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Service - Schilddrüsen-Check nicht vergessen!

Etwa jeder dritte Erwachsene hat im Laufe seines Lebens Probleme mit der Schilddrüse. Meist sind es hormonelle Störungen, Unter- oder Überfunktion, oft gibt es auch Mischformen. Auch Knoten können entstehen. Wir klären, bei welchen Symptomen man seine Schilddrüse checken lassen sollte und wann ein OP notwendig ist.

Die Schilddrüse ist ein ziemlich kleines Organ und findet oft wenig Beachtung. Doch ist ihre Funktion gestört, kann das ernsthafte Auswirkungen auf viele wichtige Körperfunktionen haben. Eine kranke Schilddrüse bleibt oft lange unentdeckt. Viele Betroffene wissen gar  nicht, dass sie unter einer Fehlfunktion der Schilddrüse leiden. Wir verraten Ihnen, welche Symptome auf eine Schilddrüsen-Erkrankung hindeuten und was sich dagegen unternehmen lässt.

Bei fast jedem dritten Deutschen stimmt etwas nicht mit der Schilddrüse. Viele kämpfen jahrelang mit Beschwerden, ohne  dass sie darauf kommen, dass die Ursache dafür in der Schilddrüse liegt.

Welche Funktion hat die Schilddrüse?

Das kleine schmetterlingsförmige Organ sitzt direkt unter dem Kehlkopf und produziert die Hormone T 3 und T 4. Die wirken im ganzen Körper, treiben Herz und Kreislauf an. Sie beschleunigen die Verdauung und heben die Stimmung. Der gesamte Stoffwechsel ist von der Schilddrüse abhängig. Wenn mit ihr etwas nicht stimmt, geraten viele Körperfunktionen durcheinander. Doch oft sind die Symptome so unspezifisch, dass die Betroffenen an andere Auslöser denken.

Welche Symptome gibt es?

Bei einer Überfunktion produziert die Schilddrüse zu viele Hormone. Dadurch kommt es zu einer Anregung des Stoffwechsels. Das Herz rast, es kann zu Schweißausbrüchen kommen, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und die Betroffenen fühlen eine unerklärliche Nervosität und Unruhe.
Eine Unterfunktion äußert sich dagegen mit Antriebsarmut, man ist häufig müde, hat depressive Verstimmungen, friert leicht, hat eine unerklärliche Gewichtszunahme, brüchige Fingernägel, spröde Haare.
Bemerkt man solche Symptome bei sich, sollte man immer auch die Schilddrüse checken lassen, am besten von einem Facharzt.
Die Unterfunktion, bei der die Schilddrüse zu wenig Hormone produziert, kommt häufiger vor als die Überfunktion. In der Regel muss der Patient dann dauerhaft Schilddrüsen-Hormone einnehmen.
Unabhängig von Über- oder Unterfunktion bilden sich in der Schilddrüse häufig Knoten. Und zwar sogenannte heiße oder kalte Knoten. Um welche Art es sich handelt, klärt eine  Szintigrafie, ein spezielles bildgebendes Verfahren. Ein heißer Knoten produziert mehr Hormone als das umliegende Gewebe,  daher erscheint dieser Bereich orange-rot im Szintigramm. Er kann zum Beispiel durch Jodmangel entstehen und führt häufig zu einer Überfunktion der Schilddrüse.
Bildet der Knoten keine Hormone, bezeichnen Ärzte ihn als kalt. Im Szintigramm ist der Bereich blau-grün. Ein kalter Knoten kann Folge einer Entzündung sein und sich in seltenen Fällen bösartig verändern. Daher sollte man die Größe des Knotens regelmäßig untersuchen lassen. Im Zweifel raten Ärzte dazu, den Knoten zu entfernen.

Solange die Schilddrüse noch normal arbeitet, bekommen Betroffene oft nichts von den Knoten mit. Wenn sich jedoch das Organ vergrößert, kann es von außen sichtbar werden. Am Hals bildet sich ein Kropf. Er kann auf die Luftröhre drücken und so das Schlucken erschweren, zu einem "Kloßgefühl" im Hals führen oder zu Heiserkeit. Kommt es durch den oder die Knoten zu einer Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, kann sich dies durch die oben erwähnten Symptome äußern.

Bereiten kalte oder heiße Knoten Probleme, müssen sie behandelt werden. Entweder mit  Medikamenten, einer sogenannten Radiojodtherapie oder einer Operation. Welches Verfahren sich am besten eignet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Teilweise werden die Methoden auch miteinander kombiniert.


Beitrag von Sina Krambeck