Service - Sarkopenie: Muskelschwund im Alter

Ein seltsam klingendes Wort mit einem ernsten Hintergrund: Sarkopenie. Darunter versteht man den mit fortschreitendem Alter zunehmendem Abbau von Muskelmasse und Muskelkraft. Schätzungen zufolge ist etwa die Hälfte der über 80-Jährigen von Muskelschwund betroffen. Ein lange unterschätztes Risiko, denn dadurch steigt die Gefahr zu stürzen und sich ernsthaft zu verletzen.

Dass unser Körper im Laufe des Lebens Muskeln abbaut und in Fett umwandelt, ist ein ganz natürlicher Prozess. Bereits ab 50 verliert der Mensch zwischen 0,8 und 1 Prozent Muskelmasse pro Jahr.  Um das 70. Lebensjahr nimmt dieser Prozess an Fahrt auf. Ohne Training büßt der Mensch bis zum 80. Lebensjahr fast die Hälfte seiner Muskelmasse ein. Dieses Phänomen nennt man Sarkopenie. Lange wurde das Problem unterschätzt. Obwohl der altersbedingte Muskelabbau große Risiken birgt. Denn durch die verringerte Muskelkraft ist die Gefahr zu stürzen und sich etwas zu brechen, erhöht. Wenn man dann aufgrund einer Erkrankung lange liegen muss, schreitet der Muskelabbau weiter fort. Die  Folge ist eine  zunehmende Gebrechlichkeit und ein Verlust der Selbständigkeit.
Die gute Nachricht ist, dass sich der Muskelabbau durch regelmäßige Bewegung aufhalten und sogar umkehren lässt - egal in welchem Alter. Experten raten, spätestens mit 50 mit dem Muskeltraining zu beginnen. Außerdem sollte Bewegung fest in den Alltag integriert werden (Treppen steigen statt Fahrstuhl; laufen statt Auto etc.) In vielen Gemeinden werden Sport-Kurse speziell für Ältere angeboten. Vor dem Training sollten sich ältere Menschen aber auf jeden Fall gründlich von ihrem Arzt untersuchen lassen, um individuelle Risiken abzuklären. Mindestens 140 bis 150 Minuten Training pro Woche (also 20-30 Minuten pro Tag)  sind nötig, um Muskelmasse aufzubauen.
Wer den Gang ins Fitnessstudio scheut, kann auch im heimischen Wohnzimmer etwas für seine Muskeln tun. Dazu reichen schon  wenige Hilfsmittel, etwa ein Theraband, kleine Hanteln, eine gefüllte Wasserflasche. 
Die zweite wichtige Säule zur Vorbeugung von Muskelschwund ist die Ernährung. Menschen ab 65 sollten auf eine besonders eiweißreiche Kost achten, denn im Alter benötigt der Körper mehr von dem Baustoff. Hochwertiges Eiweiß steckt unter anderem in Fisch, Quark und Hülsenfrüchten. Von zu viel Fleisch raten die meisten Ärzte dagegen ab. 
Noch gibt es kein Medikament gegen den Muskelabbau, doch es ist denkbar, dass das in den nächsten Jahren kommt.

Beitrag von Sina Krambeck