Ein Mann mit Rückenschmerzen (Quelle: Colourbox)
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Service - Tipps und Therapien bei Nackenschmerzen

Es zieht, es drückt, es schmerzt – wenn der Nacken streikt, geht häufig nichts mehr. Dahinter steckt meist eine Muskelverspannung an der Halswirbelsäule – ein Leiden aus einer Welt der Schreibtische und der Handys. Millionen Deutsche klagen darüber. Und es werden immer mehr.

Wer täglich stundenlang den Kopf senkt, etwa beim Starren auf Smartphone, Tablet oder Laptop, bekommt zwangsläufig Nackenschmerzen. Denn: Durch die Neigung des Kopfes nach unten lastet ein Vielfaches seines Gewichts auf dem Nacken. Schon bei einem Neigungswinkel von 45 Grad sind es etwa 24 Kilo. Noch dazu ist der Blick meist völlig unbeweglich, die Körperhaltung wird nur selten verändert. Doch das Problem betrifft nicht nur Smartphone- oder Tablet-Nutzer: Fehlhaltungen entstehen auch am Schreibtisch oder vor dem Fernseher. Durch falsches Sitzen und wenig Bewegung entstehen im Halswirbelbereich Blockaden. Um das auszugleichen, spannt sich die Muskulatur an. Sie wird dicker und verhärtet, drückt dann auf die Nerven und verursacht so Schmerzen.

Eine weitere Ursache kann eine falsch angepasste Gleitsichtbrille sein. Denn sie hat verschiedene Zonen – oben für die Fernsicht, unten für die Nähe und eine Übergangszone in der Mitte. Sitzen diese optischen Zonen nicht optimal, schaut der Brillenträger immer leicht nach oben oder nach unten – auf Dauer führt auch das zu Fehlhaltungen. Wichtig für Brillenträger: beim Optiker die Brille perfekt anpassen lassen und gegebenenfalls eine separate Arbeitsbrille kaufen. Auch immer wieder im Verdacht: das Kopfkissen. Die beliebten Nackenrollen etwa sind ungeeignet für die Nacht, denn die Halswirbelsäule wird dabei überstreckt und die Nervenaustrittspunkte werden eingeengt. Die einfachste Lösung: ein Kissen im Format 40 x 80 cm. Da es schmaler als die üblichen quadratischen großen Kopfkissen ist, liegen wirklich nur der Kopf und der Nacken auf dem Kissen. Die Schultern bleiben ausgespart. Je nachdem, wie niedrig oder hoch das Kissen (je nach Halspartie) sein soll, kann man eine unterschiedliche Füllung wählen.

Übungen für den Nacken
Gegen Verspannungen hilft laut Experten nur Bewegung. Mit gezielten Übungen werden Wirbelsäule und Schultern mobilisiert, der Nacken entlastet. Also raus aus der Fernsehsessel-Haltung – stattdessen aufrecht auf einen Hocker setzen. Nacken lang machen, Schultern zurück, Brustbein heben. Dann den Kopf auf beide Seiten drehen. Immer bis zum Bewegungsende. Jetzt Hanteln zur Hilfe nehmen – möglich sind auch zwei Wasserflaschen. Im Wechsel die Arme nach oben führen. Wichtig: Die Arme dabei immer gestreckt lassen. Zweite Hantel-Übung: Die Arme nun beide gleichzeitig und zur Seite führen.

Als Nächstes seitlich auf eine Matte legen. Die Arme in Schulterhöhe zuerst ausstrecken, dann einen Arm über die Schulter hinweg nach hinten führen. Wichtig: Das Becken bleibt dabei fest auf dem Boden. Nur so kommt die Bewegung in der Brustwirbelsäule an. Nun auf den Bauch drehen, die Stirn leicht anheben. Die Arme zeigen nach vorne, der Daumen nach oben.  Die Schulterblätter zusammenziehen, die Arme vor- und zurückführen. Zuletzt ist die Rückenlage dran. Die Arme neben dem Körper ablegen, der Daumen zeigt nach außen. Das Kinn an die Brust drücken, den Nacken lang machen und langsam einrollen und wieder senken. Am besten immer beim Anheben des Kopfes ausatmen.

Beitrag von Christine Knospe