Illustration Suizid: Eine Hand neben verstreuten Pillen (Bild: colourbox.com)
colourbox
Bild: colourbox

Service - Gefahr durch Missbrauch von Schmerzmitteln

Frei verkäufliche Schmerzmittel werden oft achtlos geschluckt. Dabei können sie gravierende Nebenwirkungen haben. Etwa Abhängigkeit oder chronische Schmerzen. Wir klären über die Risiken auf aber auch über die positiven Wirkungsfelder der Schmerzmittel auf.

Studiogast: Prof. Gerd Glaeske, Arzneimittelversorgungsforscher, Gesundheitswissenschaftler und Apotheker

Der Rücken schmerzt, der Kopf tut weh, das Knie knirscht. Gründe für den Griff zur Pille gibt es viele. Millionen Deutsche nehmen regelmäßig Schmerzmittel ein, manchmal sogar wochen- oder monatelang. Doch rezeptfrei heißt noch lange nicht ohne Risiko.

Nebenwirkungen rezeptfreier Schmerzmittel
Werden rezeptfreie Schmerzmittel über einen längeren Zeitraum oder in zu hoher Dosierung eingenommen, können gefährliche Nebenwirkungen auftreten. Diese reichen von Magenbeschwerden bis hin zu Magen- und Darmblutungen, von Leber- und Nierenschäden bis hin zu Nierenversagen, von Blutdruckanstieg bis hin zu Herzinfarkt oder Schlaganfall. Zu hoch dosiert sind sogar tödliche Vergiftungen möglich. Bei Menschen mit Vorerkrankungen können die Nebenwirkungen noch drastischer ausfallen als bei Gesunden.

Wirkstoffe rezeptfreier Schmerzmittel
Im Großen und Ganzen gibt es vier unterschiedliche Wirkstoffe bei rezeptfreien Schmerzmitteln: Ibuprofen, ASS (Acetylsalicylsäure), Paracetamol und Diclofenac. Ibuprofen dämpft den Schmerz und wirkt zudem gegen Fieber und Schwellungen. ASS ist vor allem bei Kopfschmerzen wirksam. Paracetamol ist schmerzlindernd und gleichzeitig fiebersenkend. Diclofenac hilft bei Gelenkschmerzen und wirkt darüber hinaus entzündungshemmend.

Dosierung rezeptfreier Schmerzmittel
Faustregel für Gesunde: Insgesamt sollte man nicht mehr als zehn Tabletten pro Monat und maximal an drei bis vier Tagen im Monat einnehmen. Generell gilt: Wenn die Schmerzen nach vier Tagen immer noch anhalten, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Nicht-medikamentöse Alternativen zu Schmerzmitteln
Massagen, Bewegungstraining oder Gymnastik bei Gelenkschmerzen. Ätherische Öle (z.B. Pfefferminzöl) oder Akupressur bei Kopfschmerzen. Wärme (z.B. Rotlichtlampe), Entspannungsübungen oder entspannende Musik bei Verspannungen.

Beitrag von Gela Braun