Ein Man schmiert Margarine oder Butter auf eine Scheibe Brot (Quelle: Colourbox)
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Service - Margarine im Warentest

Früher galt Margarine als Arme-Leute-Fett, als "künstliche, preiswerte Butter". Das hat sich grundlegend geändert. Inzwischen geben bewusste Esser der Margarine den Vorzug, weil sie aus Pflanzenölen hergestellt wird, die gesünder sind als das Milchfett in der Butter. Welche Margarinen bei Stiftung Warentest wie abgeschnitten haben, erklärt unser Gast Nicole Merbach.

Margarine im Test

Margarine ist vielseitig: Sie eignet sich zum Backen, Braten, Kochen und als Brotaufstrich. Die Stiftung Warentest hat jetzt 19 Vollfettmargarinen und Streichfette mit Fettgehalten von 70 bis 80 Prozent, darunter drei Bioprodukte, getestet. Dabei wurde festgestellt. Die Margarine basiert auf gesünderen Fetten als Butter. Allerdings sind einige Produkte deutlich schadstoffbelastet. Es ist also wichtig genau zu schauen, welche Margarine auf den Tisch kommt.

Gesättigte und ungesättigte Fettsäuren

Gesättigte Fettsäuren finden sich in allen tierischen Lebensmitteln, wie Butter, Milchprodukten, Fleisch und Wurstwaren. Zudem sind sie Bestandteil pflanzlicher, fester Fette. Diese Art von Fettsäuren verlangsamt den Stoffwechsel und sorgt auf diesem Weg für einen höheren Cholesterinspiegel. Es kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und demzufolge zu einem erhöhten Herzinfarktrisiko kommen.

Ungesättigte Fettsäuren werden zwischen einfach und mehrfach ungesättigt unterschie­den. Die einfach ungesättigten Fettsäuren können den LDL-Cholesterinspiegel senken und das - als das gute Cholesterin bezeichnete - HDL steigern. Einfach ungesättigte Fettsäuren befinden sich z. B. in Oliven- oder Rapsöl.

Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind für den Menschen ebenso wichtig, denn diese können nicht vom Körper selbst hergestellt werden. Für die Zellstruktur ist beispielsweise  Linolsäure sehr wichtig. Zudem wird noch zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren unterschieden. Diese sind dafür verantwortlich, Entzündungen abbauen und den Körper vor Rheumaerkrankungen zu schützen.

Omega-3-Fettsäuren

Supergesund: Diese mehrfach ungesättigten Fettsäuren wirken nachweislich positiv auf Blutdruck, Blutgerinnung und die Herzgesundheit. Vor allem in Lein- und Rapsöl sind sie enthalten.

Omega-6-Fettsäuren

Gesund: Linolsäure, eine Omega-6-Fettsäure, senkt den Cholesterinspiegel. Sonnenblumenöl ist reich an der mehrfach ungesättigten Fettsäure.

Einfach ungesättigte Fettsäuren

Auch sie senken das Cholesterin im Blut. Ölsäure ist die bekannteste Vertreterin. Wer Margarine mit viel Rapsöl kauft, bekommt reichlich davon.

Gesättigte Fettsäuren

Zu viel ist ungesund: Vor allem langkettige gesättigte Fette erhöhen das ungünstige LDL-Cholesterin im Blut. Hohe Gehalte gesättigter Fettsäuren haben Margarinen mit viel Kokos- und Palmfett.

Der Ratschlag von der Stiftung Warentest lautet:

Deli Reform für 1,44 Euro je 500 Gramm. Die Margarine enthält viele gesunde Fettsäuren und ist als Einzige sehr gut im Geschmack. Ihr folgen günstige Margarinen der Handelsketten Edeka, Aldi (Nord), Aldi Süd, Kaufland, Netto Marken-Discount und Rewe – je 75 Cent pro 500 Gramm Becher. Auch die vegane Sojola (1,77 Euro) ist gut. Das beste Fettsäuremuster bietet Becel Gold (3,20 Euro).

Beitrag von Christine Wiedergruen