Wecker - Müde frühmorgens, Foto: Colourbox
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Müde, müde, müde .... | Bild: Colourbox

Service - So überwindet man Schlafstörungen

Existenzängste, Sorgen um die eigene Gesundheit und die der Angehörigen: Die Corona-Krise sorgt derzeit bei vielen Menschen für schlaflose Nächte und Albträume. Betroffene finden nicht in den Schlaf, wachen mitten in der Nacht auf und fühlen sich morgens wie gerädert. Wir geben Tipps, wie man auch in diesen Zeiten für erholsamen Schlaf sorgen kann und was gegen Albträume hilft.

Auch schon vor der Corona-Krise klagten Studien zufolge Millionen Deutsche über Schlafstörungen. Doch die aktuelle Lage schlägt noch einmal zusätzlich auf die Stimmung und erzeugt Stress. Das wiederum begünstigt Schlafstörungen. Hinzu kommt, wenn man den ganzen Tag nur Zuhause ist, bekommt der Körper zu wenig Licht und zu wenig Bewegung. Das führt dazu, dass man abends nicht einschlafen kann. Wichtige Zeitgeber (Sonne, Licht) fehlen, der Körper ist irritiert und kommt mit den Schlafenszeiten durcheinander.

Hin und wieder – auch für Wochen - schlecht zu schlafen ist vollkommen normal, sagt der Schlafforscher Albrecht Vorster. Wer mehr als dreimal die Woche schlecht schläft und das über ca. 2 Monate hinweg und wenn die eigentliche Ursache (z.B. Stress) vorbei ist und man dennoch unruhig schläft, spricht man von Schlafstörung. Dann sollte man zu einem Arzt. Zunächst zum Hausarzt, um abzuklären ob nicht eine organische Störung vorliegt, wie in etwa einem Viertel der Fälle die Schilddrüse, Schnarchen, restless legs. Sollte keine organische Ursache gefunden werden, dann hilft am besten der auf Schlafstörungen geschulte Psychologe.

Warum träumen wir?
Viele Menschen werden jetzt von Albträumen geplagt. Beim Träumen werden meist Alltagssituationen nachgespielt. Wenn der jetzige Alltag von Sorgen und Ängsten dominiert ist, wird das natürlich auch im Traum verarbeitet. Ein sehr häufiger Albtraum ist z.B. Fallen aus großer Höhe. Da braucht es nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, dass dahinter die Angst steckt, dass einem sprichwörtlich der Boden unter den Füßen weggezogen wird.
Träume sollte man nicht überbewerten, findet Albrecht Vorster. Sie müssen immer im Kontext des eigenen Lebensumfeldes gedeutet werden, da sie immer auf eigenen Erlebnissen und Gedanken basieren. Einzelne Symbole rauszugreifen führt einen in eine falsche Richtung. Träume können jedoch einen Zugang zur Reflexion über das eigene Leben bieten.
Wir alle wachen nachts mehrmals kurz auf, ohne dass wir es mitbekommen. Im Durchschnitt bis zu 25 mal pro Nacht. Der Grund liegt in der Evolution: So konnten unsere Vorfahren sich davon überzeugen, dass die Umgebung noch warm und sicher ist. Und wir alle träumen, auch wenn wir uns am Morgen nicht mehr daran erinnern. Und zwar in allen Schlafphasen, und nicht nur, wie lange gedacht, im so genannten REM-Schlaf.
Warum wir träumen, dazu gibt es viele Theorien. Die meisten Forscher glauben, dass unser Gehirn damit Alltagserlebnisse verarbeitet, Gelerntes abspeichert und neue Nervenverbindungen knüpft. Beim Träumen sehen wir unserem Gehirn quasi beim Arbeiten zu.
Stress und Angst stören unsere Schlaf. Wer auf Dauer schlecht schläft, ist am nächsten Tag nicht nur müde und schlapp, sondern erhöht sogar sein Risiko für einen Herzinfarkt. Denn bei Anspannung schüttet unser Körper auch im Schlaf Stresshormone aus. Adrenalin und Cortisol weiten die Gefäße. Blutdruck und Pulsfrequenz steigen an. Bei Dauerstress können die Gefäße versteifen und es können sich Ablagerungen von Fett und Kalk bilden, die sogenannte Arteriosklerose. Sie ist ein wichtiger Risikofaktor für einen Herzinfarkt. Länger anhaltende Schlafstörungen sollte man also ernst nehmen.

Was hilft gegen Albträume?
Menschen, die häufig unter Albträumen leiden, wird geraten, diese aufzuschreiben und ihnen ein gutes Ende anzudichten. Das Geschriebene mit dem positiven Ende sollte man über zwei Wochen immer wieder vor dem Einschlafen lesen. Das schleift sich dann ein und dann träumt man das Ende auch irgendwann. Übrigens bedeutet es nicht unbedingt, dass albtraumgeplagte Menschen ein psychisches Problem haben. Häufig sind es Menschen, die dünnhäutiger sind als andere, sich um vieles Sorgen machen.

Einschlaftipps
Menschen, die jetzt in der aktuellen Situation schlecht schlafen, rät Schlafforscher Vorster dazu, zweimal am Tag ausgiebig spazieren zu gehen. Das Licht spielt eine große Rolle bei unserem Wach-Schlaf-Rhythmus bzw. der inneren Uhr. Und eine heiße Badewanne vorm Schlafen entspannt die Muskeln. Der Körper kann besser loslassen. Auch feste Abend-Routinen sind wichtig als Einschlafsignal. Von Schlafmitteln dagegen rät er ab. Gerade für ältere Menschen seien sie gefährlich. Sie würden die Leber belasten und stark abhängig machen. Schlafmittel seien nachweislich für eine Vielzahl an Oberschenkelhalsbrüchen verantwortlich, da sie für Gangunsicherheit sorgten.

 

Beitrag von Sina Krambeck