließen, dass unter MOAH auch Verbindungen sind, die möglicherweise Krebs erzeugen, meinen die Öko-Tester.

Testergebnisse

Die Note „mangelhaft“ gab es für fünf Lotionen. U.a. z.B. für die   „Bettina Barty Vanilla Rich Body Milk“: Die Tester fanden hier gleich zwei umstrittene Duftstoffe: Lilial sowie einen künstlichen Moschusduft. Moschus-Keton zählt zu den Nitromoschus-Verbindungen, die sich im menschlichen Fettgewebe anreichern können, meinten die Tester.  Und für drei bekannte Markenprodukte vergaben die Tester sogar nur ein „ungenügend“: „Dusch Das Body Lotion Ich Fühle Mich Verwöhnt“, „Neutrogena Norwegische Formel Deep Moisture Bodylotion“ und „Nivea Reichhaltige Body Milk 48h, trockene Haut“. Hier summierten sich die kritischen Inhaltsstoffe zu einem schlechten Testergebnisse.

Die Note „sehr gut“ vergaben die Öko-Tester gleich 30 Mal.  Alle 20 getesteten zertifizierten Naturkosmetikprodukte haben mit „sehr gut“ abgeschnitten.  Darunter auch vier preisgünstige für unter 1,60 EUR pro 200 ml: Die „Alterra Intensiv Körperlotion Bio-Sanddorn & Bio-Arganöl“ von Rossman, die „Alverde Körpermilch Bio-Kakaobutter Bio-Hibiskus“ von DM, die „Cosnature Body-Lotion Wildrose, trockene Haut“ von Cosmolux sowie die „Terra Naturi Belebende Körpermilch Orange & Minzduft“ von Müller Drogeriemarkt. Auch zehn konventionelle Körperlotionen haben diese mit „sehr gut“ abgeschnitten, darunter auch einige sehr preisgünstige für weniger als 50 Cent pro für 200 ml, alles Eigenmarken von Drogerieketten und Discountern.

Das Kleingedruckte

Erdöl verbirgt sich hinter Bezeichnungen wie Paraffinum Liquidum, Petrolatum oder Cera Microcristallina. Lilial steckt hinter Butylphenyl Methylpropional.

Tipps gegen trockene Haut

Verzichten Sie auf häufiges, langes und heißes Duschen oder auf ausgedehnte Wannenbäder. Sie entziehen der Haut Lipide, also körpereigene Fette. Die Haut trocknet aus. Besser kurz duschen und danach die Haut mit einer rückfettenden Pflege eincremen.

Beitrag von Susanne Stein