Eine Frau lächelt und zeigt ihre weißen Zähne (Quelle: Colourbox)
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Service - Volkskrankheit Parodontitis

Jeder zweite Erwachsene hat Paradontitis. Die Zahnbetterkrankung ist eine bakteriell bedingte chronische Entzündung, die sich in einer weitgehend irreversiblen Zerstörung des Zahnhalteapparates zeigt. Wir erklären, wie es zur Parodontitis kommt, wie man sie erkennt und was man dagegen machen kann. Im Skype-Gespräch: Prof. Falk Schwendicke, Charité Berlin

enn Zähneputzen zur blutigen Angelegenheit wird, sollten die Alarmglocken schrillen. Denn eine Entzündung des Zahnfleisches, verursacht von Bakterien in den Zahnfleischtaschen und Zahnzwischenräumen, kann am Ende zum Zahnverlust führen. Erst bildet sich das Zahnfleisch zurück, dann der Knochen; so lockern sich die Zähne und fallen schließlich aus. Jeder zweite Deutsche hat zeitweise Probleme mit seinem Zahnfleisch. Rechtzeitig erkannt, lässt sich eine Parodontitis jedoch gut behandeln.

Ursachen und Risikofaktoren für eine Parodontitis
Eine Parodontitis wird durch mangelhafte Zahnpflege, Rauchen, falsche Ernährung (zu viele Kohlehydrate, vor allem zu viel Zucker) oder auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes begünstigt.

Diagnose der Parodontitis
Eine Parodontitis erkennt man nicht nur daran, dass das Zahnfleisch beim Zähneputzen blutet. Auch Rötungen und Schwellungen des Zahnfleisches oder freiliegende, empfindliche Zahnhälse können Symptome sein. Zur eindeutigen Diagnose misst der Zahnarzt alle zwei Jahre bei der Kontrolluntersuchung die Tiefe der Zahnfleischtaschen. 2-3 mm sind normal, sind die Taschen 4-7 mm tief, liegt eine leichte (4mm) bis ausgeprägte (7 mm) Parodontitis vor.

Behandlung einer Parodontitis
Die Zahnoberflächen sowie die Zahnfleischtaschen werden manuell oder per Ultraschall von den Bakterien gesäubert. Sind die Taschen tiefer als 7 mm, werden sie chirurgisch gereinigt. Unter örtlicher Betäubung wird das Zahnfleisch dann heruntergeklappt, um die Beläge zu entfernen.

Ganz wichtig ist die regelmäßige Kontrolle danach im Abstand von zwei bis drei Monaten, denn Parodontitis ist eine chronische Krankheit und kann immer wieder auftreten. Bei Bedarf müssen die Zahnfleischtaschen immer wieder von Neuem gereinigt werden. Denn einmal zurückgegangenes Zahnfleisch kann sich nicht wieder regenerieren.

Richtige Zahnpflege zur Vermeidung von Parodontitis
Zur richtigen Zahnpflege gehört mehr als zweimal täglich gründlich die Zähne zu putzen. Neben der Zahnbürste empfehlen Experten täglich die Anwendung von Interdentalbürsten oder Zahnseide. Interdentalbürsten werden in den Zahnzwischenraum geschoben und dann sanft hin und her bewegt. Es gibt sie in verschiedenen Größen. Sind die Zahnzwischenräume für die Bürsten zu klein, kommt stattdessen Zahnseide zur Anwendung. Es gibt sie gewachst oder ungewachst. Der Faden wird zwischen zwei Zähnen eingefädelt und am Zahn vorsichtig auf und ab bewegt.

Beitrag von Gela Braun