Service - Darüber spricht man nicht – Körpertabus

"Darüber spricht man nicht" ist der Titel des zweiten Buches von Dr. Yael Adler. Was die Fachärztin hier diagnostiziert und helfend bespricht, ist für viele peinlich oder mit Tabus belegt: Körpergerüche, Körpergeräusche, Erektionsstörungen oder rückwärtiges Jucken sind nur einige Themen, an die sie sich herantraut.

Wir sprechen mit Frau Dr. Yael Adler über ihr Buch, dort aufgelistete dermatologische Probleme und ihre Forderung "weg mit den Körpertabus!". Nach der Lektüre ihres Buches hofft Dr. Adler bei den Lesern auf die Erkenntnis, dass Menschen mit den dort beschriebenen Problemen wissen: Sie sind nicht allein. Es gibt kein peinliches Leiden, das andere Menschen nicht auch quält.
Wir besprechen unter anderem Ursachen von Körpergeruch, was man dagegen unternehmen kann und auf was man verzichten sollte. Zitat aus dem Buch: „Sie sollten wissen, was Seifen, Duftstoffe und Co. Ihrem Körper antun. Für uns Hautärzte erfüllt das Duftstoffgemetzel inklusive eines obsessiven Reinheitskult nämlich den Tatbestand der Körperverletzung."
Dies ist keine Warnung vor der täglichen Körperhygiene, aber vor dem  obsessiven Reinheitskult. Denn das Mikrobiom der Haut gerät aus den Fugen, wird diese täglich geschunden, vielleicht sogar noch mit alkalischen Mitteln.  Man hat bei mehrwöchigen Nichtduschern festgestellt, dass sich auf der Haut keine Krankheitsmacher vermehren, dagegen sich aber Bakteriensorten ansiedeln, die vor Asthma und Ekzemen schützen. Das heißt natürlich nicht: Weg mit der täglichen Körperhygiene. Man kann selbstverständlich täglich duschen. Dann aber mit klarem Wasser. Nur an den Geruchskrisenherden, Achseln, Leisten, Analfalte und Füßen, sollte ein Duschgel, dann aber ein hautschonendes, saures – pH-Wert bei 5 – zum Einsatz kommen. Ohne Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe.

Beitrag von Reinhard Rychlik