Service - Natürliche Pflege für Mutter und Kind

Natürliche Pflege, ganz ohne Zusatzstoffe, Erdöl oder Mikroplastik. Darauf legen immer mehr Menschen wert. Vor allem Schwangere und junge Mütter möchten an ihre Haut und an die ihres Babys möglichst wenig Chemie lassen. Die Natur bietet dafür eine reiche Auswahl an heilenden und pflegenden Wirkstoffen.

Schon mit einer Handvoll Grundmaterialien lassen sich Öle, Lotionen  und Cremes ganz einfach selbst herstellen. Wir zeigen, wie das geht und worauf man bei der Herstellung achten sollte.

Studiogast: Natascha von Ganski, Heilpraktikerin und Dozentin für Schulmedizin und Pflanzenheilkunde


Was unterscheidet Naturkosmetik von herkömmlicher?

Laut der Heilpraktikerin Natascha von Ganski kann die Haut von außen zugeführte Substanzen nur vollständig verstoffwechseln, wenn sie natürlichen Ursprungs sind. Öle mineralischen Ursprungs (z.B. erdölbasiert), wie sie häufig in konventioneller Kosmetik verwendet werden, lagern sich demnach  mit der Zeit im Hautgewebe ab, ziehen nicht vollständig in die Haut ein und lassen sie vorschnell altern. Zertifizierte Naturkosmetik verzichtet auf synthetische Farb- und Duftstoffe, Silikone, Paraffine, hormonell wirksame Parabene und andere Erdölprodukte.

Doch man kann natürliche Pflegeprodukte auch leicht selbst herstellen. Bücher mit Rezepten und Anleitungen dazu gibt es viele und auch im Internet wird man schnell fündig.

Der Vorteil von selbstgemachter Kosmetik ist zum einen, dass sie meist preiswerter ist als Produkte aus dem Reformhaus oder der Apotheke. Zudem sind die benötigten Rohstoffe oftmals mehrere Jahre haltbar. Die Herstellung ist nicht schwerer als Kochen.  Und last but not least: Man weiß ganz genau, was drin ist.

Was braucht man?

Für den Anfang braucht man einen Kochtopf, zwei Schraubgläser, 1-2 lange Spatel oder Glasrührstäbe, eine elektronische Feinwaage, Cremedosen, Pumpspender, Pipettenflaschen. Im Internet gibt es  „Startersets“, die bereits alles enthalten. An weiteren Zutaten  benötigt man Heilkräuter und –Pflanzen, entweder getrocknet oder frisch; ätherische Öle; Basisöle wie z.B. Jojobaöl oder  süßes Mandelöl. Fette wie Sheabutter, Bienenwachs und Kakaobutter dienen als Konsistenzgeber. Damit Fette, Öle und wässrige Anteile in einer Creme oder Emulsion eine stabile Verbindung eingehen, werden Emulgatoren benötigt, die aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen werden. Die Zutaten bekommt man teilweise in Apotheken und Reformhäusern und in diversen Online-Shops.

Pflanzenauszüge

Um die Wirkstoffe aus den Pflanzen zu gewinnen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Am einfachsten und schnellsten geht der wässrige Pflanzenauszug, der so genannte Infus.  Dazu werden getrocknete oder frische Heilpflanzen wie bei einem Tee mit kochendem Wasser übergossen. Zugedeckt einige Minuten ziehen lassen, fertig. Abgekühlt eignet er sich zum Beispiel als Gesichtswasser oder zur Reinigung des Babypos.  

Für einen Ölauszug werden die Blüten und Blätter einer Heilpflanze  im Mörser zerstampft und anschließend in ein verschließbares Gefäß geschüttet. Ein Kännchen Öl, am besten in Bioqualität, darüber gießen, bis die Pflanzenteile bedeckt sind. Gut geeignet sind zum Beispiel Oliven-, Mandel- oder Sonnenblumenöl. Nun lässt man das Ganze etwa sechs Wochen ziehen. Danach abseihen, in eine dunkle Flasche füllen und kühl und dunkel lagern. Je nach verwendetem Öl hält sich der Auszug bis zu einem Jahr. Man kann ihn dann direkt als Haut- oder Massageöl verwenden oder ihn als Zutat für eine Creme benutzen.

Pflege für Mutter und Kind

In ihrem Buch „Natürliche Pflege für Mutter und Kind“ verrät Natascha von Ganski viele Rezepte, die Schwangeren, Müttern und Babys gut tun. Um Dehnungsstreifen am Bauch vorzubeugen, empfiehlt sie zum Beispiel, so früh wie möglich die Haut sanft mit pflegenden und natürlichen Lotionen einzucremen. Für die Herstellung einer selbstgerührten Creme eignet sich ein Teeauszug aus Ackerschachtelhalm (Zinnkraut) der reich an gewebefestigenden Eigenschaften ist. Weiterhin Fette wie Weizenkeimöl oder Avocadoöl. Auch ein gutes Olivenöl in Bioqualität für den Anfang völlig ausreichend.

Um einen wunden Po zu behandeln, empfiehlt sie den Windelbereich mit einem abgekühlten Tee aus beispielsweise Stiefmütterchenkraut, Kamille, Melisse oder Hamamelis zu reinigen. Die hier enthaltenen Inhaltsstoffe (allen voran schmerzlindernde und wundheilungsfördernde Gerbstoffe) fördern den Heilungsprozess der Haut.

Nur weil ein Wirkstoff rein natürlich ist, heißt das nicht, dass er immer von allen Menschen gut vertragen wird. Von einigen natürlichen Duftstoffen weiß man, dass sie Allergien auslösen können. Gerade bei ätherischen Ölen sollte man bei Babys vorsichtig sein. Da Babyhaut sehr durchlässig für Substanzen ist, sollte hier sehr achtsam umgegangen werden. Als Richtwert könnte man 5 Tropfen Öl auf 50 ml fettes Öl (Creme) ansetzen und sich vorher informieren, ob das Öl auch für Babys geeignet ist.

Worauf sollte man bei der Herstellung achten, damit möglichst keine Keime in die Creme gelangen?

Bei der Herstellung sollte man sehr sauber arbeiten, das heißt die Utensilien und Tiegel auskochen, so ähnlich wie bei der Marmeladenherstellung. Wenn sich im Tiegel Kondenswasser gebildet hat, dieses mit einem Papiertuch abwischen. Für eine Babycreme ist es besonders wichtig, dass sie nicht verkeimt. Deswegen sollten immer nur kleine Mengen zubereitet werden, die nach drei bis vier Wochen aufgebraucht sein sollten.

 

Beitrag von Sinma Krambeck


 

Gewebefestigende Creme für Brust, Bauch, Beine

Zutaten:
5 g getrockneter Ackerschachtelhalm
3 g getrocknete Ringelblumenblüten
16 g Sheabutter
10 g Weizenkeimöl
5 g Avocadoöl
5 g Aprikosenkernöl
4 g Dermofeel GSC
Ätherische Öle: 10 Tropfen Zypresse, 6 Tropfen Lavendel

1.) Ackerschachtelhalm und Ringelblumenblüten mit 60 ml kochendem Wasser übergießen und zugedeckt für 15 Min. ziehen lassen. Dann abseihen und abkühlen lassen.

2.) Sheabutter, Weizenkeimöl, Avocadoöl, Aprikosenkernöl und Dermofeel GSC in einen Glasbecher geben. Den abgekühlten wässrigen Auszug in einen zweiten Becher geben und beide im Wasserbad erwärmen,  bis die Sheabutter und das Dermofeel geschmolzen sind.

3.) Beide Glasbecher aus dem Wasserbad nehmen und unter Rühren die Fette langsam in den wässrigen Auszug gießen. So lange weiterrühren, bis die Creme Zimmertemperatur erreicht hat. 

4.) Die ätherischen Öle in die Creme rühren und in einen sauberen Tiegel abfüllen.