Hanfpflanzen; Quelle: Colourbox/Vakhrushev Pavlo Igorevich
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Bild: Colourbox/Vakhrushev Pavlo Igorevich

Service - Cannabidiol: Ist CBD ein Fluch oder Segen?

CBD steht für Cannabidiol, das nicht-psychoaktive Cannabinoid aus dem weiblichen Hanf. Medizinisch wirkt es entkrampfend, entzündungshemmend, angstlösend und gegen Übelkeit. Wir klären Vor- und Nachteile mit dem renommierten Pharmakologen Prof. Gerd Glaeske

Hanf kann berauschen – doch die uralte Kulturpflanze kann auch heilen. Das psychoaktive Cannabis mit dem Inhaltsstoff THC  kann in Deutschland bereits seit 2017 vom Arzt verschrieben werden, zum Beispiel bei chronischen Schmerzen. Mittlerweile rückt jedoch auch ein anderer Wirkstoff aus der weiblichen Hanf-Pflanze in den Vordergrund: Das CBD oder Cannabidiol.

Cannabidiol wirkt beruhigend und krampflösend ohne dabei zu berauschen. Der Markt dafür boomt: CBD ist als Öl, in Kapseln, Cremes oder Produkten erhältlich. 
Doch der Status, den CBD momentan einnimmt, ist nicht ganz geklärt: Die meisten CBD-Produkte sind als Nahrungsergänzungsmittel deklariert, daher müssen Sie im Vergleich zu Arzneimitteln keinen Wirkungsnachweis erbringen. Zudem wird momentan noch eine Zulassung als Lebensmittel geprüft. Da die Hanfpflanze jedoch über 100 verschiedene Wirkstoffe enthält, verschreibt beispielsweise die Berliner Ärztin Dr. Eva Milz lieber reines, synthetisches CBD, das je nach Diagnose individuell dosiert werden kann. Vor allem bei Stresssymptomen und Angststörungen.

Bei den frei verkäuflichen Mitteln muss der Käufer selbst die geeignete Dosis finden. Doch keinesfalls sollte die Selbstmedikation mit CBD eine erforderliche ärztliche Behandlung ersetzen. Dass CBD besonders bei Stresskrankheiten, Schlafproblemen oder Angstsymptomen wirkt, berichten viele Konsumenten. Der menschliche Körper verfügt nämlich über ein körpereigenes Endocannabinoidsystem.
Bei Stress bildet das System Cannabinoide, die zur Entspannung und Beruhigung beitragen. Wie bei einem Schlüssel und einem Schloss dockt das eingenommene CBD an diese Rezeptoren an, die körpereigenen Substanzen werden damit verstärkt. Die Erforschung von CBD steht erst in den Anfängen. Einige Studien deuten darauf hin, dass auch eine schmerzlindernde und antientzündliche Wirkung denkbar ist. Für etwa 20 bis etwa 130 Euro werden CBD-Tropfen oder Kapseln im Internet und auch in einigen wenigen Apotheken verkauft.

Beitrag von Dagmar Kniffki