Service - Deos im Test: Immer schön frisch bleiben!

Deodorants versprechen oft bis zu 24 Stunden Schutz vor Schweiß und Geruch – aber halten sie das auch? Das wollte auch die Stiftung Warentest wissen und hat 21 Unisex-Deos – darunter 14 Deodorantien, 6 Antitranspirantien und ein Transpirant für starke Schwitzer getestet.

Studiogast: Dr. Thomas Koppmann, Projektleiter Stiftung Warentest

Egal, ob für Männer oder für Frauen oder für beide, die Inhaltsstoffe sind grundsätzlich die gleichen. Verschieden sind sie aber häufig in Aufmachung und Duft. Produkte für Frauen duften meist blumig, fruchtig oder pudrig. Die für Männer etwas herber und oft mit einer würzig holzigen Note. Unisex-Produkte sind neutraler im Duft und sollen beiden Geschlechtern gefallen – und genau auf diese hatte es die Stiftung Warentest in ihrem Test abgesehen. Das Ergebnis: erfreulich. Noch nie erzielten Deos solche Spitzenwerte. Von den 21 getesteten Produkten haben 13 mit gut abgeschnitten und 5 Produkte mit befriedigend. Testsieger sind das dm Balea Anti-Transpirant für 1,10 Euro pro 100 ml und das Deodorant Wasserlilie von CD für 2,70 Euro. Zufrieden waren die Tester auch mit dem Abschneiden der vier Naturkosmetik-Produkte im Test. So landete z.B. die Deocreme von Greendoor auf dem zweiten Platz in der Deo Tabelle.

Testurteil „mangelhaft“ für zwei teure Produkte
Doch auch zwei „mangelhafte“ Produkte sind dabei – und dann auch noch relativ teure. Bei dem festen Deo-Block „T’eo“ von der Firma „Lush“ (9,95 Euro pro 100 ml) wurde ein allergener Stoff verwendet, der aber nicht gekennzeichnet war. Außerdem bröselt er schnell. Das „Persian Lime Natürliches Soda Deodorant“ von „Ben & Anna“ (13,30 Euro pro 100 ml) hat als einziges Produkt im Test nicht zuverlässig vor Geruch geschützt. Und auch bedenkliche Stoffe fanden die Warentester: Im Antitranspirant „Rexona Maximum Protection“ ist Lilial enthalten. Bei diesem Duftstoff ist nicht ganz klar, ob er die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Die Stiftung Warentest rät deswegen den Herstellern, vorsorglich darauf zu verzichten. Außerdem war im Testprodukt das Silikon Cyclosiloxan enthalten. Dabei handelt es sich um umweltkritische Substanzen, auch diese bewertet die Stiftung kritisch.

Strenge Testbedingungen
Der Test folgt einem strengen Programm, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten. 20 Männern und Frauen müssen sie sich unter Aufsicht gründlich waschen. Dann bekommen sie eine genau definierte Menge des Deos aufgetragen. Allerdings nur in einer Achsel. Die andere bleibt zur Gegenprobe unbehandelt. 24 Stunden nach der letzten Anwendung schnuppern sogenannte „Sniffer“, also speziell ausgebildete Geruchsprofis an den Achseln. Sie bewerten die Intensität des Schweißgeruchs und dokumentieren sie. Auch die Antitranspirantien, die auch das Schwitzen reduzieren sollen, werden auf die Probe gestellt. In einer 40 Minuten langen „Anschwitzphase“ sitzen die Probanden bei 38 Grad in einem Schwitzraum. Dann werden ihnen Baumwollpads unter die Achseln geklemmt und sie müssen weitere zweimal 20 Minuten schwitzen. Die von den Pads aufgenommene Schweißmenge wird gewogen, wobei eine Achsel mit dem Produkt behandelt ist, die andere nicht.

Vorsicht bei Aluminium
Deodorantien und Antitranspirantien haben gemein, dass sie gegen Achselgeruch helfen sollen. Etwa durch antibakterielle Inhaltsstoffe, die die Wachstumsbedingungen von Bakterien verschlechtern, die durch Stoffwechselprodukte fürs Müffeln sorgen. Oder durch Stoffe, die Geruch überdecken oder neutralisieren. Antitranspirantien hingegen versprechen zusätzlich, dass sie gegen Schwitzen wirken (anti = gegen; transpirieren = schwitzen). In der Regel beruht die Wirkung auf Aluminiumsalzen. Es verengt die Schweißdrüsenausgänge vorübergehend, mindert so die Schweißmenge. Produkte ohne Aluminium können das laut Stiftung Warentest in der Regel nicht. Aluminium ist allerdings in den letzten Jahren in Verruf geraten. Ob es wirklich zu Brustkrebs führt oder auch Alzheimer verursacht, ist wissenschaftlich jedoch noch nicht belegt. Nichtsdestotrotz raten Experten zur Vorsicht, weil man tatsächlich auch über Antitranspirantien Aluminium aufnehmen kann. Deshalb sollten aluminiumhaltige Antitranspirantien nicht direkt nach der Rasur oder auf verletzter Haut angewendet werden, um die Aufnahmemenge zu reduzieren.

 

Beitrag von Christine Knospe