Service - Wie gesund oder schädlich sind E-Zigaretten?

Der Umsatz mit E-Zigaretten wächst. Inzwischen hat jeder fünfte Raucher schon die E-Zigarette ausprobiert. Während die einen sie als harmlose Alternative und gute Ausstiegsmöglichkeit zum Rauchen bejubeln, warnen andere vor unbekannten Gesundheitsgefahren.

Und in der Tat: Langzeitstudien gibt es noch nicht. Was wissen wir trotzdem schon über den Einfluss der E-Zigarette auf die Gesundheit? Sind die Verdampfer eher Hilfe oder Gefahr? Darüber sprechen wir mit Lungenfacharzt Dr. Christian Grah, Leiter des Lungenkrebszentrums am Krankenhaus Havelhöhe.

Schnell mal eine durchziehen, denn das beruhigt. Doch die vermeintliche Entschleunigung macht auf Dauer krank. Rund 70 gesundheitsschädliche Substanzen inhaliert der Raucher regelmäßig.  Daran sterben ca. 300 deutsche Langzeitraucher täglich.  Also besser damit aufhören.  Helfen könnte eine E-Zigarette, die weniger Schadstoffe enthält. Außerdem bietet sie Aromen an, die frisch und köstlich sind. Das elektrische Dampfen  ist im Trend.  Doch Experten sind skeptisch, ob sich ein Umsteigen lohnt.

Es sind sicherlich weniger gefährliche Stoffe in der E-Zigarette vorhanden, als in der herkömmlichen Zigarette. Und  weil keine Verbrennung stattfindet, werden auch weniger Gifte frei gesetzt.  Aber auch beim Verdampfen können krebserregende Stoffe entstehen. Allerdings nicht in der Menge wie beim Tabakrauchen. Die aromatischen Flüssigkeiten, die sich in den so genannten Liquids befinden, enthalten unter anderem Formaldehyde ,also chemische Verbindungen, die Zellschäden verursachen können, außerdem  Nitrosamine, Nikotin und Diacetyl. Alles Stoffe, die bei regelmäßigen Inhalieren Schäden anrichten können. Bis hin zu Herz-Kreislauf Erkrankungen. Eine andere Substanz in der E-Zigarette ist das  Propylenglykol, ein Stoff der auch in Nahrungsmitteln auftaucht.

Dort sind das aber feinste Anteile.  Beim Rauchen werden sie inhaliert und das in Mengen, die problematisch werden können. Das gilt auch für die E-Zigarette. Diese Substanz kann  Asthma oder andere Lungenkrankheiten hervorrufen, wie die Chronisch-Obstruktive Lungenerkrankung kurz COPD oder Raucherlunge genannt.  Allerdings ist das noch nicht wissenschaftlich erwiesen. Seit 10 Jahren gibt es die E-Zigarette. Zu kurz, um Langzeitfolgen sichtbar zu machen. Man wird, was die Atemwege betrifft, frühestens in 20 Jahren genaues sagen können. Ansonsten ist bekannt, dass der Umstieg auf die E-Zigarette sich auch positiv bemerkbar macht. Viele berichten von einem besseren Geruchsinn, von einer gesünderen Haut und, dass sie mehr Puste haben.

Dennoch: Nikotin ist ein Stoff, der süchtig macht, gerade, wenn man es inhaliert. Auch in geringen Mengen, wie bei der E-Zigarette,  kann es zu einer Einstiegsdroge werden und den Raucher verleiten, dann zu der stärkeren Tabak-Zigarette zu greifen.

Auch bei E-Zigaretten, die kein Nikotin enthalten, ist vorsicht geboten, denn Langzeitstudien haben inzwischen herausgefunden, dass auch das Nikotinfreie Dampfen süchtig machen kann. Der Grund dafür liegt in dem  organischen Aroma-Stoff Pyrazin, der in den Liquids enthalten ist.  Diese Verbindung  wirkt im Gehirn wie ein Ersatz für Nikotin.

Kann die E-Zigarette helfen, sich das Rauchen abzugewöhnen?
In vielen, auch neueren Studien wird das inzwischen festgestellt. ( ZIS-Hamburg, vom juni 2017 ) Über 98 Prozent von 3 320 Rauchern haben es demnach geschafft. Also generell kann man nicht sagen, dass dies nicht funktionieren würde. Es hängt von vielen Faktoren ab, wie stark einer vorher geraucht hat, wie lange. Und nicht zuletzt, wie wichtig es ihm ist, vom Tabak los zu kommen. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, sich das Rauchen abzugewöhnen: Nikotinersatzpräparate, die das kontrollierter ermöglichen, ratsam ist zusätzlich  eine Verhaltenstherapie zu beginnen, die das unterstützt. Das ist effektiver. Wer sich mit Hilfe einer Alternativ-Zigarette das Rauchen abgewöhnen möchte, wählt einen bequemen Weg und der ist meist nicht konsequent.

Die E-Shisha ist eine andere Form der arabischen Wasserpfeife.
Der große Unterschied: Sie enthalten kein Nikotin. Dennoch können Reizungen vom Propylenglykol  ausgelöst werden. Man kann davon ausgehen, dass auch diese Art der  E-Zigarette zur Einstiegsdroge wird. Die fruchtigen oder süßen Geschmacksstoffe, die da angeboten werden, verleiten zum Rauchen. Vor Shisha rauchen sollte eindringlich in den Schulen und Familien gewarnt werden, denn dieser Genuss enthält Suchtpotential. Schließlich hat das auch die Politik erkannt und den Verkauf von E-Zigaretten und E—Shishas an Kinder und Jugendlicher voriges Jahr verboten.

Beitrag von Boris Römer