Service - Schnelle Schlankmacher? Diätdrinks im ÖKO-TEST

Die Zeitschrift ÖKO-TEST hat 14 Diätdrinks aus Drogerien, Apotheken und Supermärkten unter die Lupe genommen. Das Fazit: Wunder können sie nicht vollbringen. Die Testergebnisse reichen von befriedigend bis ungenügend.

Studiogast: Birgit Hinsch, Redakteurin ÖKO-TEST

Nach den Feiertagen wollen 34 Prozent der Deutschen fasten und ein paar lästige Pfunde verlieren. Besonders einfach soll das mit Diätdrinks funktionieren – so zumindest das Werbeversprechen. Ökotest hat 14 Produkte in verschiedenen Preisklassen getestet. Das bescheidene Ergebnis: Die fünf besten Diätdrinks schneiden allesamt nur mit „befriedigend“ ab. Sie enthalten Eiweiß, Mineralstoffe, künstliche Vitamine und Aromen.

Der Diät-Drink vom Bio-Anbieter „Trinkkost“ ist als einziger mit getrockneten und gemahlenem Obst und Gemüse sowie Nüssen angereichert, schneidet in der Gesamtwertung aber trotzdem nur mit „mangelhaft“ ab. Der Preis und das Merkmal „Bio“ entscheiden also nicht über die Qualität.

Zu den besseren Drinks zählen auch preiswerte Produkte von DM oder Aldi. Als „mangelhaft“ bis „ungenügend“ erweisen sich Produkte mit bedenklichen Inhaltsstoffen: weit verbreitet sind künstliche Vitamine und Aromen, gefunden wurden aber auch Rückstände von Reinigungsmitteln, gentechnisch veränderte Organismen, Pestizide und Rückstände von Mineralöl, die auch in Kunststoffverpackungen zu finden sind (MOSH/POSH). Keine guten Aussichten für einen gesunden Einstieg ins neue Jahr.

Es gibt auch andere Wege zu purzelnden Pfunden: Das Heil-Fasten mit Fruchtsäften, Gemüsebrühe und viel Bewegung steht bei Ernährungsexperten hoch im Kurs. Auch die „Low-Carb-Diäten, bei denen auf Zucker und nähstoffarme Kohlenhydrate verzichtet wird. Das stärkt den gesamten Organismus und kann auch längerfristig zu einer sinnvollen Ernährungs-Umstellung führen.

Diätpulver eignet sich besser für kürzere Diäten und kann helfen, wenn ein paar Regeln beachtet werden: Diätpulver hat maximal 400 Kilokaloien pro Mahlzeit, laut EU-Bestimmung wird diese Grenze im September 2019 auf maximal 250 Kilokalorien herabgesetzt. Es sollte mindestens zwei Mahlzeiten täglich ersetzen, bei einer insgesamt  kalorienarmen Ernährung. Ausreichend Bewegung hilft gegen Muskelabbau, wichtig ist auch viel Flüssigkeit:  2-3 Liter Wasser und Tee. Die Verpackung sollte genaue Anwendungshinweise enthalten.

Wer erfolgreich abnehmen möchte, berät sich vorher bestenfalls mit einem Arzt. Dann können auch Diätdrinks der Einstieg in eine bewusstere Ernährung sein.

Beitrag von Dagmar Kniffki