Eine Frau wäscht sich die Hände , Closeup (Quelle: Colourbox
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Service - Putzen und Hygiene in Corona-Zeiten

Ausführliches Händewaschen, gut abtrocknen, Abstand halten – und sonst so?! Wie kann ich mich womöglich noch anstecken, grundsätzlich mit Keimen und speziell mit dem Corona-Virus? Vielen graut vor Haltestangen in U-Bahnen, Türklinken oder auch Computertastaturen. Wir haben nachgefragt, was man jetzt wie am besten reinigen soll und uns Tipps von einer Medizinerin geholt.

Dr. med. Julia Fischer ist studierte Medizinerin und Journalistin, sie informiert fast täglich im rbb Fernsehen über das Corona Virus. Sie kennt alle offiziellen Empfehlungen der Virologen und auch des Bundesamts für Risikobewertung. Gerade ging es in einem ihrer Beiträge um eine neue Studie zur Haltbarkeit des Virus auf Oberflächen.
Danach hat sich das Corona-Virus im Labor auf Kupfer nur wenige Stunden gehalten, auf Plastik und Edelstahl durchaus einige Tage. Das ist jedoch nicht in unsere Alltags-Realität übertragbar, sagt Julia Fischer: Denn das Virus trocknet schnell aus, auch UV-Strahlung greift es an. Zudem ist eine bestimmte Mindest-Menge des Virus nötig, um einen Menschen zu infizieren.
Es gibt jedenfalls bisher keinen bewiesenen Fall einer Schmierinfektion, also der Übertragung über Oberflächen an andere.
Dennoch: Wer sicher gehen will, reinigt am besten vor allem alle Dinge etwas häufiger und gründlicher, die mehrere Leute berühren - zum Beispiel die Toilettenspülung oder Türklinken. Das geht einfach mit Spülmittel oder Essigreiniger, denn das Corona-Virus hat eine empfindliche Lipidhülle. Lipide sind Fette, und diese fettige Hülle schützt das Virusinnere. Wer die Lipidhülle zerstört, macht damit quasi auch das Virus unschädlich.

Wer sein Handy reinigen möchte: Aus der Hülle nehmen, ausschalten und dann mit nur ganz leicht angefeuchtetem Tuch und zum Beispiel etwas Spülmittel abwischen. Dabei aufpassen, dass keine Feuchtigkeit in die Öffnungen dringt. Die Hülle verträgt mehr Wasser, dann aber erst trocknen lassen vor dem Zusammenbauen.
Und weil Tastaturen sich so schlecht reinigen lassen, packen Leute sie einfach in Tüten oder Folie ein. Die können sie gut abwischen und danach weiter tippen.
Die Putzlappen dann natürlich wie immer in die 60 Grad-Wäsche. Für Handschuhe und Kleidung reichen aber auch niedrigere Temperaturen, denn auch das Waschmittel löst die Fett-Hülle des Virus auf.
Auch die Einkäufe können ruhig erst mal in den Kühlschrank, sagt die Medizinerin - dann nur nach dem Einräumen und wie immer vor dem Essen die Hände gut waschen. Und wer vorsichtig ist, trennt im Moment auch Zeitunglesen und Frühstücken voneinander - auf Papier haftet das Virus zwar eher schlecht. Aber mit der Hand die Zeitung zu halten, dann das Brötchen zu greifen und sich in den Mund zu stecken, empfiehlt sich wohl gerade nicht.

Also: Scharfe Spezialreiniger bitte weiterhin nur für ihre ursprüngliche Bestimmung verwenden. Und wenn Sie doch mal etwas desinfizieren wollen, lassen Sie das Mittel auch wirklich einwirken.
Wer sich und andere noch besser schützen will, kann aus Haushaltszutaten schnell einen Mund- und Nasenschutz basteln: Küchenpapier in Falten legen, die beiden Enden des so entstandenen Streifens über je einem Haushalts-Gummiband zusammentackern, auffalten, fertig. So kann jeder immerhin vor allem andere vor einer Tröpchen-Infektion bewahren.

Beitrag von Corinna Meyer