Mädchen am Strand mit Sonnencreme, Foto: Colourbox
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Mädchen am Strand mit Sonnencreme | Bild: colourbox

Service - Der richtige Sonnenschutz – worauf Sie achten müssen

200.000 Menschen erkranken allein in Deutschland jedes Jahr neu an Hautkrebs. Schuld daran ist hauptsächlich die Sonne. Doch man kann sich schützen. Wie das geht und wie man Hautkrebs erkennt, darüber berichtet Bestseller-Autorin und Hautärztin Dr. Yael Adler bei zibb.

Unter dem Begriff Hautkrebs versteht man unterschiedliche Krebserkrankungen der Haut. Die häufigsten sind dabei das Basalzellkarzinom und das Spinaliom , die auch als heller oder weißer Hautkrebs bezeichnet werden. Die dritthäufigste Hautkrebsart ist das maligne, also bösartige Melanom, auch bekannt als schwarzer Hautkrebs. Der schwarze Hautkrebs kann unter Umständen Metastasen im Körper bilden, das heißt, es entstehen Tumore auch in anderen Organen. Das kann mitunter zum Tod führen. Aber: Das ist relativ selten. Hautkrebs ist nur für ein Prozent aller Krebstodesfälle verantwortlich.

Erkennt man Hautkrebs frühzeitig, ist er gut behandelbar. Krankenkassen bezahlen Versicherten ab 35 alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening. Dabei untersucht der Haut- oder Hausarzt den ganzen Körper gründlich auf Auffälligkeiten. Das ist besonders wichtig, da Hautkrebs überall am Körper entstehen kann – auch dort, wo die Sonne kaum hinkommt: auf der Kopfhaut, an Schleimhäuten der Genitalien oder unter Fuß- und Fingernägeln.

Hautkrebs erkennen
Weißer Hautkrebs kann sich durch eine schuppige, gerötete oder bräunlich-gelbe Hautstelle zeigen. Oder eine schorfige oder verkrustete Wunde, die manchmal blutet. Die Stelle ist meist recht empfindlich und weist oft verhornte Bereiche auf. Schwarzer Hautkrebs entsteht manchmal in einem älteren Muttermal. Deshalb sollte man seine Muttermale immer im Auge behalten. Sehr viele Melanome wachsen jedoch neu auf der Haut. Ein typisches Melanom ist ein flacher, dunkler, unregelmäßig gefärbter Hautfleck. Er kann braun bis schwarz, bläulich, rötlich oder selten auch weiß sein und auch hautfarbene Stellen haben. Manchmal erscheint ein Melanom aber auch als braunes bis schwarzes, leicht erhabenes Knötchen.

Muttermale beobachten
Rund 20 Muttermale haben Menschen im Durchschnitt. Sie entstehen durch eine Ansammlung von Pigmenten, also braunem Farbstoff in der Haut. Das ist zunächst ungefährlich. Wer aber besonders viele Muttermale hat, sollte sie im Auge behalten. Denn: Ihre Zahl steigt meist mit der Menge der Sonneneinstrahlung, vor allem im Kindesalter. Um auffällige Hautstellen identifizieren zu können, dabei hilft die sogenannte ABCDE-Regel. A steht für Asymmetrie. Der Fleck ist also unregelmäßig geformt. B steht für Begrenzung. Der Fleck hat also einen unscharfen oder ausgefranst wirkenden Rand. C steht für Colorit. Der Fleck ist also ungleichmäßig gefärbt. D steht für Durchmesser. Der Fleck ist also im Durchmesser mehr als fünf Millimeter groß. Und E steht für Erhabenheit. Der Fleck ragt also aus dem Hautniveau hervor.

Sonnencreme richtig anwenden
Hautkrebs kann sowohl durch UVA- als auch durch UVB-Strahlung ausgelöst werden. Die meisten Sonnencremes schützen mittlerweile vor beiden Strahlungsarten. Wichtig ist, die Sonnencreme richtig anzuwenden. Erstens, die Menge. Eine Flasche Sonnencreme mehrere Jahre lang benutzen? Keine gute Idee. In einer Woche Strandurlaub sollte ein Erwachsener ungefähr drei Flaschen aufbrauchen. Pro Eincremen also immer 30 – 40 ml nehmen. Zweitens, der Lichtschutzfaktor. Theoretisch gilt: Die Eigenschutzzeit der Haut mit dem Lichtschutzfaktor multipliziert, ergibt die Dauer des Sonnenbads. Der helle Hauttyp zum Beispiel hat einen Eigenschutz von rund 10 Minuten. Mit Lichtschutzfaktor 20 wären es 200 Minuten sorgenfreies Sonnenbaden. Nicht ratsam, sagen Hautärzte. Drittens, das Nachcremen. Die meisten Sonnencremes sind laut Hersteller wasserfest. Doch Vorsicht: Darauf sollte man sich keinesfalls verlassen. Nach dem Baden also immer nachcremen. Und auch Schwitzen oder der Kontakt mit Kleidung kann den Schutz gefährden.

Sonne meiden
Immun gegen Schäden durch die Strahlung machen Sonnencremes allerdings nicht. Deshalb: Mittagssonne in jedem Fall meiden. Und: Auch im Schatten kann man Sonnenbrand bekommen. Im Schatten unter dem Schirm bekommt man noch bis zu 50 Prozent der UV-Strahlung ab. Die genaue Dosis hänge von der Reflexion des Bodens ab, und davon, wie UV-durchlässig der Sonnenschirm ist. Sicherer ist der Schatten, den zum Beispiel ein solides Gebäude wirft. Am wirksamsten schützt Kleidung. Deshalb: Gerade bei lichtem Haar immer spezielle Kopfbedeckung mit UV-Schutz tragen! Generell gilt: Je dunkler und dichter der Stoff ist, desto weniger UV-Strahlung kann ihn durchdringen – dementsprechend kleiden sich auch Wüstennomaden, die sich in dicke schwarze Tücher hüllen. Bei dünnen, weißen T-Shirts kommt hingegen noch fast die Hälfte der UV-Strahlung auf der Haut an.

Beitrag von Christine Knospe