T-Helferzellen in Blutbahn Grafik (Bild: Colourbox)
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Gute Abwehrkräfte gegen Corona-Virus - Immunsystem im Kampf gegen Corona

Im Kampf gegen das Corona-Virus spielt unser Immunsystem eine besonders große Rolle. Denn im Infektionsfall ist es dafür verantwortlich, die bedrohlichen Viren abzufangen und zu eliminieren. Doch was passiert dann in unserem Körper ganz genau? Und wie kann man sein Immunsystem stärken?

Das neuartige Corona-Virus hat die Welt fest im Griff. Fast 10.000 Menschen haben sich in Berlin und Brandenburg bereits infiziert. Nicht alle aber sind schwer erkrankt. Neben anderen Faktoren kommt auch dem Immunsystem dabei eine tragende Rolle zu. Und dieses lässt sich mit einfachen Mitteln stärken.

Wie bei allen Infektionskrankheiten wird bei Covid-19 das Immunsystem vor eine schwere Belastungsprobe gestellt. Attackieren Coronaviren unsere Atemwege, beginnt das Immunsystem dagegen anzukämpfen. Eine Entzündung entsteht. Die meisten Symptome von Infektionskrankheiten sind Symptome der Elimination von Viren, also Ausdruck des Kampfes, den das Immunsystem führt.

So kämpft das Immunsystem gegen den Erreger:

1. Schritt: Barriere. In den Atemwegen bedecken Flimmerhärchen die Gewebeschicht. Durch wellenartige Bewegungen versuchen sie, Fremdkörper zurückzudrängen. Wenn das klappt, haben die Patienten nur milde Symptome wie Husten.

2. Schritt: zelluläre Abwehr. Das Immunsystem schickt seine Fresszellen los, sie vertilgen den Gegner und schütten chemische Substanzen aus. Damit versucht der Körper, die Ausbreitung zu stoppen. Patienten, bei denen das geschieht, reagieren meist mit Fieber – ein Zeichen, dass das Immunsystem in Fahrt kommt.

3. Schritt: Spezialabwehr. Wenn der Körper es mit den Fresszellen nicht schafft, kommen die Lymphozyten ins Spiel. Sie setzen Botenstoffe frei, die die Körperzellen dazu bringen, die Erreger zu bekämpfen. Außerdem werden die gegnerischen Zellen als fremd markiert. Im Idealfall entstehen bei diesem Prozess Antikörper, diese sorgen dafür, dass die Gifte der Erreger neutralisiert werden. Fresszellen können sie dann unschädlich machen. Wissenschaftler vermuten, dass Patienten, die in ihrem Leben schon mal mit einem der fünf anderen Coronaviren infiziert waren, dadurch bereits Antikörper gebildet haben und so besser gegen das neuartige Coronavirus ankämpfen können.

4. Schritt: Elitetruppe. Die T-Lymphozyten und die T-Killerzellen zerstören mit dem Coronavirus infizierte Zellen – mit allen Kollateralschäden.

So schaden Sie Ihrem Immunsystem:

Schlafmangel, Rauchen, Alkohol und Stress – diese vier Faktoren sind Gift fürs Immunsystem. Erwiesen ist: Wer eine Woche lang statt sieben nur sechs Stunden schläft, hat ein vier Mal so hohes Infektrisiko. Rauchen blockiert den Selbstreinigungsmechanismus der Bronchien. Bei einem Alkoholrausch wird unser Immunsystem für mindestens 24 Stunden deaktiviert.

Auch alle Formen von Stress wirken sich aus. Bei zu viel emotionalem oder beruflichem Stress sendet das Gehirn über die sogenannte Stressachse negative Signale an die Nebennierenrinde. Dabei bilden sich übergroße Mengen von Cortisol – und das stört die Immunabwehr.

So stärken Sie Ihr Immunsystem:

Generell gilt: Gesunder Lebenswandel besteht aus Bewegung, Ernährung, Entspannung. Das fördert das Immunsystem. Mindestens 15-30 Minuten tägliche Bewegung – die Art der Bewegung ist dabei egal, es soll Spaß machen. Positive Effekte zeigen sich schon nach wenigen Tagen.

Pflanzen enthalten häufig antivirale Wirkstoffe. Deshalb sind sie besonders gut geeignet, um sich zu stärken. Dazu reicht schon ein tiefer Griff ins Gewürzfach: Salbei, Thymian oder Oregano sind vorteilhaft. Oder auch Tees wie Thymiantee oder Salbeitee gurgeln und möglichst lange im Rachen behalten.

Außerdem empfehlenswert: alles, was mit Kneipp zu tun hat, zum Beispiel Wechselduschen. Die Wirksamkeit ist in Studien gut belegt. Hilfreich ist auch das sogenannte Waldbaden, was nichts anderes ist als Bewegung im Wald. Im Japan z.B. ist das Waldbaden fester Bestandteil von Gesundheitsfürsorge. Auch hier ist die Wirksamkeit gut belegt. Abgesehen von der generellen Empfehlung, sich in der Natur zu bewegen, atmet man besonders im Wald bestimmte Stoffe ein, die das Immunsystem stärken.

Zusätzliche Hilfe aus der Naturheilkunde:

Zu Beginn aller Erkältungen geht es darum, die Abwehrkräfte zu stärken. Ziel: die bereits eingedrungenen Erreger bekämpfen. Dafür eignet sich zum Beispiel der Purpursonnenhut – auch bekannt als Echinacea purpurea. Der Presssaft aus den Blüten kann dem Immunsystem helfen. Denn: Durch ihn sollen die Blutzellen mehr Signalstoffe bilden, außerdem werden offenbar die Fresszellen leistungsfähiger, Blutzellen teilen sich schneller. Studien zeigen sogar, es bilden sich Antikörper. Echinacin gibt es als Extrakt, Tablette oder Lutschpastille. Bei allen dreien ist es wichtig, auf eine ausreichende Wirkstoffmenge zu achten.

Auch sie ist gut zu Beginn einer Erkältung: die afrikanische Pelargonie. Sie hilft vor allem den Bronchien. Der Extrakt der Wurzel steigert die Aktivität der Flimmerhärchen auf der Schleimhaut. Infizierter Schleim wird besser abtransportiert. Erreger können sich nicht so gut anheften. Den Extrakt drei Mal täglich einnehmen, jeweils 30 Tropfen werden empfohlen.

Beitrag von Christine Knospe